Nato : Zypern strebt nach Drohnenangriff Nato-Beitritt an

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Nach dem Angriff auf einen britischen Stützpunkt auf Zypern will das Land der Nato beitreten. Präsident Christodoulides würde am liebsten "morgen einen Antrag stellen".

6. März 2026, 12:18 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa,

 Der zyprische Präsident Nikos Christodoulides will das Zypern der Nato beitritt.
Der zyprische Präsident Nikos Christodoulides will das Zypern der Nato beitritt. © Romeo Boetzle/​AFP/​Getty Images

Nach einem Drohnenangriff auf Zypern will die EU-Inselrepublik Schritte für einen Nato-Beitritt in die Wege leiten. Dem Präsidenten Nikos Christodoulidis zufolge werden derzeit sowohl auf militärischer Ebene als auch auf operativer und administrativer Ebene Vorbereitungen getroffen, damit das Land handeln kann, "sobald die politischen Bedingungen dies zulassen".

"Wenn es möglich wäre, würden wir sogar morgen einen Antrag einreichen", sagte Christodoulidis gegenüber dem griechischen Sender Skai TV. Derzeit sei ein Beitritt jedoch noch nicht möglich. Grund ist die langjährige Haltung der Türkei, die als Mitglied der Nato einen Beitritt Zyperns ablehnt. Über neue Mitglieder muss das Bündnis einstimmig entscheiden.

Konflikt seit über 50 Jahren

Seit der Teilung der Insel infolge der türkischen Invasion Zyperns 1974 besteht der Konflikt zwischen der Republik Zypern und der Türkei. Der Norden der Insel ist weiterhin von türkischen Truppen besetzt. Dort liegt die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern (KKTC).

Die türkische Regierung hingegen erkennt die Republik Zypern nicht an und weigert sich, solange es keine Lösung der Zypernfrage gibt, über einen Nato-Beitritt zu reden. Zudem spricht sie sich gegen eine Kooperation der Allianz mit der EU-Republik Zypern aus. Zwar gehört die gesamte Insel zur Europäische-Union, doch das EU-Recht gilt faktisch nur im Süden.

Hintergrund der aktuellen Diskussion über einen möglichen zyprischen Antrag auf einen Nato-Beitritt ist ein Drohnenangriff auf einen britischen Militärstützpunkt nahe der Hafenstadt Limassol in der Nacht zum Montag. Dabei kam es nach Angaben der britischen Regierung zu geringem Sachschaden an einem Hangar. Zyprische Medien berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Drohnen könnten aus dem Libanon gestartet worden sein. Seitdem sind viele Menschen auf Zypern besorgt.

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