Beide Seiten konnten ihre Differenzen nicht überwinden. Der Iran kritisierte "unzumutbare Forderungen" der USA. JD Vance nannte das Atomprogramm als Hauptproblem.
12. April 2026, 5:20 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, AFP, jj
Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind in der Nacht ohne Einigung geendet. Die Delegation kehre in die USA zurück, sagte US-Vizepräsident JD Vance nach mehr als 20-stündigen Gesprächen mit Vertretern des Irans in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.
"Die schlechte Nachricht ist, dass wir keine Einigung erzielt haben, und ich denke, das ist für den Iran eine viel schlechtere Nachricht als für die USA", sagte Vance auf einer Pressekonferenz. Die Führung in Teheran habe die US-Bedingungen nicht akzeptiert, zu denen der Verzicht auf den Bau von Atomwaffen gehöre.
Der Iran warf den USA vor, die Gespräche mit "unzumutbaren Forderungen" zum Scheitern gebracht zu haben. Auch die Öffnung der seit Wochen vom Iran blockierten Straße von Hormus war nach Angaben iranischer Staatsmedien ein Hauptstreitpunkt.
Die iranische Seite hätte sich entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren, sagte Vance. "Wir haben sehr deutlich gemacht, wo unsere roten Linien liegen." Die US-Delegation hätte auch gesagt, in welchen Punkten sie bereit sei, dem Iran entgegenzukommen. Es sei aber nicht ersichtlich gewesen, dass sich der Iran grundlegend dazu verpflichten wolle, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln, sagte Vance. "Wir hoffen, dass wir es noch sehen werden."
Die US-Delegation lasse einen Vorschlag für den Iran zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle, sagte Vance weiter. Während der Verhandlungen habe er mehrfach mit US-Präsident Donald Trump telefoniert, sagte der US-Vizepräsident. Kurz nach der Presseerklärung reiste Vance dann mit der US-Regierungsmaschine Air Force Two aus Pakistan ab.
Iran meldete "intensive Verhandlungen"
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai zufolge sprachen die Unterhändler über das iranische Atomprogramm und die Straße von Hormus, außerdem über Kriegsreparationen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges in der Region. Bis tief in die Nacht hinein hätten "intensive Verhandlungen" stattgefunden. Dabei seien "zahlreiche Nachrichten und Texte" zwischen den beiden Seiten ausgetauscht worden, schrieb Baghai in den frühen Morgenstunden auf X.
Zunächst hatte es von iranischer Seite geheißen, es werde am Sonntag weiter verhandelt. Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hänge aber "von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab, von überzogenen und unzulässigen Forderungen abzusehen und die legitimen Rechte und Interessen des Irans anzuerkennen", schrieb Baghai weiter.
Iranische Medien berichten über große Differenzen
Iranische Medien hatten zuvor über große Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA berichtet. Die Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars schrieben von "überzogenen Forderungen" der US-Seite, wobei die Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt genannt wurde. Das habe den Fortschritt der Verhandlungen aus iranischer Sicht behindert.
Es waren die ranghöchsten Gespräche zwischen den USA und dem Iran seit der Islamischen Revolution von 1979 und die ersten offiziellen direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten seit 2015. Damals war das internationale Atomabkommen geschlossen worden, das verhindern sollte, dass der Iran eine Atombombe entwickelt. Die USA stiegen jedoch 2018 während Trumps erster Amtszeit aus dem Abkommen aus, und der Iran sah sich nicht mehr an dessen Auflagen gebunden.
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