Wück über Kett: Offensivspieler als Außenverteidiger "gang und gäbe"

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Bei der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Schottland sprachen Bundestrainer Christian Wück und Spielmacherin Linda Dallmann auch über Debütantin Franziska Kett.

 Franziska Kett.

Erstmals im Kreis der A-Nationalmannschaft dabei: Franziska Kett. IMAGO/Beautiful Sports

Weil Bundestrainer Christian Wück weiterhin nicht vollends von seinem Personal für die Abwehr-Viererkette überzeugt ist, probiert er einiges aus. So nominierte er überraschend Paulina Krumbiegel von Juventus Turin, zuletzt in der Nationalmannschaft länger außen vor, und Franziska Kett.

Mit einer Sprunggelenksverletzung hatte die 20-Jährige den Großteil der Saison mit dem FC Bayern verpasst, bestritt deswegen gerade einmal insgesamt 73 Bundesliga-Minuten, 72 Minuten im DFB-Pokal und neun im Supercup.

"Sie hat eine Dynamik, eine Athletik im Infight, die uns schon sehr beeindruckt hat" schilderte Wück die Gründe für Ketts Nominierung, als er am Donnerstag bei der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Spiel in Schottland (Freitag, 20.35 Uhr, LIVE! bei kicker) danach gefragt wurde. "Bei ihr war das Problem, dass sie körperlich von vielen Verletzungen immer wieder nach hinten geworfen wurde und es nicht auf längere Zeit zustandegebracht hat, auf dem Platz zu stehen."

Kett gewann 2023 die Fritz-Walter-Medaille in Gold

Das sei nun anders. Tatsächlich wird Kett, gelernte Offensivkraft, bei den Bayern derzeit meist für Linksverteidigerin Carolin Simon eingewechselt. "Ich setze einige Hoffnungen in sie, weil sie von der Art und Weise, wie sie Fußball interpretiert, definitiv in das Team passen wird."

Das klang nun nicht nach Experiment, sondern nach einer mittelfristig tragenderen Rolle für die Trägerin der Fritz-Walter-Medaille in Gold von 2023. Dass Kett von Haus aus eine Angreiferin ist, stellt für Wück laut eigener Aussage gar kein Problem dar.

"Ich war sehr lange in den Jugendteams beim DFB tätig", sagte er: "Und da war es gang und gäbe, dass man Offensivspieler auch auf den Außenverteidigerpositionen eingesetzt hat. Wir haben eine Art und Weise, Fußball zu spielen, bei der die Außenverteidiger eine sehr wichtige Rolle spielen."

Linda Dallmann kennt Kett aus der täglichen Arbeit im Verein. "Sie hat offensiv begonnen und ist dann ein Stück weit nach hinten gegangen", erinnert sich die Bayern-Spielmacherin, "weil ich glaube, dass sie eine unglaublich einzigartige Dynamik hat, die ich selten so gesehen habe, egal auf welcher Position." Dallmann stützte die Annahme, dass Ketts Umschulung eine gelungene Idee sein könnte.

In Dundee am Freitag dürfte dennoch aller Voraussicht nach Sarai Linder vom VfL Wolfsburg wie gewohnt links hinten beginnen. Gut möglich allerdings, dass Kett im Laufe der Partie schon zu ihrem Debüt kommt.

Paul Bartmuß

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