Affäre um Jeffrey Epstein: Britischer Ex-Botschafter in USA Peter Mandelson tritt aus Labour-Partei aus

vor 2 Tage 2

Epstein-Affäre Britischer Ex-Botschafter in USA tritt aus Labour-Partei aus

Seinen Job in der britischen Botschaft in Washington, D.C. ist er schon los. Nun scheidet Peter Mandelson auch bei Labour aus – um der Partei »Peinlichkeiten« zu ersparen. Hintergrund sind seine Verbindungen zu Jeffrey Epstein.

02.02.2026, 01.40 Uhr

Peter Mandelson (r.) mit Donald Trump (am 8. Mai 2025)

Peter Mandelson (r.) mit Donald Trump (am 8. Mai 2025)

Foto: Leah Millis / REUTERS

Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier.


War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback!

In der Affäre um den verurteilten amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat der britische Politiker und ehemalige Botschafter in den USA, Peter Mandelson, seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei gekündigt. Nach neuen Meldungen über seine Verbindung zu Epstein wolle er der britischen Regierungspartei »weitere Peinlichkeiten« ersparen, schrieb der Politiker laut einem Bericht der Nachrichtenagentur PA in einem Brief an die Partei.

Mandelson war bereits zuvor wegen seiner Verbindungen zu Epstein von seinem Botschafterposten in den USA abberufen worden (mehr zu dem Eklat hier ). Der Politiker war mit Epstein, der über Jahre einen Missbrauchsring betrieben hatte, auch nach Bekanntwerden der Vorwürfe verbunden geblieben. Im Zuge der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten im Fall Epstein durch das US-Justizministerium waren weitere Verstrickungen Mandelsons ans Licht gekommen. So soll britischen Medienberichten zufolge aus den Akten hervorgehen, dass Epstein in der Vergangenheit Geld an Mandelson überwiesen habe.

In seinem Brief schrieb Mandelson nun laut PA, er sei an diesem Wochenende erneut mit der Aufregung um Epstein in Verbindung gebracht worden, und »bedauere dies zutiefst«. »Die meiner Meinung nach falschen Behauptungen, er habe mir vor 20 Jahren Geld gezahlt, von denen ich keine Aufzeichnungen habe und an die ich mich nicht erinnern kann, müssen von mir untersucht werden«, hieß es demnach weiter. Daher trete er aus der Labour-Partei aus.

Peter Mandelson (l.) mit dem britischen Premier Keir Starmer (am 26. Februar 2025)

Peter Mandelson (l.) mit dem britischen Premier Keir Starmer (am 26. Februar 2025)

Foto: Carl Court / REUTERS

Dem US-Multimillionär Epstein, der offiziellen Angaben zufolge 2019 in Haft Suizid beging, wurde vorgeworfen, mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht zu haben. Epstein pflegte beste Kontakte in die High Society auf beiden Seiten des Atlantiks. In Großbritannien hat der Epstein-Skandal selbst den innersten Kreis des Königshauses getroffen.

Auch der Bruder von König Charles III., Andrew Mountbatten-Windsor, war einst mit Epstein befreundet. Wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal waren dem Ex-Prinzen zuletzt alle Titel, Ehren und Auszeichnungen entzogen worden (mehr hier).

US-Justiz betrachtet den Fall als erledigt

Für US-Präsident Donald Trump bleiben die Epstein-Akten ein Dauerproblem. Im Wahlkampf hatte er versprochen, in dem Fall für Transparenz zu sorgen. Davon kann allerdings keine Rede sein. Viele Teile der veröffentlichten Akten sind geschwärzt, manchen Seiten fehlen ganz. Zudem pflegte auch Trump selbst einst Kontakt zu Epstein. Die Frage ist daher, ob die US-Justiz den Präsidenten mit ihren Eingriffen in die Akten schützen wollte. Der Republikaner bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Trump hatte sich monatelang gegen die Freigabe der Dokumente gesperrt. Er bestreitet engere Beziehungen zu Epstein. Bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen das Gegenteil nahe. Ein persönliches Fehlverhalten konnte dem Präsidenten bisher nicht nachgewiesen werden.

Die US-Justiz will nach der Veröffentlichung von Millionen neuer Dokumente über Epstein offenbar keine weiteren Anklagen in dem Fall erheben. Die von der Staatsanwaltschaft zuvor ausgeführte Überprüfung sei zu dem Schluss gekommen, »dass es keine solchen Informationen« für mögliche Anklagen gebe, sagte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche am Sonntag im Sender CNN. »Diese Überprüfung ist abgeschlossen«, fügte Blanche im Sender ABC hinzu. Ihm zufolge wird nur noch eine kleine Anzahl von Dokumenten von einem Richter geprüft.

Elon Musk, Bill Gates, Howard Lutnick, Ex-Prinz Andrew – und immer wieder Trump: Die Epstein-Akten fördern bislang unbekannte Verbindungen zum Sexualstraftäter ans Licht. Manche Prominente dürfte das in Erklärungsnot bringen. Mehr dazu hier in der Analyse .

Gesamten Artikel lesen