Amazon startet die ersten Internetsatelliten für Project Kuiper nächste Woche

vor 20 Stunden 1

Amazon wird nächste Woche Mittwoch die ersten 27 Satelliten für das Project Kuiper in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen. Es ist der Beginn eines Netzes aus mehr als 3200 Funkstationen für das Satelliteninternet des Konzerns, das es mit Starlink von Elon Musk aufnehmen soll. Beide Netze ermöglichen den Internetzugang per Satellitenschüssel auch in abgelegenen Regionen, die bislang weder verkabelt noch vom Mobilfunk abgedeckt sind.

Die ersten Prototypen seines Satelliteninternets hat Amazon bereits 2023 in den Orbit gebracht. Es war der erste Praxistest für Project Kuiper und nach Angaben des Konzerns wurden alle Tests erfolgreich absolviert. Der Aufbau der Megakonstellation sollte im ersten Halbjahr 2024 beginnen, sodass das Satelliteninternet gegen Ende des Jahres getestet werden sollte. Doch das hat sich um nun rund ein Jahr verzögert, denn erst am 9. April 2025 werden die ersten für die reguläre Internetversorgung geeigneten Satelliten starten.

Einen Grund für die Verspätung nennt Amazon bislang nicht, aber laut Bloomberg hatten die mit den Starts beauftragten Raketenhersteller technische Probleme. Zudem hatten Starts von Hardware für die nationale Sicherheit der USA eine höhere Priorität. Doch jetzt kündigte Amazon an, dass eine Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance (ULA) mit den Internetsatelliten am 9. April zwischen 12 und 15 Uhr Ortszeit vom Cape Canaveral in Florida starten wird (zwischen 18 und 21 Uhr deutscher Zeit). Der Start wird von der ULA live im Internet übertragen.

Die Mission mit der Bezeichnung "KA-01" (Kuiper Atlas 1) wird 27 gegenüber den ersten Prototypen in vielen Aspekten überarbeiteten Satelliten zunächst auf eine Höhe von 450 Kilometern über der Erde bringen, wo sie von der Rakete abgesetzt werden. Daraufhin werden sich die Satelliten durch eigene Antriebskraft selbst in den vorgesehenen Orbit in 630 Kilometer Höhe begeben, wo sie die Erde innerhalb von rund 90 Minuten umkreisen.

Amazon hat nach eigenen Angaben "die Leistung jedes Systems und Subsystems an Bord verbessert, einschließlich Phased-Array-Antennen, Prozessoren, Solaranlagen, Antriebssystemen und optischen Intersatellitenverbindungen". Zudem sind die Erdtrabanten mit einer speziellen Beschichtung versehen, die das reflektierte Sonnenlicht streut, sodass sie für Astronomen auf der Erde weniger deutlich sichtbar sein sollen.

Doch KA-01 ist nur der Anfang, denn laut Spacenews ist Amazon unter Zeitdruck. Die bereits 2020 erteilte Lizenz der US-Aufsichtsbehörden für den Betrieb von Satelliteninternet erfordert, dass das Satellitennetz bis Juli 2026 zur Hälfte ausgebaut ist. Der Rest muss demnach bis Juli 2029 im Orbit sein.

Wohl auch deswegen arbeitet Amazon für die geplanten 80 Starts mit verschiedenen Raketen- und Launch-Unternehmen zusammen. In den nächsten Jahren soll die ULA sieben weitere Atlas-V-Raketen für Project Kuiper starten und 38 weitere Starts mit den größeren Vulcan-Centaur-Raketen durchführen. Mehr als 30 zusätzliche Starts sind mit anderen Unternehmen vorgesehen, etwa Arianespace und Blue Origin. Sogar der Konkurrent hilft aus, denn auch SpaceX soll Amazons Kuiper-Satelliten ins All bringen.

(fds)

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