Nur noch drei Monate bis zur EM - und Bundestrainer Christian Wück sucht immer noch seine Idealbesetzung. Die Spiele gegen Schottland sollen weitere Erkenntnisse bringen.

Auf der Suche nach der Idealbesetzung: Bundestrainer Christian Wück picture alliance / Eibner-Pressefoto
Die Vorgaben für das Spiel am Freitag (20.35 Uhr) in Dundee sind klar: "Wir wollen gewinnen und wollen uns über eine gute Leistung Selbstvertrauen holen", betont Christian Wück vor der Nations-League-Partie gegen Schottland. Das Rückspiel wird am Dienstag (17.45 Uhr) in Wolfsburg ausgetragen. Wichtig ist dem Bundestrainer auch, "dass die Art und Weise, wie wir auftreten, in die Richtung geht, wie wir uns das Ganze vorstellen". Bislang ist Wück nur bedingt zufrieden mit den Leistungen seiner Mannschaft, die er im Sommer vergangenen Jahres von Interims-Coach Horst Hrubesch übernommen hat.
Drei Siege, zwei Niederlagen, ein Remis - so lautet die Bilanz nach Wücks Amtsantritt. Zufrieden ist der 51-Jährige damit nicht. Auf einer Skala von 0 bis 10 sieht er seine Mannschaft aktuell bei "6,5 bis 7". Wück räumt ein, dass er die Aufgabe in Teilen unterschätzt habe. Er sagt: "Jeder Trainer hat seine eigene Handschrift, seine eigene Taktik. Unsere Hauptaufgabe beim DFB ist es, die verschiedenen Spielerinnen mit den verschiedenen Systemen auf dem Platz zu harmonisieren. Ich habe mir das ein bisschen einfacher vorgestellt." Die Zeit bis zur EURO im Juli läuft dem Bundestrainer davon.
Trotzdem sucht der DFB-Coach auf einigen Positionen immer noch die Idealbesetzung. Erst zwei oder drei Wochen vor dem Turnier will er sich auf (s)einen Kader festlegen. Wück möchte "das Fenster so lange wie möglich offen lassen, weil wir eben gemerkt haben, dass wir auf der einen oder anderen Position noch nicht zufrieden waren und sind. Aber das liegt in der Natur der Sache, wenn wir auf elf Positionen Spielerinnen besetzen müssen, dass wir nicht innerhalb von so kurzer Zeit zufrieden sind".
Trotz der Defizite sieht der Bundestrainer seine Mannschaft auf einem guten Weg: "Ich glaube, dass wir eine Entwicklung angestoßen haben mit der Art und Weise, wie wir Fußball interpretieren und spielen wollen, die bei den Spielerinnen sehr gut ankommt."
Zwei Spielerinnen droht eine Sperre
Für die beiden Spiele gegen Schottland hat Wück indes keine Optionen mehr in der bislang nicht immer sattelfesten Abwehrzentrale. Janina Minge vom VfL Wolfsburg und Sophia Kleinherne von Eintracht Frankfurt sind die letzten beiden Innenverteidigerinnen, die aktuell noch einsatzfähig sind. Kathrin Hendrich (VfL Wolfsburg) sowie Rebecca Knaak (Manchester City) sind verletzt und wurden nicht nominiert. Die angeschlagene Sara Doorsoun ist zumindest für Freitag keine Option.
Hinzu kommt, dass sowohl Kleinherne als auch Minge schon mit einer Gelben Karte in der Nations League vorbelastet sind und im Falle einer weiteren Verwarnung für eine Partie gesperrt wären. "Der Super-GAU wäre natürlich, wenn beide gleichzeitig ausfallen würden“, erzählt der Bundestrainer, dem im Notfall mit Sjoeke Nüsken (FC Chelsea) noch eine Mittelfeldspielerin für die Innenverteidigung zur Verfügung stünde.
Gunnar Meggers