Den Deutschen mit ihrem ausgeprägten Sinn für Introspektion, also die genaue, nicht selten jammervolle Selbstbetrachtung, werden immer wieder Bücher geboten, die ihr Land, vor allem aber dessen Bewohner genauer untersuchen. Zwei aktuelle Werke gehen nicht soziologisch, aber auf eine ebenfalls vielfach bewährte Weise vor: indem Autorin und Autor sich als reisende Chronisten den Verhältnissen mitsamt den Menschen darin annähern. Das hat schon Heinrich Heine so gemacht; sehr, sehr viele Reporterinnen, Schriftsteller und weitere beruflich von Neugier Getriebene sind ihm gefolgt, nicht nur in Deutschland. Ein naheliegender Weg also, um herauszufinden, was die Leute denken, tun, hoffen, wonach sie sich sehnen – in einem Land, dessen Bürger sich eher reizbar und cholerisch als frohgestimmt-optimistisch in der vielfachen Zeitenwende zurechtzufinden versuchen.
Zwei Bücher über die deutsche „Seele“: Die Vermessung der Republik
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