A6 bei Nürnberg: Unbekannter soll Video von brennendem Unfallopfer veröffentlicht haben

vor 1 Tag 1

Die Polizei in Bayern ermittelt im Fall eines Gaffervideos. Bei einem tödlichen Unfall auf der Autobahn 6 nahe Nürnberg habe ein bislang Unbekannter die Rettung eines brennenden Verletzten gefilmt und auf sozialen Medien geteilt, berichten die Beamten . Wegen der Veröffentlichung »dieses geschmacklosen Videos« werde wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte und unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Die Polizei versuche, den Urheber des Videos zu identifizieren.

Bei dem Unfall Mitte Januar auf spiegelglatter Fahrbahn bei Feucht (Landkreis Nürnberger Land) war eine Person gestorben. Der 64 Jahre alte Schwerverletzte, der brennend aus dem Auto gerettet wurde, sei von den Ersthelfern gelöscht worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann sei in lebensgefährlichem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden.

»An Geschmacklosigkeit schon fast nicht zu übertreffen«

Wenige Tage nach dem Unfall hätten Nutzer die Beamten auf das Video aufmerksam gemacht. »Wir gehen davon aus, dass die Person, die das gefilmt hat, im Stau stand«, sagte der Polizeisprecher. »Das zu filmen, ist an Geschmacklosigkeit schon fast nicht zu übertreffen. Es dann noch online zu stellen, setzt dem Ganzen die Krone auf.«

Gaffer müssten bei einer Verurteilung je nach Straftatbestand mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe rechnen. Die Polizei rief dazu auf, stattdessen Hilfe zu leisten, wenn es möglich ist, oder den Unfallort so schnell zu verlassen, wie es verkehrsbedingt möglich ist. Ansonsten gelte es, Rettungskräften Platz zu machen und die Würde von Verletzten und deren Angehörigen zu respektieren.

Gesamten Artikel lesen