Neue Akten zum Epstein-Skandal belasten den Bruder des britischen Monarchen zusätzlich. Das Königshaus sagt seine Kooperationsbereitschaft bei Ermittlungen zu.
9. Februar 2026, 19:57 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, isd
Der britische König Charles III. will die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen seinen Bruder, den früheren Prinzen Andrew, unterstützen. Das teilte der Buckingham-Palast mit. Der König habe seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe hinsichtlich des Verhaltens seines Bruders bereits durch Worte und ein beispielloses Vorgehen deutlich gemacht, sagte ein Sprecher des Königshauses. Er fügte hinzu: "Die konkreten Vorwürfe sind von Herrn Mountbatten-Windsor zu klären. Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört." Die Gedanken des Königspaars seien stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs.
Die für Windsor zuständige Polizeibehörde hatte zuvor mitgeteilt, sie prüfe Vorwürfe, wonach Andrew in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeleitet haben könnte. Britische Medien hatten in den Epstein-Akten E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew etwa Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an Epstein weiterleitete. Ob sich Andrew damit selbst strafbar gemacht haben könnte, ist noch unklar.
Titel und luxuriösen Wohnsitz verloren
Andrew hat wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in den Missbrauchsskandal um Epstein alle Ehren, militärische Ränge und Titel verloren. Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben, auch, als sie noch minderjährig war.
Andrew stritt alle Vorwürfe stets ab, doch eine Zivilklage Giuffres endete im Vergleich. Zuletzt wurde ihm von Charles sogar der durch Geburt erworbene Titel "Prinz" aberkannt. Er heißt nun nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Zudem musste er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.
In Großbritannien erschüttert der Epstein-Skandal derzeit auch die Regierung von Premierminister Keir Starmer. Starmer steht in der Kritik, weil er den ehemaligen Minister Peter Mandelson zum Botschafter in den USA ernannte – obwohl er wusste, dass dieser noch nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 Kontakt zu dem Sexualstraftäter gehalten hatte. Zuletzt forderte mit dem schottischen Labour-Chef ein prominenter Parteifreund Starmers Rücktritt.

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