Wahlkampf in Großbritannien: Labour wählen? »Jetzt nicht mehr! Nie wieder!«

vor 2 Tage 2

»Könnte sein!«, antwortet Terry, ein Rentner mit kurzen weißen Haaren und einem etwas ausgewaschenen Kapuzenpulli, auf die Frage, ob er und die anderen Wahlkämpfer hier Geschichte schreiben. »Wir könnten schließlich den nächsten Premierminister ins Amt bringen.«

Könnte aber auch sein, dass die regierende britische Labour-Partei hier im nordenglischen Makerfield gerade ihre letzte Karte spielt, oder?

»Das ist das Ding«, nickt Terry, ein lebenslanges Parteimitglied. »Wir müssen beweisen, dass wir noch was zählen.« Aus seiner Sicht wäre dafür ein anderer als der amtierende britische Regierungschef Keir Starmer der bessere Mann: Andy Burnham, Bürgermeister des benachbarten Manchester. Burnhams Gesicht, stilisiert als South-Park-artiges Comic-Konterfei, prangt von den Flugblättern, die Terry und seine Mitstreiter hier in der Kleinstadt verteilen. Ein Arbeiterklub am Rande eines Wohngebiets in Makerfield dient Labour als Kampagnenhauptquartier für ihr womöglich letztes Gefecht als Volkspartei. »Vote Andy – For us«, steht auf einem knallroten Banner neben dem Eingang. Wie zur Antwort hat in Sichtweite gegenüber jemand das türkisfarbene Logo der Konkurrenz im Vorgarten aufgestellt: »Reform UK«, der Partei des Ex-Brexit-Anführers Nigel Farage.

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