Heike Geißler: Das Gegenteil der Verzweiflung ist eine gute Überraschung

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Sätze wie dieser sind eine Spezialität der Schriftstellerin Heike Geißler. Viele kennen ihre Texte – hier erzählt sie von ihrem Leben.

Aus der ZEIT Nr. 03/2026 Aktualisiert am 18. Januar 2026, 16:46 Uhr

 Heike Geißler, hier links vorübergehend als Bärin, beim Treffen in Leipzig (rechts)
Hand in Hand mit Clara Zetkin: Heike Geißler, hier links vorübergehend als Bärin, beim Treffen in Leipzig (rechts) © Carolin Würfel für DIE ZEIT (links); Heike Steinweg/​Laif (rechts)

Der deutsche Winter ist kalt und grau. Der deutsche Winter ist aber auch: Karnevalssession. Mit Masken, Kostümen aus dem Status quo ausbrechen und den Konventionen trotzen. Seit November ziehen Einhörner und Prinzessinnen durch Städte wie Köln. Und ich ziehe an einem kühlen Dienstagvormittag durch Leipzig, stehe kurz nach elf im Rotorbooks, einem Buchladen im Zentrum, und warte auf Heike Geißler. Kein Funkenmariechen, keine Konfettiwolke – stattdessen eine Schriftstellerin, die im vergangenen Jahr die präzisesten Texte über unser zermürbtes Dasein veröffentlicht hat: Arbeiten, als Bestandsaufnahme einer unerbittlichen Arbeitswelt, und Verzweiflungen. Tatsächlich handelt der Essay genau davon, Geißlers Verzweiflung über die Welt. Es geht aber auch um Kostüme, eine Verkleidungskiste bei ihr daheim, auch den Wunsch, manchmal eine andere zu sein. Und weil es eine seltsame Ironie hat, Heike Geißler gerade in dieser sogenannten fünften Jahreszeit zu treffen, habe ich sie vorab gebeten, ein Lieblingsstück aus der Kiste mitzubringen. Ihre Antwort war knapp: "ich schau mal (...) kann sein, dass die kostüme zu zerknittert etc. sind".

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