US-Militär könnte laut vorläufigen Ermittlungsergebnissen für Angriff auf Schule verantwortlich sein
Interne Ermittlungen des US-Militärs legen offenbar nahe, dass die USA für den mutmaßlichen Angriff auf eine iranische Mädchenschule am Samstag verantwortlich sind. Das geht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge aus vorläufigen Erkenntnissen der Ermittler hervor. Diese seien jedoch noch zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen; die Untersuchung laufe noch.
Reuters beruft sich in dem Bericht auf zwei nicht namentlich genannte US-Beamte. Die Beamten äußerten sich demnach nicht dazu, wie lange die Untersuchung dauern soll und welche Beweise den Ermittlern noch fehlen.
Laut iranischen Angaben wurden bei dem Angriff in der südostiranischen Stadt Minab bis zu 180 Menschen getötet, darunter viele Kinder.
Zweiter Evakuierungsflug für Deutsche in Frankfurt erwartet
Kurz vor elf Uhr soll der zweite von der Bundesregierung organisierte Charterflug für in der Golfregion festsitzende Deutsche in Frankfurt landen. Die Maschine der Fluggesellschaft Condor kommt aus Maskat in Oman und war in der Nacht im ägyptischen Hurghada zwischengelandet.
Eigentlich war dieser Flug bereits gestern Abend in Deutschland erwartet worden. Der Abflug hatte sich jedoch erheblich verzögert. Zahlreiche Flughäfen der Golfregion sind wegen iranischen Beschusses geschlossen oder im Betrieb stark eingeschränkt, Maskat jedoch nicht. Reisende aus anderen Golfstaaten wurden vielfach auf dem Landweg dorthin gebracht.
Vorbereitungen für Wahl des Chamenei-Nachfolgers laufen
Die iranische Führung treibt offenbar die Planungen für eine Nachfolge des getöteten obersten Führers Ali Chamenei voran. In einer Regierungserklärung hieß es, die Interimsführung – bestehend aus Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei sowie dem Kleriker Aliresa Arafi – sei zu ihrer vierten Sitzung zusammengekommen. Dabei sei geplant worden, den sogenannten Expertenrat einzuberufen. Zudem sei darüber beraten worden, auf welche Weise sich der Expertenrat versammeln könne.
Der Expertenrat ist ein aus 88 Mitgliedern bestehendes Gremium, das laut Verfassung die Aufgabe hat, den obersten Führer zu wählen und zu kontrollieren. Wann genau der Rat zusammenkommt, geht aus der Erklärung nicht hervor. Auch blieb unklar, ob der Expertenrat persönlich zusammentreten soll oder aus der Ferne abstimmen wird.
Der provisorische Führungsrat um Präsident Peseschkian leitet seit dem Tod Chameneis verfassungsgemäß die Regierungsgeschäfte im Iran. Bereits gestern war ihm mehr Macht übertragen worden; er kann nun über Krieg und Frieden entscheiden sowie Militärvertreter und Polizeioffiziere ernennen und absetzen.
Auch Emirates will Flugbetrieb wieder aufnehmen
Nach Etihad Airways hat auch die Fluggesellschaft Emirates angekündigt, den Flugbetrieb in begrenztem Umfang wieder aufzunehmen. Bis auf Weiteres würden 82 Destinationen bedient, teilte die Airline mit. Passagiere, die am Drehkreuz Dubai umsteigen, würden jedoch nur befördert, wenn ihr Anschlussflug gesichert sei.
Sri Lanka meldet Kontrolle über iranisches Kriegsschiff
Die Besatzung eines im Indischen Ozean geankerten iranischen Kriegsschiffs hat bei Sri Lanka um Hilfe gebeten. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, wurden mehr als 200 Seeleute vom Schiff an Land gebracht. Der Sprecher der sri-lankischen Marine kündigte an, das Schiff Iris Buschehr werde zu einem späteren Zeitpunkt an einen Hafen im Osten des Inselstaats gebracht.
Vor wenigen Tagen war vor der Küste Sri Lankas ein anderes iranisches Kriegsschiff gesunken. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister wurde es von einem U-Boot der US-Marine versenkt. Bei dem Angriff wurden zahlreiche Menschen getötet, die Leichen von mehr als 80 Besatzungsmitgliedern wurden bereits geborgen.
Überblick über die Entwicklungen der vergangenen Nacht
In der Nacht hat das israelische Militär seine Luftangriffe auf Ziele im Iran sowie im Libanon fortgesetzt. Laut Donald Trump ist die iranische Armee inzwischen deutlich geschwächt. "Sie haben keine Luftwaffe mehr, sie haben keine Flugabwehr mehr", sagte der US-Präsident. "Alle ihre Flugzeuge sind weg." Im US-Repräsentantenhaus ist derweil erneut eine Resolution gescheitert, die dem Kongress mehr Mitsprache beim militärischen Vorgehen gegen den Iran eingeräumt hätte.
Unterdessen kündigte die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz Vergeltung an. Erstmals seit Kriegsbeginn gab sie eine Warnung heraus, Israel solle Siedlungen im Norden des Landes räumen; die israelischen Angriffe im Libanon würden "nicht ohne Reaktion bleiben".
Lesen Sie hier den gesamten Überblick über die Geschehnisse seit gestern Abend:
Israelische Armee meldet Angriffe auf Hisbollah-Infrastruktur in Beirut
Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht erneut zahlreiche Ziele im Libanon angegriffen. In einer Mitteilung sprechen die Streitkräfte von einer "groß angelegten Angriffswelle" gegen Infrastruktur der Hisbollah-Miliz in Dahieh, einem Vorort von Beirut. Zu den Zielen gehörten demnach ein Kommandozentrum der Hisbollah-Führung sowie ein Drohnenlager.
Laut der Armee war es die 26. Serie von Angriffen auf Dahieh seit Beginn der erneuten Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah am vergangenen Wochenende.
Iran kündigt verstärkte Angriffe in kommenden Tagen an
Die iranischen Streitkräfte drohen mit einer Ausweitung ihrer Angriffe. In den kommenden Tagen werde "der Feind" intensiver und umfangreicher angegriffen, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf das zentrale Hauptquartier Chatam Al-Anbija, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt.
Die iranische Militärführung berichtete unterdessen über Angriffe mit sogenannten Kamikazedrohnen auf den Luftwaffenstützpunkt Ramat David bei Haifa und eine Radarstation in Israel, einen US-Stützpunkt in Kuwait sowie einen im irakischen Erbil.
Saudi-Arabien fängt Drohnen nahe Hauptstadt ab
Das saudi-arabische Verteidigungsministerium hat die Zerstörung dreier Drohnen gemeldet. Sie seien östlich der Hauptstadt Riad abgefangen worden, teilte das Ministerium auf X mit. Bereits gestern hatte Saudi-Arabien mitgeteilt, drei ballistische Raketen abgefangen und zerstört zu haben. Sie seien in Richtung des Prinz-Sultan-Luftwaffenstützpunkts abgefeuert worden.
Was geschah an der Grundschule in Minab?
Nur Stunden nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran waren zahlreiche Vertreter des iranischen Regimes tot. Doch der Krieg hat auch zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten getroffen. Laut iranischen Staatsmedien sollen allein bei dem Angriff auf eine Schule in der südostiranischen Stadt Minab 180 Menschen getötet worden sein, darunter viele Kinder.
Die USA und Israel weisen die Verantwortung für den Angriff auf die Schule zurück. Doch Satellitenbilder belegen, dass das Schulgebäude bei einer Explosion am vergangenen Samstag weitgehend zerstört wurde. Meine Kollegen Gregor Aisch, Sebastian Berens, Stella Schalamon und Sascha Venohr haben die Satellitenbilder ausgewertet und analysieren die Frage: Wie konnte den Angreifern ein solch fataler Fehler passieren?
Die ganze Recherche lesen Sie hier:
Wie Russland vom Irankrieg profitieren könnte
Der Iran und Russland werden oft als Verbündete gesehen – im klassischen Sinne trifft das aber nicht zu, sagt die Russlandexpertin Hanna Notte im Interview mit der ZEIT. Dass Russland dem Iran militärisch zur Seite springen könnte, sei eine Utopie gewesen. Aus Nottes Sicht könnte Russland sogar vom Irankrieg profitieren – nicht nur wegen seines Ölgeschäfts. Auch auf den Ukrainekrieg könnte sich die US-Kriegsbeteiligung im Iran nach ihrer Einschätzung auswirken. Das ganze Interview lesen Sie hier:

USA erlauben Indien zeitlich begrenzten Kauf von russischem Öl
Die USA gestatten es indischen Raffinerieunternehmen, für einen begrenzten Zeitraum russisches Öl zu kaufen. Sein Ministerium erteile dafür eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung, um sicherzustellen, dass weiterhin Öl auf den Weltmarkt gelange, teilte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mit.
Russland, das einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohölverkauf steigern können. Die US-Regierung spielte diesen Aspekt herunter. "Diese bewusst kurzfristige Maßnahme wird der russischen Regierung keinen nennenswerten finanziellen Vorteil verschaffen", behauptete Bessent, da sie nur Transaktionen mit Öl genehmige, das bereits auf Tanker geladen, aber nicht ausgeliefert worden sei. Der Finanzminister sprach von einer "Überbrückungsmaßnahme", die den Druck mindern werde, der durch das Verhalten des Iran entstehe.

Mehr als 60 Verletzte in Kuwait nach iranischen Angriffen
Mindestens 67 Angehörige der kuwaitischen Armee sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums bislang bei iranischen Angriffen auf die Golfstaaten verletzt worden. Ministeriumssprecher Saud al-Atwan sagte, die verletzten Soldaten würden medizinisch versorgt und befänden sich alle in stabilem Zustand, während zwei weiterhin medizinisch überwacht würden. Die kuwaitischen Flugabwehrkräfte haben mehrere iranische Drohnen und Raketen abgefangen. Dabei haben herabfallende Trümmer Armeeangehörige verletzt.

Etihad kündigt weitere Flüge nach Europa an
Nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Irankriegs hat die Fluggesellschaft Etihad Airways ab heute eine begrenzte Zahl Flüge von Abu Dhabi auch nach Europa angekündigt. Man werde unter anderem Frankfurt, London, Madrid, Mailand, Paris, Rom und Zürich anfliegen, hieß es auf der Webseite der Airline mit Sitz in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Fluggäste mit bestehenden Buchungen würden schnellstmöglich untergebracht.

vor 4 Stunden
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