Erdbeben in Venezuela: Venezuelas Interimspräsidentin verteidigt Erdbebenhilfe der Regierung

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Nach dem Erdbeben in Venezuela steht die Regierung weiter unter Druck. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez verteidigt ihr Krisenmanagement und weist Kritik zurück.

Quelle: DIE ZEIT, AP, Reuters, 3. Juli 2026, 7:55 Uhr

Erdbeben Venezuela Delcy Rodríguez Regierung Kritik
Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez unterhält sich bei einem Besuch in einem provisorischen Lager der französischen Zivilschutzbehörde in La Guaira, mit Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr von Peru. © Miguel Medina/​POOL/​AFP/​Getty Images

Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat die Reaktion ihrer Regierung auf die schweren Erdbeben der vergangenen Woche weiter verteidigt. Sie sprach sich gegen den Vorwurf aus, dass die Behörden zu langsam gehandelt hätten. »Wir haben nicht einen, zwei oder drei Tage gewartet. Wir haben sofort gehandelt«, sagte Rodríguez in Caracas.

Zudem widersprach sie Spekulationen darüber, dass es eine deutlich höhere Opferzahl gebe und bestritt, dass mangelhafte staatliche Sozialwohnungen das Ausmaß der Katastrophe verschärft hätten. Stattdessen wirft sie den Medien die Verbreitung von Falschinformationen vor und beschuldigte sie, die Katastrophe zu politisieren. »Eine humanitäre Tragödie wie diese politisch auszuschlachten, ist beschämend.«

Zahl der Vermissten weiterhin unklar

Am Mittwoch vergangener Woche hatten kurz hintereinander zwei starke Erdbeben den Norden Venezuelas erschüttert. Mittlerweile ist die Zahl der Toten auf mehr als 2.500 gestiegen. Es seien bisher 2.595 Menschen gestorben, teilte Rodríguez bei der Pressekonferenz. Zudem seien 12.400 Menschen verletzt worden. Zugleich versicherte sie, dass Rettungskräfte weiter nach Überlebenden suchen werden.

Zur Zahl der noch Vermissten machte sie hingegen keine Angaben. Die Behörden des Landes haben es bisher vermieden, sich dazu zu äußern. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Zahl der Vermissten aber bei bis zu 50.000 liegen. Auch zu den Berichte, wonach die UN 10.000 Leichensäcke beschafft haben soll, äußerte sich die Interimspräsidentin nicht konkret und entgegnete nur, dass die Regierung nicht spekulieren wolle. »Die von uns veröffentlichten Zahlen sind sorgfältig überprüft«, bestätige sie.

Rodríguez Äußerung fallen kurz vor Ende ihres Mandats

Die Regierung von Rodríguez' steht seit den Erdbeben zunehmend unter Druck. Kritiker werfen ihr vor, schleppend und unkoordiniert reagiert zu haben. Bewohner des besonders schwer betroffenen Bundesstaates La Guaira berichteten, sie hätten in den ersten Tagen ohne nennenswerte staatliche Hilfe mit bloßen Händen nach Verschütteten suchen müssen. Rettungskräfte, die vor Ort waren, beklagten den Mangel an Spezialgerät. Auch Vorwürfe, staatliche Wohnungsbauprojekte seien wegen mangelhafter Bauqualität besonders stark zerstört worden, wies Rodríguez zurück. Sie behauptete stattdessen, dass rund 80 Prozent der eingestürzten Gebäude privat errichtet worden seien. Belege dafür nannte sie nicht.

Rodríguez hatte nach der Absetzung von Nicolás Maduro im Januar mit Unterstützung der US-Regierung die Führung des Landes übernommen. Ihre Äußerungen erfolgten einen Tag vor Ablauf der Verlängerung ihres 180-tägigen Mandats.

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