Nach Kommunalwahlen Französische Bürgermeister holen EU-Flaggen ein
Bei den Kommunalwahlen in Frankreich konnte der Rassemblement National rund 70 Rathäuser gewinnen. An einigen davon haben die neuen Bürgermeister nun EU-Flaggen entfernt. Der französische Außenminister nennt das »Verrat«.
31.03.2026, 19.32 Uhr
Die europäische und die französische Flagge an einem Rathaus in Frankreich
Foto: Sylvain Robin / Pond5 Images / IMAGOAutomatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier.
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Nach den Kommunalwahlen in Frankreich haben mehrere neue Bürgermeister des Rassemblement National (RN) die EU-Flaggen an ihren Rathäusern eingeholt und damit für heftigen Streit gesorgt. »Das ist ein Verrat an dem, was wir sind«, erklärte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot auf X . »Die EU ist von Frankreich gewollt«, fügte er hinzu.
Die Fraktionschefin des rechtsradikalen RN, Marine Le Pen, verteidigte die EU-feindliche Geste. »Es gibt keine Vorschrift, Rathäuser mit EU-Fahnen zu beflaggen", erklärte Le Pen. Das habe auch nichts mit EU-Subventionen zu tun, die Frankreich erhalte, sagte sie auf Nachfragen von Journalisten. »Die EU druckt ja kein Geld in ihren Kellern, sondern das Geld kommt aus den Taschen der Franzosen«, sagte Le Pen, die in einem Berufungsprozess wegen des Vorwurfs der Veruntreuung von EU-Geldern angeklagt ist.
»Bye bye« zur EU-Flagge
In einem Video auf X ist zu sehen, wie der neue RN-Bürgermeister der südfranzösischen Stadt Carcassonne, Christophe Barthès, eine EU-Flagge am Rathaus durch eine französische Flagge ersetzt. »Weg mit den EU-Flaggen am Rathaus«, schrieb er dazu. Mehrere Nutzer forderten ihn daraufhin auf, die EU-Subventionen zurückzuzahlen, die er als Landwirt erhalten habe. Andere verwiesen auf eine im vergangenen Jahr bewilligte EU-Finanzhilfe in Höhe von knapp zwölf Millionen Euro für den Flughafen von Carcassonne.
Die neue RN-Bürgermeisterin von Canohès, Carla Muti, postete ein Video , in dem sie die EU-Flagge einholt. »Bye bye«, lautete ihr Kommentar dazu. Mehrere Nutzer erinnerten sie in Kommentaren an ihr Erasmus-Jahr im spanischen Málaga – woraufhin sie einräumte, dass das europäische Austauschprogramm zu den »wenigen guten« Aspekten der EU zähle.
Der RN und mit ihm verbündete Listen gewannen bei der Kommunalwahl knapp 70 Rathäuser, so viele wie nie zuvor. Die Partei schaffte es jedoch nicht, Großstädte wie Toulon oder Marseille zu erobern.
Die EU-Flagge an Rathäusern ist in Frankreich mit einer Ausnahme am Europa-Tag, dem 9. Mai, nicht verpflichtend.

vor 1 Stunde
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