Verbraucherzentralen für Kaufanreize für günstige E-Autos

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Die Verbraucherzentralen fordern eine stärkere Ausrichtung der staatlichen Kaufanreize für Elektroautos auf günstigere Wagen. Die Vorständin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte der dpa, damit E-Mobilität für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen erschwinglich werde, sollte die Förderung an den Fahrzeugpreis gekoppelt werden. „Das würde günstigere und effizientere Modelle stärken und langfristig für mehr bezahlbare E-Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt sorgen“, argumentiert sie. Ein Zuschuss sollte laut Verband nur bis zu einem bestimmten Listenpreis gezahlt werden.

Pop kritisierte mit Blick auf die bestehende Regelung, mit Einkommensgrenzen von bis zu 90.000 Euro würden auch Haushalte gefördert, die für den Kauf eines E-Autos nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Ein im Mai gestartetes Programm der Bundesregierung fördert Kauf und Leasing von E-Autos und bestimmten Plug-in-Hybriden. Voraussetzung ist eine Neuzulassung seit 1. Januar 2026. Die Höhe des Zuschusses hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bis zu 6000 Euro ausmachen. Die Grenze für Förderungen liegt bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 80.000 Euro, bei größeren Familien bei 90.000 Euro.

Anfang August waren schon mehr als 100.000 Anträge eingegangen – drei Viertel davon aus Haushalten mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 60.000 Euro. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hält nach dem Ende des laufenden Programms weitere staatliche Kaufanreize für E-Autos für nicht erforderlich – E-Autos seien mittlerweile gut genug entwickelt, um sich am Markt zu behaupten.

Die Verbraucherzentralen mahnen auch bessere Bedingungen fürs Laden von Elektroautos an. „Der Ladesäulenausbau schreitet zwar stetig voran, es ist aber noch deutlich Luft nach oben“, sagte Pop. Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur wie zum Stichtag 1. Juli diesen Jahres 155.264 Normalladepunkte und 54.341 Schnellladepunkte aus. Das entspricht einem Zuwachs von insgesamt rund 30.000 öffentlichen Ladepunkten innerhalb der vergangenen 12 Monate. Besonders Mieter in Mehrfamilienhäusern ohne eigene Ladestation seien auf eine gut ausgebaute öffentliche Infrastruktur angewiesen, merkt Pop an.

Außerdem brauche es mehr Transparenz. „An einer Ladesäule gibt es viele verschiedene Preise. Welche gelten, ist aber nur schwer herauszufinden. Das macht das Laden unnötig kompliziert“, meint Pop. „Alle Ad-hoc-Ladepreise müssen endlich über eine App abrufbar sein.“ Ladestromverträge müssten sich einfacher und besser vergleichen lassen.

Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands sind Anschaffungskosten und Lademöglichkeiten wichtige Aspekte bei Kaufentscheidungen. Dass neue E-Autos günstiger werden, nannten 66 Prozent der Befragten und dass die Reichweite größer werde 65 Prozent. Mehr öffentliche Ladepunkte und ein einfacheres öffentliches Laden nannten jeweils 63 Prozent. Befragt wurden vom Institut Forsa vom 3. bis 5. August 1009 Menschen ab 18 Jahren. Basis für die Antworten waren den Angaben zufolge 815 Menschen, die laut einer vorgeschalteten Frage zumindest gelegentlich Auto fahren. Die Fragen in der Umfrage lauteten:

  • Besitzen Sie ein Auto und/oder fahren Sie zumindest gelegentlich selbst Auto?
  • Welche der folgenden Maßnahmen würden Sie zum Kauf eines E-Autos bewegen?

(mfz)

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