Popstar bei Grammy-Verleihung Bad Bunny nutzt Grammy-Dankesrede für Abrechnung mit ICE
In einer Woche tritt Bad Bunny bei der Halbzeitshow des Super Bowls auf. Jetzt holte er bei den Grammys zu einem Rundumschlag gegen die Einwanderungspolitik der USA aus. Er war nicht der einzige.
02.02.2026, 04.57 Uhr
Bad Bunny bei der Grammy-Verleihung
Foto:Kevin Winter / The Recording Academy / Getty Images
Bad Bunny, 31, hat bei den Grammys die US-Einwanderungsbehörde ICE kritisiert. »Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus!«, so der Popstar auf der Bühne. Die Gäste im Saal reagierten mit Standing Ovations, Jubel und langem Applaus.
»Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen, wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner«, fuhr er fort.
Der Puertoricaner hatte schon zuvor Kritik an Abschiebungen und Razzien geübt und angekündigt, aus Sorge vor ICE-Einsätzen im Rahmen seiner Welttournee vorerst keine Konzerte in den USA zu spielen. Am 8. Februar wird er allerdings bei der Halbzeit-Show des Super Bowl auftreten und dort als erster Headliner überhaupt komplett auf Spanisch singen (mehr dazu hier ). Konservative Politiker und Trump-nahe Gruppen kritisierten die Wahl als »politisches Statement« und forderten eine »All American«-Alternative.
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»Das Einzige, was stärker ist als Hass, ist Liebe«, sagte er nun auf der Grammy-Bühne. »Deshalb müssen wir anders sein. Wenn wir kämpfen, müssen wir es mit Liebe tun. Wir hassen sie nicht. Wir lieben unser Volk.«
Bad Bunny nahm bei den 68. Grammys die Auszeichnung für »Bestes Música Urbana Album« entgegen. Alle Entwicklungen der Preisverleihungen können Sie hier im Livekommentar mitverfolgen.
Billie Eilish: »Niemand ist illegal auf gestohlenem Land«
Auch Musikerin Billie Eilish, 24, kritisierte auf der Grammy-Bühne die US-Einwanderungspolitik. »So dankbar ich auch bin, ich habe ehrlich gesagt nicht das Bedürfnis, etwas anderes zu sagen als: Niemand ist illegal auf gestohlenem Land«, sagte sie und erhielt dafür Jubel und Applaus aus dem Publikum.
»Es ist wirklich schwer zu wissen, was man jetzt sagen und tun soll«, fuhr die US-Amerikanerin fort. »Ich bin voller Hoffnung in diesem Raum und habe das Gefühl, dass wir einfach weiterkämpfen, unsere Stimme erheben und protestieren müssen. Unsere Stimmen sind wirklich wichtig, und die Menschen sind wichtig. ›Fuck ICE‹ ist alles, was ich sagen möchte.«
Eilish und ihr Bruder Finneas O'Connell sind mit »Wildflower« für den Song des Jahres ausgezeichnet worden. Präsentiert wurde die Kategorie von Musikerin Carole King. Sie trug auf der Bühne einen Button mit der Aufschrift »ICE Out«. Auch andere Gäste hatten einen solchen Button an ihre Kleidung geheftet, darunter die Musikerinnen Kehlani und Amy Allen.
Finneas O'Connell und Billie Eilish
Foto:Chris Pizzello / Invision / AP / dpa
Moderator der Preisverleihung war einmal mehr der südafrikanische Comedian Trevor Noah, 41. Auch er kritisierte die Politik von US-Präsident Donald Trump mehrfach. In den USA gebe es ein neues Trinkspiel, witzelte Noah bei der Gala in Los Angeles. »Jedes Mal, wenn man die Nachrichten anschaltet, trinkt man.« Zudem sei »Anxiety« (auf Deutsch etwa »Sorge«) – ein Song der Rapperin Doechii – nun die neue Nationalhymne des Landes.
Im Verlauf der Grammys legte Noah nach. »Wenn die Dinge hier weiter schlechter werden, kann ich dann zu dir nach Puerto Rico kommen und da leben?«, fragte er Bad Bunny. »Ich brauche einen Plan B.« Bad Bunny informierte ihn dann allerdings darüber, dass Puerto Rico zu den USA gehört.
Trevor Noah gehörte in die Reihe der großen Late-Night-Talker in den USA, machte auf eigenen Wunsch Schluss damit. Wie blickt er auf das Land unter Trump und was gefällt ihm so gut an Berlin und Dortmund? Antworten hier im Interview.

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