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Benjamin Schulz
Nachrichtenressort

Leseempfehlung: Wie reagiert Europa auf Trumps Drohungen?
Wegen Trumps Drohungen zu Grönland droht in Davos ein Showdown mit den Europäern. Einige von ihnen sind offenbar gewillt, das Appeasement gegenüber Trump zu beenden und mehr Härte zu zeigen, etwa in der Handelspolitik. Welche Positionen einzelne Staaten in der Frage vertreten, haben meine Kollegen Francesco Collini, Christoph Giesen, Leo Klimm, Timo Lehmann, Steffen Lüdke, Jan Petter und Jan Puhl zusammengetragen. Den Überblick finden Sie hier.
Florian Pütz
Nachrichtenressort

EU-Parlament bremst Mercosur-Abkommen aus
Diese Nachricht könnte die Stimmung in Davos beeinflussen: Das Europäische Parlament hat den Europäischen Gerichtshof beauftragt, die Rechtmäßigkeit des EU-Mercosur-Handelsabkommens zu überprüfen. Die Gegner des Abkommens setzten sich in einer Abstimmung in Straßburg mit knapper Mehrheit von 334 zu 324 Gegenstimmen durch. Dies könnte das Inkrafttreten des Abkommens zwischen Europa und und Lateinamerika für längere Zeit verzögern. Das Mercosur-Abkommen soll eigentlich eine der weltweit größten Freihandelszonen schaffen, auch um die wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA zu verringern. Mehr dazu lesen Sie hier.
Janita Hämäläinen
Crossmedia
»Bruch in der Weltordnung«
Wie geht man mit Donald Trump um? Kanadas Premier Mark Carney gab gestern quasi schon den Ton an: Er lieferte eine kritische Abrechnung mit der Einschüchterungspolitik des US-Präsidenten, ohne ihn beim Namen zu nennen. Seine Klartext-Rede könnte als Weckruf an die europäischen Regierungschefs dienen. Ausschnitte im Video.
Tim Bartz
Wirtschaftsressort, derzeit Davos
Der brave Scott Bessent kann auch anders
Schon vor Trumps großem Auftritt dominierten Amerikaner am Mittwoch das Weltwirtschaftsforum. Am frühen Morgen lud Finanzminister Scott Bessent zu einem Presse-Briefing im USA House, in dem er auch nach Gavin Newsom gefragt wurde. Der Gouverneur von Kalifornien hat sich zum prominentesten Trump-Gegner der ansonsten recht handzahmen Demokraten aufgeschwungen und flutet seit Monaten das Netz mit selbst gedrehten Videos, Trump-artigen Posts und sonstigen Bekundungen. Folgerichtig also, dass Bessent nicht zu den größten Fans des smarten Westküstenpolitikers gehört.
»Gavin Newsom ist der einzige Kalifornier, der noch weniger von Wirtschaft versteht als Kamala Harris«, trompetete Bessent, der immer so hölzern wirkt, als sei er entfernt mit Pinocchio verwandt. »Die Menschen in Kalifornien werden nicht vergessen, dass er für 1000 Dollar essen ging, während der Rest des Landes im Lockdown saß, und Leute verhaften ließ, nur weil sie sonntags in die Kirche gegangen sind.« Bessent, so viel ist klar, hält sich in jeder Lage streng an die Kommunikationsregeln des MAGA-Lagers.
Florian Pütz
Nachrichtenressort

Witkoff will mit Putin über Frieden sprechen
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff traf sich am Dienstagabend in Davos mit russischen Vertretern, um über bilaterale Beziehungen und eine Friedensregelung für die Ukraine zu sprechen. Nun reist er weiter nach Moskau, um dort den russischen Machthaber Wladimir Putin zu treffen. Die Zusammenkunft stehe »für morgen auf dem Terminkalender des Präsidenten«, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow der russischen Nachrichtenagentur Tass. Witkoff hatte zuvor der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt, er wolle zusammen mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, nach Moskau reisen. »Wir planen, über Frieden, die Ukraine und Russland zu sprechen«, sagte Witkoff.
Alexander Preker
Wirtschaftsressort
Nato-Chef Rutte: Ukraine ist wichtiger als Grönland
In der Debatte über die Sicherheit Europas machte Nato-Chef Mark Rutte klar, wo geopolitisch die Prioritäten liegen sollten. Ja, die Grönland-Frage sei wichtig und müsse gelöst werden, sagte er. Allerdings sei »Grönland für uns nicht das wichtigste Thema – das ist die Ukraine«, so Rutte. »Während wir sprechen, treffen russische Drohnen und Raketen die Energieinfrastruktur in der Ukraine und in Kiew ist es aktuell minus 20 Grad kalt.« Die Frage der Sicherheit der Ukraine »sollte an erster Stelle stehen«, sagte Rutte, das sei entscheidend für die Sicherheit in Europa – und in den USA.
Benjamin Schulz
Nachrichtenressort

Botschaft im Himmel: »Keine Könige«
Vor Trumps Besuch gab es am Himmel über Davos eine Botschaft, die auf den US-Präsidenten abzielte: In Leuchtbuchstaben war dort »No kings« zu lesen, »Keine Könige«. Unter diesem Motto gab es im vergangenen Jahr in den USA Großdemontrationen gegen Trump. Die Worte zielen darauf ab, dass sich Trump wie jemand aufführt, der am liebsten ohne lästige Gewaltenteilung und demokratische Kontrolle herrschen würde. Und dass es Leute gibt, die sich dagegen wehren.
Benjamin Schulz
Nachrichtenressort

Von der Leyen: »Ein Deal ist ein Deal«
Bereits am gestrigen Dienstag hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Davos Trumps Machtansprüche auf Grönland zurückgewiesen und einen schärferen Ton angeschlagen. In ihrer Rede warnte von der Leyen Trump davor, die transatlantischen Beziehungen wegen Grönland in eine Abwärtsspirale zu stürzen. Die von Trump angekündigten Zusatzzölle gegen europäische Alliierte seien ein Fehler. Die EU werde deswegen entschlossen, aber mit Augenmaß reagieren.
»In der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal«, bemühte sie eine von Trumps Lieblingsvokabeln. »Wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten.« Fragt sich nur, ob Trump die EU-Staaten als Freunde sieht. Seine Äußerungen in jüngster Zeit lassen daran erheblich zweifeln.
Florian Pütz
Nachrichtenressort

Treffen zwischen Merz und Trump fällt wohl aus
Eigentlich hatte Bundeskanzler Friedrich Merz gehofft, US-Präsident Donald Trump in Davos zu einem Vier-Augen-Gespräch zu treffen. Das kommt aber wohl nicht zustande. Grund dafür sei die »verspätete Ankunft des US-Präsidenten«, berichten übereinstimmend mehrere Nachrichtenagenturen.
Florian Pütz
Nachrichtenressort

Trumps Rede könnte sich leicht verzögern
Die Reise nach Davos begann für US-Präsident Trump mit einer schlechten Nachricht: Seine »Air Force One« musste auf dem Weg wegen technischer Probleme umdrehen, Trump stieg dann in eine Ersatzmaschine. Seine Ankunft in der Schweiz verzögerte sich also um mehrere Stunden. Aus Davos heißt es allerdings, der Termin für Trumps Rede – geplant für 14.30 Uhr – werde sich nur geringfügig verschieben. Wir werden sehen.
Benjamin Schulz
Nachrichtenressort

Trump in Zürich gelandet
Air Force One ist wieder am Boden: Die Maschine des US-Präsidenten ist in Zürich gelandet. Nun muss Trump noch knapp 150 Kilometer nach Davos. Wegen technischer Probleme hat Trump Verspätung.
Benjamin Schulz
Nachrichtenressort

Leseempfehlung: Buckeln in den Bergen
Auch als er noch nicht angereist war, war Donald Trump die beherrschende Figur in Davos. Mein Kollege David Böcking berichtet, wie sich die Veranstalter sich beim Programm nach den Vorlieben des US-Präsidenten richten. Ihre große Sorge ist, den Stargast zu verprellen. Unter anderem soll zugesagt worden sein, dass vermeintlich »woke« Inhalte keine große Rolle spielen werden. Lesen Sie hier den ganzen Text.
Benjamin Schulz
Nachrichtenressort

Was steht heute auf dem Programm?
Wie jeden Tag beim Weltwirtschaftsforum gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Panels und Reden. Eine kleine Auswahl: Um 9 Uhr ist etwa Ex-Außenministerin Annalena Baerbock bei einer Diskussion zum Thema internationale Zusammenarbeit und Vertrauen. Umweltminister Carsten Schneider ist bei Diskussion zur Frage dabei, wie Klimaschutz trotz widriger Umstände gelingen kann. Und Schauspieler Matt Damon diskutiert die Bedeutung von Wasser für globale Stabilität.
All diese Termine dürften aber weit weniger Beachtung finden als Trumps Auftritt. Seine Rede ist für 14.30 Uhr vorgesehen und soll 45 Minuten dauern. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass sich Trump weder an Zeitpläne noch an Redezeiten allzu eng gebunden fühlt. Um 16 Uhr ist zudem eine Rede von Argentiniens Präsident Javier Milei vorgesehen. Bundeskanzler Friedrich Merz soll erst am Donnerstag sprechen.
Das vollständige Programm des Weltwirtschaftsgipfels finden Sie hier.
Benjamin Schulz
Nachrichtenressort

Herzlich willkommen bei SPIEGEL-Newsblog zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Heute steht dort der wohl mit der größten Spannung erwartete Auftritt an: US-Präsident Donald Trump hält eine Rede. Vor dem Hintergrund des Zollstreits mit der Europäischen Union, Trumps »Friedensrat«-Vorstoß und seiner Ambitionen, die Macht über Grönland an sich zu reißen, dürfte die Rede besondere Beachtung finden. Wir halten Sie hier in den kommenden Stunden über den Auftritt und die Reaktionen darauf auf dem Laufenden.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version stand in der Überschrift zu diesem Blog, Trump sei in Davos gelandet. Zu dem Zeitpunkt war er erst in Zürich gelandet und auf dem Weg zum Tagungsort. Wir haben dies korrigiert.

vor 2 Stunden
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