Der Kurznachrichtendienst Threads von Meta wird auf Mobilgeräten inzwischen offenbar deutlich häufiger aufgerufen als das große Vorbild X. Das berichtet TechCrunch unter Berufung auf einen Bericht des Analyseunternehmens Similarweb. Demnach hatte Threads Anfang Januar im Schnitt 141,5 Millionen täglich aktive Nutzer und Nutzerinnen auf iOS und Android, X sei nur auf 125 Millionen gekommen. Der Skandal um die sexualisierten Deepfakes auf X hatte demnach augenscheinlich nicht damit zu tun, stattdessen legen die Zahlen nahe, dass es sich um einen langfristigen Trend handelt. Ganz im Gegenteil hat die Nutzung von Threads demnach zuletzt sogar leicht nachgelassen, während sie bei X stabil scheint. Zugenommen hat die Aktivität derweil erneut auf Bluesky.
Trotz stärkerer Nutzung keine spürbare gesellschaftliche Relevanz
Laut TechCrunch hat die Analyse aber auch ergeben, dass Threads zwar auf Mobilgeräten seit einer Weile die Nase vorn hat, im Web ist der Abstand aber noch immens: Wenn es um Besuche auf den jeweiligen Internetseiten geht, kommt X demnach seit Monaten stabil auf etwa 150 Millionen pro Tag, bei Threads sind es lediglich 8,5 Millionen. Diese Zahlen passen auch eher zur weiteren gesellschaftlichen Relevanz, denn X und die dort aktiven Nutzer und Nutzerinnen können weiterhin Debatten anstoßen und darauf bauen, dass das etwa in klassischen Medien aufgenommen wird. Threads hat keinen annähernd vergleichbaren Einfluss und selbst das deutlich kleinere Bluesky scheint hier relevanter zu sein.
Dass Threads auf Mobilgeräten aufholt und X überholen könnte, hat sich schon im Sommer angekündigt. An der Dynamik hat sich also nichts geändert. Der Kurznachrichtendienst von Meta ist nur eine von mehreren Alternativen zum einstigen Platzhirsch, die davon profitieren wollen, dass viele besonders aktive Nutzer und Nutzerinnen Elon Musks Plattform verlassen haben. Bluesky ist eine weitere, dort haben sich inzwischen fast 42 Millionen Menschen angemeldet. Nachdem der Dienst infolge des Wahlerfolgs von Donald Trump und seiner Amtsübernahme seine bislang größte Aktivität erreicht hat, ist es in den Monaten danach etwas ruhiger geworden. Etwa zu Weihnachten hat die Nutzung aber wieder angezogen, zeigen die öffentlich einsehbaren Zahlen. Deutlich dahinter liegt Mastodon.
(mho)












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