Werner rechnet vor, erkennt die Heimschwäche und muss sich entscheiden

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Eine "große Aufgabe" wartet auf Werder Bremen und Trainer Ole Werner - das Heimspiel unter Flutlicht im Weserstadion gegen Eintracht Frankfurt. Und für den Coach speziell die Qual der Wahl im Angriff.

 Werder-Coach Ole Werner.

Legt den Fokus auf Frankfurt und mehr Heimstärke: Werder-Coach Ole Werner. IMAGO/Ole Jacobsen

Mit dem überzeugenden 3:0 bei Aufsteiger Holstein Kiel hat Werder Bremen einen klaren Schritt raus aus der jüngsten Krise gemacht und nun schon zwei Siege aus drei Spielen geholt. Fortsetzen soll sich der Trend nun mit einem Heimsieg am Samstagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Eintracht Frankfurt - gegen die "starke" SGE, wie Ole Werner feststellte.

Auf der Spieltagspressekonferenz am Donnerstag gab der SVW-Coach neben den möglichen Ausfällen Milos Veljkovic (Wade) und Anthony Jung (Adduktoren) zu Protokoll: "Wir hatten eine gute Trainingswoche, ein Sieg mit einer solch überzeugenden Leistung sorgt natürlich auch für gute Stimmung. Wir haben in Kiel sehr, sehr viel dafür getan, dass es so ausgesehen hat, wie es ausgesehen hat. Jetzt kommt aber ein anderes Kaliber auf uns zu."

Warum? "Eintracht Frankfurt hat deutlich mehr individuelle Qualität und steht zurecht dort, wo sie stehen (Champions-League-Rang 3; Anm. d. Red.). Sie sind sehr variabel im Ballbesitz, 4-2-3-1 in der Grundordnung - sie haben aber auch andere Muster, in die sie schieben. Das macht es nicht leicht, darauf zu reagieren. Das ist eine richtige Aufgabe gegen Frankfurt. Eine große Aufgabe."

Geht noch was Richtung Europa?

Genauso wie der Rest der grün-weißen Rückrunde eine Aufgabe darstellt - eine, die Werner mit möglichst vielen Punkten lösen will. "Wir haben insgesamt ein Programm vor uns, wo wir in der Hinrunde viele Punkte geholt haben", so der Trainer über noch kommende und bereits besiegte Gegner wie Bochum, St. Pauli, Union. "Das wollen wir wiederholen."

Ob es dann mit einer weiteren Serie doch noch fürs internationale Geschäft reichen kann? Ausschließen wollte das Werner nicht, sprach aber lieber vom ersten noch nicht erreichten Saisonziel - den 40 Punkten. Wenn die noch fehlenden vier Zähler eingefahren sind, dann könne man weitersehen. Und überhaupt: "Wir haben so viele Punkte wie noch nie zu diesem Zeitpunkt seit dem Aufstieg (2022; Anm. d. Red.)."

Heimschwäche klar ersichtlich

Dass aber noch mehr gelingt, dazu braucht es auch bessere Resultate im eigenen Stadion. Hier rangieren die Norddeutschen mit erst drei Dreiern vor heimischer Kulisse auf Rang 14 - schwächer sind nur St. Pauli, Bochum, Kiel und Heidenheim. Diesen Umstand habe auch Werner erkannt, der meinte: "Es ist der Anspruch da, daheim mehr zeigen zu wollen - vielleicht ist das aber auch ein Grund dafür, warum der ein oder andere da etwas mehr gehemmt ist."

Sein Lösungsansatz: "Wir müssen zuhause mit dem unbedingten Siegeswillen gepaart mit der gleichen Lockerheit wie auswärts auflaufen." Es kommen aus seiner Sicht außerdem noch einige Heimspiele gegen Gegner, "gegen die wir die Heimbilanz aufbessern können - wenn wir gegen sie so punkten wie in der Hinrunde".

Wer stürmt?

Für viele Punkte braucht es auf jeden Fall auch Tore und Spieler, die diese erzielen. Dafür stehen Werder-Coach Werner zahlreiche Kräfte zur Verfügung - Spieler wie Marvin Ducksch, André Silva oder Oliver Burke.

André Silva

Darf sich André Silva gegen seinen Ex-Klub Frankfurt (2019 bis 2021) zeigen? IMAGO/Claus Bergmann

"Wir haben sechs Spieler, die alle den Anspruch haben, bei uns auf der Sturmposition zu spielen", legte der Trainer dazu offen. "Das ist insofern schwierig, weil natürlich Unzufriedenheit bei den Spielern entsteht, wenn sie dann nicht spielen und wie Silva zuletzt komplett ohne Einsatzminute bleiben. Das ist auch völlig normal", so Werner weiter. "Der einzige Weg als Trainer ist dann, das mit Leistung zu begründen ... Welcher Spieler hat was zuletzt angeboten? Wer hat was im Training angeboten? Ich kann es aber nicht jedem recht machen, das weiß ich - und das ist das, womit man als Trainer immer klarkommen muss."

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