Werner Enke gestorben: Er bat das „Schätzchen“ zur Sache

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Natürlich kam „Zur Sache, Schätzchen“, der Film, der die Regisseurin May Spils und ihren 1941 geborenen Hauptdarsteller Werner Enke schlagartig berühmt machte, nicht aus dem Nichts. Bei seiner Premiere 1968 konnte das Publikum mühelos den Zeitgeist erkennen, der Autoritäten verspottete, die Vorstellung von geregelten Arbeitsverhältnissen gleich mit, zugleich den Traum von einem Leben, das radikal mit allem Vorgefundenen bricht und im Sommer von Schwabing möglich scheint – für kurze Zeit, für länger.

Um die Zeit geht es dabei, um Lebenszeit, die leise versickert, und das verleiht dem Werk bei aller Leichtigkeit eine spürbare Melancholie. Denn während der Film, für den der Hauptdarsteller Werner Enke auch das Drehbuch schrieb, das seine Lebensgefährtin May Spils brillant umsetzte, den Augenblick feiert, eine Existenz, die sich im Moment erlebt, tickt für den Protagonisten die Uhr: Er steht kurz vor seinem 25. Geburtstag und erlebt diese Perspektive als verstörend.

Der Schuss aus der Dienstwaffe

Entgegen setzt er ihr jene Sprüche, die dem Werk einen bis heute erstaunlich haltbaren Charme verleihen: Er könne es nicht haben, wenn sich die Dinge schon am frühen Morgen „so dynamisch entwickeln“, knurrt er, als Ansprüche auf Aktivität an ihn herangetragen werden, „das wird böse enden“, wenn an die Stelle des Gewohnten das Überraschende tritt, und dass seine Leidenschaft sehr viel mehr den selbst gefertigten Daumenkinos gilt als den hingeworfenen Schlagertexten, mit denen er sein Geld verdient, spricht sehr für ihn.

Auf Protestmärschen trifft man so jemanden nicht an, auch nicht 1968, aber Revolution macht er natürlich trotzdem, in der Entschlossenheit seines Lebens. Dass er in einer ersten Fassung des Drehbuchs durch den Schuss aus einer Polizeiwaffe getötet werden sollte, unterstreicht diese Opposition zur Nachkriegsgesellschaft noch.

„Zur Sache, Schätzchen“ wurde vielfach ausgezeichnet. Leider wurden die Filme, die Spils und Enke in seiner Nachfolge drehten, immer uninspirierter. Jetzt ist Werner Enke, der später auch als Maler wirkte, im Alter von 85 Jahren in München gestorben.

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