Das kanadische IT-Unternehmen Blackberry meldet schrumpfende Umsätze. Im Ende Februar abgeschlossenen Finanzjahr 2025 hat Blackberry 535 Millionen US-Dollar umgesetzt, fast 30 Prozent weniger als im Finanzjahr davor. Im Laufenden soll es jedenfalls nicht mehr werden, das Management prophezeit einen weiteren Rückgang auf 504 bis 534 Millionen Dollar.
Weil Finanzanalysten deutlich andere Erwartungen hatten, wurde die Blackberry-Aktie nach Bekanntgabe der Finanzzahlen am Mittwoch abgestraft. Zwischenzeitlich lag der Kurs mehr als 20 Prozent unter dem Vortagesschluss, zum Handelsschluss stand immer noch ein Minus von über neun Prozent zu Buche. Es ist der erste Jahresbericht, für den Blackberry-CEO John J. Giamatteo zur Gänzeverantwortlich ist.
Blackberry (vormals Research in Motion, RIM) ist schon lange nicht mehr im Smartphone-Geschäft, sondern hat zwei Geschäftsbereiche: Software für das Internet der Dinge samt vernetzten Kraftfahrzeugen (QNX) sowie Software für IT-Sicherheit (Secure Communications). Zusätzlich lizenziert die Firma ihr Portfolio aus Immaterialgüterrechten.
Nur QNX wächst
Die Lizenzeinnahmen sind besonders stark betroffen. Der Jahresumsatz ist um 90 Prozent auf 26,3 Millionen Dollar eingebrochen. Für das laufende Jahr erwartet Blackberry um die 24 Millionen Dollar, also noch einmal rund ein Zehntel weniger.
Der Umsatz mit IT-Sicherheitslösungen ist um vier Prozent auf 272,6 Millionen Dollar gefallen. Der Trend verstärkt sich, nicht zuletzt, weil Blackberry im Dezember die Tochterfirma Cylance verkauft hat, aber auch weil viele Kunden den Sparstift gerade bei der IT-Sicherheit ansetzen. 230 bis 240 Millionen Dollar Umsatz sollen es im Finanzjahr 2026 werden.
Die QNX-Sparte hat knapp zehn Prozent auf 236 Millionen Dollar zugelegt. Sie soll auch weiter wachsen, auf 250 bis 270 Millionen Dollar Jahresumsatz.
Betriebsgewinn fast weg
Der Betriebsgewinn Blackberrys ist auf eine schwarze Null verdunstet: Waren es 2024 noch elf Millionen Dollar, sind es 2025 nur noch 0,8 Millionen. Eine Vorschau zur weiteren Entwicklung gibt das Management nicht. Da auch die Gewinne aus Finanzanlagen um fast 60 Prozent gefallen sind, ergibt sich ein um mehr als 70 Prozent kleinerer Vorsteuergewinn von 8,5 Millionen Dollar.
Doch nicht alles ist schlecht. Einerseits bedeuten geringere Gewinne geringere Steuern, andererseits waren die Nettoverluste aus nicht fortgeführten Konzernteilen 2024 deutlich höher als 2025, so dass Blackberry seinen Jahresnettoverlust von 130,2 auf 79 Millionen Dollar reduzieren konnte. Und dieser Betrag ist ausschließlich auf die Nettoverluste nicht fortgeführter Konzernteile zurückzuführen. Zudem hat der Cylance-Verkauf 10,2 Millionen Dollar Buchgewinn gebracht.
Positiv entwickelt hat sich auch der operative Cashflow. Aus dem Minus von 3,5 Millionen Dollar im Finanzjahr 2024 wurde 2025 ein Plus von 16,5 Millionen Dollar. Dank der Barerlöse von fast 80 Millionen Dollar aus dem Verkauf nicht fortgeführter Betriebsteile (Cylance) zeigt sich auch der Cashflow aus Investitionstätigkeit verbessert, womit Blackberry seine Geldreserve um gut 100 Millionen auf fast 338 Millionen Dollar verbessert hat.
Zum Handelsschluss in Toronto lag die Blackberry-Aktie bei 4,86 kanadischen Dollar, was ein Minus von 9,2 Prozent ist. Gegenüber dem Mitte Februar erzielten 52-Wochen-Hoch von 8,86 Dollar bedeutet das sogar einen Kursverfall von über 45 Prozent. Im Jahresabstand liegt das Wertpapier damit aber immer noch 27 Prozent im Plus.
(ds)