Venezuela: Venezuelas Interimspräsidentin dringt auf Ende der US-Sanktionen

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Delcy Rodríguez hat sich mit dem US-Energiestaatssekretär getroffen. Bisherige Lizenzen im Energiesektor böten Venezuelas Unternehmen keine langfristige Rechtssicherheit.

15. April 2026, 3:24 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP,

 Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez in Caracas
Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez in Caracas © Leonardo Fernandez Viloria/​REUTERS

Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat die USA erneut zur Aufhebung der Sanktionen ​gegen das ⁠südamerikanische Land aufgefordert. Die ​Lizenzen ‌für Geschäfte ⁠im ​Energiesektor, die die Regierung in Washington ausgestellt hatte, böten keine langfristige Rechtssicherheit, sagte Rodríguez nach einem Treffen mit dem US-Energiestaatssekretär Kyle Haustveit.

Sie höre sich Empfehlungen und Meinungen ⁠von Energiemanagern ​an, wie ‌Projekte und Regulierungen vorangebracht ‌werden könnten, sagte Rodriguez. Die USA hatten in ​den vergangenen Jahren verschiedene Lizenzen erteilt, die bestimmte Transaktionen ‌trotz der bestehenden Sanktionen ​erlauben.

Sanktionen im Finanzsektor gelockert

Am Vortag hatten die USA ihre Sanktionen gegen die venezolanische Zentralbank und drei weitere Institute gelockert. Das Finanzministerium berichtete über eine Lizenz, die Geschäftsbeziehungen mit der Zentralbank und den Instituten Banco Universal, Banco Digital de los Trabajadores und Banco del Tesoro wieder erlaubt. Sie seien nun befugt, eine Reihe von Finanzdienstleistungen anzubieten, etwa die Führung von Bankkonten, die Ausgabe von Karten sowie Überweisungen oder Devisengeschäfte für Venezolaner in den USA.

Die Verschärfung der US-Sanktionen gegen Venezuela hatte die Wirtschaft des Landes im vergangenen Jahr schwer getroffen. Nach der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro in Caracas im Januar war dessen Stellvertreterin Rodríguez zur Interims-Staatschefin ernannt worden.

Venezuela geht auf Forderungen aus den USA ein

Unter Rodríguez verbesserten sich die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela in den vergangenen Monaten. US-Präsident Donald Trump lobte sie seit dem Machtwechsel als »fantastisch«. Als Zeichen der Annäherung öffnete Mitte März die US-Botschaft in Caracas nach rund siebenjähriger Schließung wieder. Zudem lockerten die USA einige Sanktionen gegen das Land, am 1. April wurden auch die Sanktionen gegen Rodríguez aufgehoben.

Venezuela genehmigte nach entsprechenden Forderungen aus den USA vergangene Woche ausländische Investitionen in den Bergbau. Private ausländische Investoren sollen damit künftig in Kooperation mit staatlichen Akteuren neue Bergbauprojekte eröffnen können. Venezuela ist reich an Gold und Diamanten sowie an Bauxit und Coltan. Zuvor hatte Venezuela bereits auf Druck der USA die staatliche Kontrolle über den Erdölsektor des Landes zurückgefahren.

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