In New Mexico haben zwei Brüder des Missbrauchsopfers gegen die US-Regierung protestiert. Sie solle ungeschwärzte Dokumente mit den Namen der Täter veröffentlichen.
9. März 2026, 4:23 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, mm
Die Brüder einer prominenten Anklägerin des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein haben erstmals dessen ehemalige Ranch in New Mexico besucht. Sie forderten die Regierung von US-Präsident Donald Trump auf, ungeschwärzte Dokumente freizugeben. Diese sollen die Identität der Männer enthüllen, von denen ihre Schwester nach eigenen Angaben auf dem Anwesen sexuell missbraucht wurde.
Sky Roberts und sein älterer Bruder Daniel Wilson schlossen sich am Internationalen Frauentag einer Kundgebung mit Hunderten Demonstrierenden vor dem Tor der Ranch an. "Alle diese Namen sind in den Akten, und derzeit vertuscht die Regierung sie", sagte der 37-jährige Roberts.
Ihre Schwester, Virginia Giuffre, hatte im April Suizid begangen. Die Veröffentlichung umfangreicher Akten zu Epstein hat die Verbindungen des Finanziers zu Politikern und Geschäftsleuten offengelegt und ist zu einer politischen Belastung für Präsident Trump geworden. In am Donnerstag veröffentlichten FBI-Unterlagen wurde Trump von einer ungenannten Frau einer mutmaßlichen sexuellen Begegnung bezichtigt.
New Mexico hatte im Februar als erster US-Bundesstaat eine parlamentarische "Wahrheitskommission" eingesetzt. Sie soll untersuchen, wie Epstein 26 Jahre lang auf der Ranch unbemerkt Verbrechen begehen konnte.
New Mexico setze ein Beispiel "und wir erwarten von anderen Bundesstaaten, dass sie dem folgen", sagte Amanda Roberts, die Ehefrau von Sky Roberts. Sie verwies auf New York und Florida, wo Epstein ebenfalls Wohnsitze hatte und wo – so Roberts – ebenfalls Untersuchungen stattfinden sollten.
Einer Umfrage von Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos zufolge glauben viele US-Bürger, dass die Regierung Informationen über Epsteins wohlhabende und einflussreiche mögliche Kunden zurückhält.

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