Die Hamas hat nach eigenen Angaben einen weiteren Vorschlag zur Freilassung der Geiseln und einer Waffenruhe im Gazastreifen abgelehnt. Da berichten übereinstimmend die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters.
Stattdessen sollten die Vermittler und die internationale Gemeinschaft Israel »zwingen«, sich auf einen von Ägypten und Katar unterbreiteten Vorschlag einzulassen, berichtete AFP unter Berufung auf die Terrororganisation.
Nach Wochen des Stillstands in den Verhandlungen über eine Fortsetzung der Waffenruhe und die Freilassung der verbliebenen israelischen Geiseln hatte die Hamas am Donnerstag wieder Gespräche mit den Vermittlern Ägypten und Katar aufgenommen. Seit dem 19. Januar galt im Gazastreifen eine Waffenruhe, die erste Phase des dazu mithilfe internationaler Vermittler geschlossenen Abkommens lief am 1. März aus. Eine Einigung über die zweite Phase konnte bisher nicht erzielt werden.
Noch immer dutzende Geiseln im Gazastreifen
In der Zwischenzeit nahm Israel seine massiven Luftangriffe auf Hamas-Ziele im Gazastreifen wieder auf. Zudem startete die israelische Armee einen neuen Bodeneinsatz in dem Palästinensergebiet.
Israel will mit der neuen Offensive nach eigenen Angaben den Druck auf die Hamas erhöhen, um die 58 noch immer im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freizubekommen. 34 von ihnen sind nach Armeeangaben bereits tot.
Vergangene Woche hatte die Hamas nach eigenen Angaben einen Vorschlag der Vermittler Katar und Ägypten erhalten, dem sie am Samstag zugestimmt habe. Die israelische Regierung bestätigte, den neuen Vorschlag erhalten zu haben. Einer Erklärung des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zufolge hat Israel »den Vermittlern einen Gegenvorschlag in voller Abstimmung mit den Vereinigten Staaten übermittelt«. Einzelheiten verlauteten zunächst nicht.
Vorschlag der Vermittler
Nach Angaben eines Hamas-Vertreters sieht der Vorschlag der Vermittler Ägypten und Katar eine 50-tägigen Waffenruhe vor. In deren Rahmen soll die Hamas fünf als Geiseln verschleppte Israelis, darunter einen Mann mit US-Staatsbürgerschaft, im Gegenzug für die Freilassung von 250 in Israel inhaftierten Palästinensern freilassen. Unter ihnen sind demnach 150 Häftlinge, die in Israel zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden.
Der Vorschlag sieht zudem die Freilassung von 2000 weiteren Palästinensern aus israelischen Gefängnissen vor, die seit dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 von der israelischen Armee im Gazastreifen gefangen genommen wurden. Wie weiter aus den Hamas-Kreisen verlautete, umfasst der aktuelle Waffenruhe-Vorschlag zudem weitere Hilfslieferungen sowie den Rückzug der israelischen Armee aus jenen Gegenden im Gazastreifen, wo sie zuletzt ihre Offensive gegen die Hamas wieder aufgenommen hatte.