In der höchsten norwegischen Fußballliga muss Spielerinnen künftig bei einer Schwangerschaft automatisch angeboten werden, ihren Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Das gab die Liga bekannt. Die »Toppserien« ist weltweit die erste Liga, die diese Regel einführt.
Der Vertrag muss auf Wunsch der Spielerin mindestens zu denselben Bezügen verlängert werden. Die ligaweite Verpflichtung tritt ab sofort in Kraft, sofern die betroffene Fußballerin sich vor Ablauf ihres Vertrags in der zwölften Schwangerschaftswoche befindet.
»Es soll für professionelle Fußballspielerinnen in Norwegen sicher sein, schwanger zu werden«, sagte Ligachefin Marianne Solheim in der Mitteilung und weiter: »Wir möchten ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem Spielerinnen nicht zwischen dem Spitzenfußball und ihrer Lebensentscheidung wählen müssen.«
Die Spielerinnen in der norwegischen Liga seien im Schnitt 22,93 Jahre alt, sie sind also oft sehr jung. Bei den Männern spielen dagegen Athleten, die durchschnittlich 25 Jahre alt sind. Die Regelung soll mehr Frauen ermöglichen, Karriere und Familie zu vereinbaren, so Solheim.
Auch Cecilie Redisch Kvamme vom Vizemeister Brann Bergen hofft, dass die Regelung den Spielerinnen längere Karrieren erlaubt und die Liga auch für erfahrenere Athletinnen attraktiver wird. »Viele Frauen geben auf, bevor sie den Gipfel erreichen, weil sie eine Familie gründen möchten«, sagte Kvamme der Zeitung »Verdens Gang« . Sie war zum Saisonstart am 23. März gegen Rosenborg Trondheim aufgelaufen, nachdem sie kurz vor Weihnachten Mutter einer Tochter geworden war.