»Close-up Photographer of the Year«: Die schönsten Nahaufnahmen von Tieren und Pflanzen

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Es könnte auch eine Illustration sein, gezeichnet und von einem Menschen erschaffen. Doch zu sehen ist das Foto einer Koralle, aufgenommen aus nächster Nähe. Das Bild ist der Gewinner des Wettbewerbs »Close-up Photographer of the Year«. 

Ross Gudgeon hat es in Lembeh Strait in Indonesien aufgenommen. Der Fotograf hat eine Kamera an einer Art Sonde genutzt, die er vorsichtig in die Formation einführte, um sie nicht zu beschädigen. Er habe damit an der Koralle experimentiert, um eine »andere Sichtweise auf eine gewöhnliche Lebensform einzufangen«, sagte er.

Hier sehen Sie eine Auswahl der weiteren Gewinner-Bilder in den verschiedenen Kategorien.

Foto: Ross Gudgeon / CUPOTY

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»Ich war schon immer fasziniert von den kleinsten Lebewesen im Riff«, sagte Luis Arpa. Besonders von jenen, denen die meisten Taucher keine Beachtung schenken würden. Auf Bali sei der Fotograf auf die Garnele gestoßen. »Perfekt getarnt in Farbe und Muster klammerte sie sich fest an ihren Wirt«, sagt er. Die meiste Zeit hätte sie sich nicht bewegt.

Dank einer speziellen Linse habe sich der Fotograf vorsichtig an das kleine Tierchen annähern können. »Diese ungewöhnliche Perspektive vermittelte genau das Gefühl, das ich mir erhofft hatte: einen Blick in die zerbrechliche, verborgene Welt der Garnele, in der Schönheit und Überleben vollständig davon abhängen, sich anzupassen.«

Foto: Luis Arpa / CUPOTY

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Als hätte die Spinne ihre Beine verloren und würde versuchen, sie wieder einzufangen – doch der erste Blick täuscht. Es sind winzige Fliegen, die um die Spinne herumschwirren, die Kamera hat auch ihre Routen eingefangen.

Die kleinen Tierchen seien ihm zuerst ins Auge gefallen, sagt Anirban Dutta, der das Bild in Cooch Behar in Indien aufgenommen hat. Sie hätten eine »gewisse Energie« um das Motiv erzeugt. »Die ausgeglichene, schwebende Haltung der Spinne erinnerte mich an einen Turner, der mitten in der Luft erstarrt ist, daher der Titel.« Genannt hat er das Bild deshalb »Turner«.

Foto: Anirban Dutta / CUPOTY

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Wie ein Mond kommt der Fisch aus dem Blau: »Ein orangefarbener Anglerfisch wartet regungslos auf dem schwarzen Vulkansand der Lembeh-Straße in Indonesien, perfekt getarnt, während er sich darauf vorbereitet, ahnungslose Beute zu überfallen«, sagt der Fotograf Daniel Sly. Er hat das Bild in Indonesien aufgenommen. Die Fische seien Meister der Tarnung. Um ihn optisch abzuheben, habe Sly unter anderem etwas zusätzliches Licht verwendet, das Motiv lang belichtet und im Moment der Aufnahme die Kamera gedreht.

»Diese Technik ließ das blaue Umgebungswasser in den Bildausschnitt einfließen und schuf einen ätherischen Wirbel des umgebenden Sandbodens, wodurch ein Moment völliger Stille in etwas Außerirdisches verwandelt wurde.«

Foto: Daniel Sly / CUPOTY

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Fast knochig krallt sich dieses Tier fest, es erinnert an Krebstiere an der Küste. Doch entstanden ist das Foto im Heidegebiet im Süden Großbritanniens – und es zeigt eine Spinne. Ein weibliches Tier, das seine Eier bewacht.

»Nach vielen Ausflügen zu verschiedenen Orten fand ich eine Population nur 15 Minuten von meinem Zuhause entfernt«, sagt Wayne Sayers, der Fotograf. Weil die Wettervorhersage gut war, habe er sich morgens um 4.30 Uhr auf den Weg gemacht. »Die kühle Nachtluft hatte einen leichten Tau auf dem Heidekraut und den Tieren hinterlassen.«

Foto: Wayne Sayers / CUPOTY

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Sind es winzige Luftballons, die hier nach oben schweben? Nein, es sind Pilze. Dass sie wie ein Bündel Luftballons zusammenstehen, war Glück für Barry Webb. »Ich habe mich sehr gefreut, da sie normalerweise einzeln oder mit Abstand voneinander zu finden sind.« Aufgenommen hat er das Bild in England.

Foto: Barry Webb / CUPOTY

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»Die Wächterbienen am Eingang blieben wachsam und sorgten für die Sicherheit ihres Bienenstocks vor potenziellen Gefahren«, so beschreibt der Fotograf Rithved Girish die Lage, die er vorfand, als er das Bild aufgenommen hat. Mit 14 Jahren ist Girish der jüngste Gewinner des Wettbewerbs.

Während eines Sommerurlaubs in Kerala in Indien habe er die stachellosen Bienen das erste Mal entdeckt. »Fasziniert von den winzigen Wundern der Natur, mache ich es mir zur Aufgabe, bei jedem Besuch in Indien mehr über die Natur zu erfahren«, sagt er. Für das Foto habe er keine Köder verwendet, um die Bienen aus ihrem Zuhause zu locken. »Dieses Bild erinnert daran, welche wichtige Rolle diese winzigen Lebewesen für die Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts spielen.«

Foto: Rithved Girish / CUPOTY

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Motten – dabei denken viele Menschen wohl in Sorge an ihre Kleiderschränke. Jedenfalls nicht an Tiere, die man gern ansieht oder um sich hat. Bei Makrofotografen ist das anders: Dort sind die Tiere aus der Familie der Echten Spinner ein beliebtes Motiv, sagt Laurent Hesemans. »Die großen Augen und die Position der Fühler dieser Motten, insbesondere der Männchen, sind unglaublich fotogen und verleihen ihren Porträts stets eine gewisse Melancholie.« Er hat das Bild in Belgien aufgenommen.

Foto: Laurent Hesemans / CUPOTY

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Weil die Wasserqualität so schlecht war, galt die Donau-Eintagsfliege als vom Aussterben bedroht. Doch die Lage verbesserte sich – wahrscheinlich, weil sich die Gewässer erholten. »An 25 Tagen wateten wir tief in die starken Strömungen hinein, umgeben und überwältigt von den Eintagsfliegen«, sagte Imre Potyó. Ein riesiger Schwarm von Millionen von Tieren habe sich der Stadt Szentendre in Ungarn genähert, die Lichter hätten die Insekten gelockt. Dichte Wolken der Eintagsfliegen hätten Restaurants und Verkaufsstände umhüllt, sie seien zu »einem unübersehbaren Spektakel« geworden.

Doch das Spektakel habe ein trauriges Ende genommen. »Die Eintagsfliegen kreisten lange Zeit um die Lichter, konnten sich nicht befreien und starben auf dem Asphalt«.

Foto: Imre Potyó / CUPOTY

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Pilze können wie ein Kunstwerk wirken. Lamellenpilze haben etwa eine feine, wellige Struktur auf ihrer Unterseite. So nah ran wie mit der Kamera kommt das Auge kaum. »Es hat etwas vom Nude-Stil«, sagt die Fotografin Valeria Zvereva. Sie hat das Bild in Russland, in der Region um Moskau, aufgenommen.

Foto: Valeria Zvereva / CUPOTY

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Ein Ökosystem im Ökosystem: Dieser 20-30 Zentimeter große Laichballen in Madagaskar zeigt »ein wunderbares Naturschauspiel«, sagt Filippo Carugati. »Innerhalb dieser Eieransammlung schwammen mehrere Kaulquappen friedlich durch die gelatineartige Substanz.«

Aufgenommen hat er das Bild mit einem ferngesteuerten Blitz, »was einen kosmischen Eindruck erweckt.«

Foto: Filippo Carugati / CUPOTY

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