Unsere Bildauswahl aus der c't-Foto-Community weckt Erinnerungen an die Achtzigerjahre, als Memory-Spiele mit ihren bunten Fotomotiven reihenweise Familien begeisterten. Auch diese Woche ist unsere Auswahl wieder abwechslungsreich. Sie reicht von monumentalen Bauten wie dem Kölner Dom über bunte Vogelmotive hin zu gerichteten Linien im Inneren eines Bahnhofs.
Die Mischung der Motive und Farben lässt den Blick in die Galerie wie eine Reise durch unterschiedliche Lebenswelten wirken. Viel Freude also beim Stöbern durch die von Menschen geschaffenen Motive und die Naturmotive unserer Fotografen!
Durch's Fenster gesehen von katzefudder
Durch's Fenster gesehen
(Bild: katzefudder)
Der Kölner Dom erscheint hier nicht als klassische Architekturaufnahme, sondern als sorgfältig inszenierter Blick durch ein Fenster, das hier eine natürliche Rahmung bildet und den Blick auf die beiden Türme lenkt. Die leicht aufsteigende Perspektive betont die Vertikalität der gotischen Architektur und verstärkt ihre monumentale Wirkung. Unscharfe Pflanzen im Vordergrund schaffen eine zusätzliche Bildebene und erzeugen räumliche Tiefe. Durch die Schwarz-Weiß-Umsetzung werden Licht, Kontrast und Struktur in den Vordergrund gerückt.
Jump scare von Zika
Jump scare
(Bild: Zika)
Eine Kolibridame schwebt vor einer Blüte, als sich ihr eine Wespe nähert. Der entscheidende Moment ergibt sich aus dem Abstand zwischen den Tieren und ihrer Ausrichtung zueinander. So baut die Komposition sichtbar Spannung auf. Die leicht verwischten Flügel vermitteln die enorme Geschwindigkeit des Flugs, während Kopf und Körper scharf bleiben. Die schräg verlaufenden Blütenstängel führen den Blick durch das Bild, und der weiche Hintergrund hebt beide Motive klar hervor.
Weiße Wolke von metapix
Weisse Wolke
(Bild: metapix)
Eine einzelne helle Wolke steigt hinter einer dunklen Baumreihe auf und wird zum unangefochtenen Mittelpunkt dieser Schwarz-Weiß-Aufnahme. Die Komposition arbeitet mit einer bewusst reduzierten Bildsprache: Der nahezu schwarze Himmel schafft viel Negativraum und lenkt den Blick direkt auf die leuchtende Wolkenform. Die Bäume rahmen das Motiv von beiden Seiten, wodurch die Szene Tiefe erhält, ohne dass die Aufmerksamkeit von der Wolke abgelenkt wird. Durch den starken Tonwertkontrast zwischen Himmel, Vegetation und Wolke entsteht eine grafische Wirkung, die fast abstrakt erscheint.
Die reine Pracht von DiWe
Die reine Pracht
(Bild: DiWe)
Mehr Bühne geht kaum: Dieser Pfau im Prager Zoo hat sein Federkleid weit geöffnet und steht mitten in seinem eigenen Farbenfeuerwerk. Blau, Grün, Gold und Türkis leuchten um die Wette, und es scheint, als würden die einzelnen Federaugen mitgucken. Die frontale Perspektive macht den Vogel zum Star, während sein leuchtend blauer Körper den Mittelpunkt bildet und die langen Federn wie ein Fächer nach außen strahlen. Das Bild wirkt wie eine Grafik oder ein gemaltes Muster.
Rips von Dyba
Rips
(Bild: Rips)
Dieses Gespräch und weitere Interviews mit Persönlichkeiten aus der Fotowelt hören Sie in unserem Foto-Podcast Click Boom Flash. Jeden zweiten Sonntag neu und auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
Unter den Gleisen des Bahnhofs Liège-Guillemins zieht eine zentrale Rolltreppe den Blick tief in den Raum. Die strenge Symmetrie der Architektur ordnet Pfeiler, Brüstungen und die wiederholten Betonrippen des Gewölbes auf einen Fluchtpunkt zu. Diese Linienführung erzeugt eine starke Tiefenwirkung und lässt den Durchgang fast endlos erscheinen. Das Bild lebt vom Kontrast zwischen den schweren, hell gezeichneten Betonflächen und den dunklen Stufen der Rolltreppen. Auf diese Weise wird der Bahnhof nicht nur zum Durchgangsort, sondern zur monumentalen Studie über Rhythmus, Material und Bewegung.
Trabaccoli – Gilbert Photography von forms
Trabaccoli - Gilbert Photography
(Bild: forms)
Vertikale Bewegungsunschärfe verwandelt den historischen Kanalhafen von Cesenatico in eine nahezu abstrakte Komposition. Die Trabaccoli, die traditionellen zweimastigen Fischerboote der Adria, bilden den scharf fokussierten Kern des Bildes. Masten, Segel und Spiegelungen zerfließen dagegen in langen vertikalen Streifen nach oben und unten. Die bewusste Kamerabewegung während der Belichtung erzeugt eine Spannung zwischen dokumentarischer Schärfe im Zentrum und malerischer Auflösung an den Rändern. Die warmen Gold- und Ockertöne der Segel kontrastieren wirkungsvoll mit dem kühlen Blaugrau von Himmel und Wasser und setzen so einen klaren Farbakzent.
When the Night Exhales von ShE 1981
When the Night Exhales
(Bild: ShE 1981)
Was passiert, wenn ein heißer Sommertag endlich loslässt? Die Nacht antwortet mit einem Blitz, der den Himmel wie ein Ausrufezeichen aufreißt. Violette Wolken, ein rosa Schimmer und ein Garten, der plötzlich wie eine Theaterbühne aussieht – dramatischer geht es in der Wetterfotografie kaum. Die Fotografin hat genau diesen Moment erwischt, in dem sich die Spannung entlädt – zwischen Baumkrone und Hausdach. Ein Foto, bei dem man den Donner fast hören kann.
(vat)











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