USA: US-Medien: Konkrete Bedrohung Grund für Trumps heimlichen Flugzeugwechsel

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Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Trump zu Täuschungsmanöver: Habe auf Secret Service gehört

Trump-Regierung kürzt Unterstützung für Transgender-Kinder

Russland lässt inhaftierten ehemaligen US-Soldaten Robert Gilman frei

Bericht: Trump heimlich im Catering-Wagen aus Jet geschleust

Trump will weniger Kinderimpfungen empfehlen

Katja Guttmann

US-Medien: Konkrete Bedrohung durch Rakete Grund für Trumps Täuschungsmanöver

Die Bedrohung durch eine Rakete soll laut US-Medien der Grund für das Täuschungsmanöver auf dem Rückflug von US-Präsident Donald Trump vom Nato-Gipfel in der Türkei gewesen sein. Der Fernsehsender CNN berichtete unter Berufung auf einen Informanten von einer konkreten Bedrohung durch eine schultergestützte Rakete, die New York Times berichtete unter Hinweis auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen von einer konkreten Bedrohung durch eine Boden-Luft-Rakete gegen die Präsidentenmaschine Air Force One. Zudem sei in der Nähe des Nato-Gipfels eine Person mit einer schultergestützten Rakete gesichtet worden.

Laut CNN befürchteten die Beamten, dass der US-Präsident in höchster Gefahr sei. So habe Iran „offenbar detaillierte Informationen über Trumps Aufenthalt in der Türkei“ gehabt. Den Informationen der New York Times zufolge wusste Teheran zudem „genau, wo sich Trump in Ankara aufhielt, einschließlich des Stockwerks.“

Die Washington Post hatte am Montag (Ortszeit) enthüllt, dass das Weiße Haus im Juli nach dem Nato-Gipfel nur vorgetäuscht hatte, dass Trump mit einer Regierungsmaschine aus Ankara abgeflogen war. Der 80-Jährige stieg dort vor laufenden Kameras in die Regierungsmaschine ein, stieg dann unbemerkt in einen seitlich an dem Flugzeug platzierten Catering-Container. Dessen Laster brachte ihn auf dem Flughafen inkognito zu einem kleineren US-Militärflugzeug, mit dem er nach Großbritannien flog.

Gericht stoppt Trumps Briefwahl-Pläne im ganzen Land

Weniger als drei Monate vor der Parlamentswahl in den USA hat eine Bundesrichterin die Pläne von Präsident Donald Trump zur Verschärfung der Briefwahlregeln vorläufig blockiert – mit bundesweiter Wirkung. Das Gericht in Boston weitete ein bisher vorläufiges Verbot der geplanten Regeln von bislang 23 auf alle 50 Bundesstaaten aus, wie aus der einstweiligen Verfügung hervorgeht. Außerdem sprach es der Regierung das Recht ab, Wahlen zu regulieren.

Trump will sein Vorhaben noch vor den Kongresswahlen im November durchsetzen. Während er die geplanten Änderungen damit begründet, angeblichen Wahlbetrug verhindern zu wollen, vermuten Kritiker als Motiv eher eine gezielte Benachteiligung der demokratischen Wählerklientel. Das letzte Wort in der Sache wird der Supreme Court haben: Das Justizministerium hatte sich jüngst per Eilantrag an den Obersten Gerichtshof gewandt, um grünes Licht für die umfassenden Änderungen im Wahlrecht zu bekommen.

Trump hatte Ende März verfügt, dass der US-Postdienst USPS Briefwahlunterlagen nur noch an Personen übermitteln soll, die auf einer von den Bundesstaaten erstellten Liste stehen. Der Postdienst würde damit vom reinen Zusteller der Wahlunterlagen zu einem Kontrolleur im Wahlverfahren. Genaue Regeln sollten noch ausgearbeitet werden. Das Gericht untersagte USPS in der einstweiligen Verfügung, Trumps Anordnung umzusetzen.

Die Richterin in Boston betonte, dass der Status quo für die Wahl aufrechterhalten bleiben müsse. Es bliebe immer weniger Zeit, Wähler aufzuklären, wie sich die Regelverschärfung auf sie auswirken könnte, wenn sie per Briefwahl abstimmen wollen. Trumps Anordnung stifte Verwirrung, es drohe Chaos. Geklagt hatten überparteiliche Organisationen, die nach eigenen Angaben die Wahlbeteiligung steigern wollen.

Julia Daniel

Schwester von verstorbenen Senator Lindsey Graham liegt bei republikanischer Vorwahl vorn

Bei innerparteilichen Vorwahlen im US-Bundesstaat South Caroline ist die Schwester des verstorbenen Senators Lindsey Graham in die Stichwahl eingezogen. Darline Graham erreichte mit etwa 33 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis aller Kandidaten. Keiner der zehn Kandidaten bekam die nötige absolute Mehrheit von 50 Prozent. 

Die 62-jährige Graham, die bis zum vergangenen Monat nie für ein Wahlamt kandidiert oder ein solches bekleidet hatte, war in den Senat berufen worden, nachdem ihr Bruder, der langjährige Senator Lindsey Graham, im letzten Monat verstorben war. Graham war von Präsident Trump unterstützt worden. Kritiker sprachen von dem Versuch einer „Krönung“ allein aufgrund des bekannten Namens. 

Als politische Quereinsteigerin versuchte Darline Graham rasch, sich den republikanischen Wählern sowohl als Verbündete Trumps als auch als Außenseiterin zu präsentieren, die mit den Sorgen der Wähler in South Carolina vertraut ist. „Ich bin keine Politikerin. Ich bin keine Millionärin. Ich verstehe die alltäglichen Nöte amerikanischer Familien“, sagte sie. Sie sprach sich für konservative Positionen in den Bereichen Einwanderung, Gender-Fragen, Iran-Konflikt und Waffenrechte aus. 

Die Siegerin oder der Sieger der Stichwahl wird bei der Kongresswahl am 3. November gegen die demokratische Kandidatin Annie Andrews um einen der Senatorensitze für den Bundesstaat konkurrieren. Die Ergebnisse in South Carolina, Minnesota, Wisconsin und Alabama gelten als wichtiger Test für den Einfluss von Präsident Donald Trump auf die Republikanische Partei und zeigen zugleich die tiefen Gräben innerhalb der Demokraten. 

Trump zu Täuschungsmanöver: Habe auf Secret Service gehört

Das Täuschungsmanöver auf dem Rückflug von US-Präsident Donald Trump aus der Türkei ist seinen Angaben zufolge auf Weisung seiner Personenschützer erfolgt. Er richte sich nach deren Vorgaben, sagte der Republikaner auf Nachfragen von Reportern. „Das liegt allein beim Secret Service.“ Das gelte auch für das Militär. „Ich tue, was sie sagen.“ Der Secret Service ist unter anderem für die Sicherheit des Präsidenten zuständig.

Zum Hintergrund der Entscheidung machte Trump keine genauen Angaben. Er sagte: „Ich nehme an, dass es eine Bedrohung gab.“ Er habe nicht weiter nachgefragt. Zugleich schien der Präsident bemüht, dem Fall keine große Bedeutung beizumessen: „Ich bekomme viele Drohungen.“ Er ergänzte: „Jeder Präsident, der etwas bewirkt, ist mit zahlreichen Drohungen konfrontiert. Präsidenten, die nichts bewirken, bekommen keine Drohungen.“ Der Grund für das ungewöhnliche Täuschungsmanöver soll eine konkrete, von Iran ausgehende Bedrohung gewesen sein.

Mehr zu Trumps Flucht im Catering-Container lesen Sie hier:

US-Kampfjets fangen Flugzeug bei Trump-Besuch in Ohio ab

Ein Flugzeug ist im US-Bundesstaat Ohio bei einem Besuch von US-Präsident Donald Trump in eine temporäre Flugverbotszone eingedrungen. Kampfflugzeuge vom Typ F-16 hätten das zivile Flugzeug abgefangen und es sicher aus dem gesperrten Luftraum eskortiert, teilte das zuständige Militärkommando (Norad) mit. Dabei seien auch Leuchtraketen eingesetzt worden, um die Aufmerksamkeit des Piloten zu erlangen. Trump hatte am Dienstagabend in Ohio im Ort Geneva ein Sportevent besucht. 

Zum Schutz des US-Präsidenten werden an seinen Aufenthaltsorten häufig zeitlich befristete Sperrzonen für den Flugverkehr verhängt. Dabei gibt es gelegentlich auch Zwischenfälle, meist eher mit kleineren Flugzeugen.

Trump-Regierung kürzt Unterstützung für Transgender-Kinder

Auf Anordnung von Präsident Donald Trump zahlt die staatliche Gesundheitsfürsorge der USA künftig nicht mehr für Operationen und Hormonbehandlungen von Transgender-Kindern und -Jugendlichen. Auch viele andere medizinische Behandlungen werden laut dem Leiter der staatlichen Gesundheitssysteme Medicare und Medicaid, Mehmet Oz, nicht länger unterstützt. Die Behandlung von psychischen Problemen sei davon ausgenommen. Die neuen Regeln sollen am 13. Oktober in Kraft treten.

Während Medicaid als Gesundheitsprogramm für Menschen mit geringerem Einkommen geschaffen wurde, widmet sich Medicare Senioren und Menschen mit Behinderungen. Die Abrechnung von Leistungen über die Programme macht einen wesentlichen Teil der Einnahmen vieler Kliniken aus. Eine flächendeckende Krankenversicherung wie in Deutschland gibt es in den Vereinigten Staaten nicht.

Die US-Regierung teilt sich mit den Bundesstaaten die Kosten für Medicaid. Bundesstaatliche Gelder sind von der neuen Regelung nicht betroffen, allerdings haben zahlreiche republikanisch dominierte Bundesstaaten derartige Behandlungen schon zuvor stark eingeschränkt. Wie viele Kinder und Jugendliche von der neuen Regelung betroffen sein werden, ist auch deswegen schwer zu beziffern. US-Medien gehen von relativ wenigen Fällen aus.

Katja Guttmann

Russland lässt inhaftierten ehemaligen US-Soldaten Robert Gilman frei

Nach mehr als vier Jahren in russischer Haft ist der US-Amerikaner Robert Gilman nach Angaben von Präsident Donald Trump freigelassen worden. „Nach meinen Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin hat Russland seiner Freilassung aus humanitären Gründen zugestimmt“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er betonte, dass es keinen Gefangenenaustausch gebe und Moskau keine Gegenleistung verlangt habe. Der frühere US-Soldat Gilman saß seit 2022 in russischer Haft.

Nach Angaben der gemeinnützigen Organisation Global Reach, die sich für die Freilassung eingesetzt hatte, war er am 17. Januar 2022 festgenommen worden. Während seiner Haft sei er misshandelt worden. „Am 30. Juni wurde Robert aus dem Gefängniskrankenhaus in ein ziviles Krankenhaus in Woronesch verlegt. Berichte von Krankenhausmitarbeitern schilderten Roberts Zustand als kritisch und lebensbedrohlich“, hieß es weiter.

Trump telefonierte nach eigenen Angaben mit Gilman, der sich für seine Rückkehr in die Vereinigten Staaten „einen guten Cheeseburger“ gewünscht habe. Gilman soll demnach noch am Dienstagabend (Ortszeit) auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews nahe Washington landen. 

Gilman hat nach Angaben der gemeinnützigen Foley Foundation beim Marinekorps der Vereinigten Staaten (US Marine Corps) gedient und erkrankte während einer Zugreise durch Russland. Statt medizinische Hilfe zu bekommen, sei er auf eine Polizeiwache gebracht worden. Dort sei er dann mit mehreren Anklagen konfrontiert worden.

Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass war er damals wegen Trunkenheit und aggressiven Verhaltens am Bahnhof Woronesch festgenommen worden und habe auf der Wache einen Mitarbeiter geschlagen. Er wurde demnach erst zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt, die später um ein Jahr verkürzt wurde. Wegen weiterer Vorwürfe von Angriffen gegen Beamte während der Haftzeit wurde die Haftdauer demnach allerdings um mehrere Jahre verlängert.

Die Organisation Global Reach zitierte Gilmans Schwester Lexie Hudson mit den Worten: „Die Russen haben meinen Bruder so schlecht behandelt. Sie haben ihn grundlos verletzt, nur weil er Amerikaner und ein Marine war.“

Bericht: Trump heimlich im Catering-Wagen aus Jet geschleust

Für US-Präsident Donald Trumps Rückflug nach dem Nato-Gipfel in der Türkei hat das Weiße Haus wegen einer von Iran ausgehenden Bedrohung Berichten zufolge zu einer höchst ungewöhnlichen List gegriffen. Der 80-jährige Präsident stieg in Ankara vor laufenden Kameras in die Regierungsmaschine ein, stieg dann aber laut Washington Post unbemerkt in einen seitlich an dem Jet platzierten Catering-Container. Dessen Laster brachte ihn auf dem Flughafen inkognito zu einem kleineren US-Militärflugzeug, mit dem er nach Großbritannien flog.

Auch die New York Times berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten über das Täuschungsmanöver nach dem Nato-Gipfel im Juli. Solche Catering-Lastwagen werden auf Flughäfen eigentlich zum Verladen von Mahlzeiten für die Passagiere genutzt. Nach der Landung der Regierungsmaschine in Großbritannien wechselte der Tross des Präsidenten von der alten, hellblauen Boeing 747 in den neuen Jet, der Trump von Katar geschenkt worden war. Der Präsident stieg dort auch in die Maschine um. Die Öffentlichkeit sollte den Eindruck bekommen, dass er die ganze Reise in den Regierungsmaschinen zurückgelegt habe, berichtete die Washington Post. In den USA stieg er dann vor laufenden Kameras aus. 

Der Zeitung zufolge sollen selbst einige Mitarbeiter des Weißen Hauses, die ebenfalls in der Türkei in den Regierungsjet gestiegen waren, nicht gewusst haben, dass Trump gar nicht an Bord war. Auch eine Journalistengruppe, die den Präsidenten regelmäßig auf seinen Reisen begleitet, war an Bord der Maschine. Laut dem Bericht sollen sie nicht über die mögliche iranische Bedrohung in Kenntnis gesetzt worden sein.

Mehr als zehn Kunden für früheren Zugang zu Trumps Online-Posts

Donald Trumps Online-Netzwerk Truth Social hat bereits mehr als zehn Kunden für einen umstrittenen Schnellzugang zu Beiträgen des US-Präsidenten gewonnen. Dabei handelt es sich größtenteils um Firmen, die auf superschnellen Handel an Börsen und Finanzmärkten spezialisiert sind. Sie zahlen dafür meist zwischen 60 000 und 100 000 US-Dollar pro Monat (rund 52 000 bis 86 600 Euro), wie der amtierende Chef der Truth-Social-Mutter TMTG, Kevin McGurn, in einer Telefonkonferenz sagte. Man sei in Gesprächen mit weiteren potenziellen Kunden, etwa aus dem KI-Bereich.

Trump nutzt Truth Social routinemäßig für wichtige Ankündigungen – etwa zu Zöllen oder militärischen Konflikten. Ein früherer Zugang zu solchen Beiträgen bei dem Online-Netzwerk kann für Investoren ein Marktvorteil sein. Der Plan, den Schnellzugang zu Posts von Trump und anderer wichtiger Nutzer unter dem Namen Truth API zu vermarkten, löste deswegen zum Teil heftige Kritik in den USA aus. 

Trump will weniger Kinderimpfungen empfehlen

US-Präsident Donald Trump will die Impfempfehlungen für Kinder deutlich reduzieren und bisherige Kombi-Impfungen künftig auf mehrere Arztbesuche verteilen. Mit einer neuen Anordnung erklärte Trump, seine Regierung erkenne nur noch Impfungen gegen elf Krankheiten als zentrale Empfehlungen für alle Kinder an. 

Ob die Anordnung unmittelbare Auswirkungen haben wird, war bisher unklar. Ein ähnlicher Umbau war im März von einem Bundesgericht vorläufig gestoppt worden, zudem liegen viele Impfregeln bei den Bundesstaaten.

Impfungen etwa gegen Hepatitis B, Covid-19 und Grippe sollten demnach nicht mehr pauschal für alle Kinder empfohlen werden. Eltern könnten sich aber weiterhin für sämtliche Impfungen entscheiden, betonte Trump bei der Unterzeichnung der Anordnung im Weißen Haus. Die Impfungen sollten nach Angaben der Regierung auch weiterhin von Versicherungen übernommen werden.

Trump forderte zudem, den kombinierten MMR-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln künftig möglichst in drei einzelne Impfungen aufzuteilen und diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu verabreichen. Zusammen könnten die Impfstoffe möglicherweise „ziemlich tödlich“ sein, sagte Trump. Auf die Frage eines Journalisten, ob es dafür Belege gebe, antwortete er: „Nein.“ Er habe aber von Menschen gehört, die dies behaupteten.

Trump brachte den neuen Kurs auch mit der Debatte über Autismus in Verbindung und sagte, weniger und zeitlich getrennte Impfungen könnten die Zahl der Autismus-Diagnosen möglicherweise senken. Für einen besonderen Nutzen einer Aufteilung des MMR-Impfstoffs gibt es nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC keine wissenschaftlichen Belege. Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus belegen große wissenschaftliche Untersuchungen nicht. 

Einzelimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sind in den USA derzeit nicht verfügbar. Gesundheitsexperten warnen, dass zusätzliche Arzttermine dazu führen könnten, dass Kinder länger ungeschützt bleiben oder spätere Impfungen ausfallen.

Katja Guttmann

Trump: USA haben Minen in der Straße von Hormus geräumt

Die USA haben laut Präsident Donald Trump die gesamte Straße von Hormus von iranischen Minen geräumt. Die US-Marine sei derzeit die einzige Macht, die die strategisch wichtige Ölroute kontrolliere, sagt Trump vor Journalisten im Oval Office. 

Tobias Bug

Pentagon ruft Industrie auf, schneller Waffen zu produzieren

Das Pentagon hat Vertreter der US-Rüstungsindustrie dazu aufgefordert, die Produktion und Lieferung von Waffen rasch zu steigern. Das berichten die Washington Post und der US-Sender CNN unter Berufung auf eine Mitteilung eines Ministeriumsvertreters.

Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Steve Feinberg habe Vertretern der Rüstungsindustrie am Mittwoch eine Frist von drei Wochen übermittelt, um Pläne vorzulegen, die schnellere Liefertermine und eine gesteigerte Produktion für kritische Fähigkeiten vorsähen, zitieren CNN und Washington Post aus dem Dokument. Laut der Zeitung soll Feinberg darin eine klare Erwartung geäußert haben: „Jahrelange Entwicklungszyklen sind nicht akzeptabel.“ Man müsse die Pläne drastisch beschleunigen und die Produktionskapazitäten jetzt ausbauen.

Pentagon-Sprecher Sean Parnell bestätigte der dpa die Echtheit des Dokuments. Es fällt in eine Zeit, in der Experten und Berichte von US-Medien zuletzt immer wieder auf schwindende Waffenreserven im US-Militär als Folge des Iran-Kriegs hingewiesen hatten. US-Präsident Donald Trump wies das zurück.

Die Denkfabrik Center For Strategic & International Studies (CSIS) in Washington schätzte Stand Ende Juli, dass der USA noch bis zu knapp 830 Patriot-Abwehrraketen zur Verfügung stünden. Vor dem Iran-Krieg seien es geschätzt gut 2300 gewesen. Bei THAAD-Abwehrraketen ging die Denkfabrik von 452 vor dem Krieg aus. Ende Juli seien es geschätzt noch bis zu 278 Raketen gewesen.

US-Kampfjets fangen Flugzeuge nahe Trumps Golfplatz ab

Zwei Flugzeuge sind in eine temporäre Flugverbotszone rund um US-Präsident Donald Trumps Golfplatz in Bedminster im Bundesstaat New Jersey eingedrungen. Kampfflugzeuge vom Typ F-16 hätten die beiden Flugzeuge dort am Sonntag abgefangen und sie sicher aus dem gesperrten Luftraum eskortiert, teilte das zuständige Militärkommando (Norad) mit. Trump hielt sich am Wochenende in dem Golfclub in Bedminster auf. Der US-Sender Fox News und das Boulevardblatt New York Post berichteten, dass die Flugzeuge in der Nähe des Golfplatzes abgefangen worden seien. 

Das US-Militär machte keine Angaben dazu, wie viele Kampfjets an dem Einsatz beteiligt waren. Offen blieb zunächst auch, welche Flugzeuge gegen die temporären Flugbeschränkungen verstoßen hatten. Trump verbringt gerade im Sommer oft Wochenenden auf seinem Golfplatz in Bedminster. 

Zum Schutz der US-Präsidenten werden an ihren Aufenthaltsorten häufig zeitlich befristete Sperrzonen für den Flugverkehr verhängt. Dabei kommt es gelegentlich auch zu Zwischenfällen, meist eher mit kleineren Flugzeugen. Das US-Militär ermahnte in seiner Mitteilung nochmals alle Piloten, vor jedem Flug alle relevanten Luftraumanweisungen zu überprüfen.

Lilith Volkert

Krebserkrankung von Ex-US-Präsident Biden weitet sich aus 

Der Prostatakrebs des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden hat sich nach Angaben seines Sohns Hunter ausgebreitet und verursacht Schmerzen. In einem Interview des britischen Senders BBC sagte er, der Krebs habe sich in die Knochen des 83-Jährigen ausgebreitet und auch darüber hinaus Metastasen gebildet. Für seinen Vater sei es „sehr schmerzhaft“ und „sehr kräftezehrend“, der Krebs mache es ihm wirklich schwer. „Das Einzige, was ich über meinen Vater und seinen aktuellen Gesundheitszustand sagen kann, ist: Ich wünschte, er würde sich öfter beschweren“, sagte Hunter Biden. „Mein Vater ist bis heute der Mittelpunkt unserer Familie“, sagte er. „Er ist der beste Vater, der beste Ehemann, der beste Großvater.“

Der demokratische Amtsvorgänger von Donald Trump hatte seine Krebserkrankung im Mai 2025 bekanntgemacht, nur wenige Monate nach dem Abschied aus dem Weißen Haus. Laut früheren Angaben seines Büros handelt es sich um eine besonders aggressive und weit fortgeschrittene, aber behandelbare Form der Krankheit. Im Oktober vergangenen Jahres wurde mitgeteilt, er unterziehe sich im Kampf gegen den Prostatakrebs einer Strahlentherapie und Hormonbehandlung. Biden war im Januar 2025 aus dem Amt geschieden. Seitdem tritt er nur noch selten öffentlich auf. 

Luzia Geier

US-Einwanderungsbehörde ICE will Mitarbeiter bis Ende August mit Bodycams ausstatten

Die US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) will bis Ende August alle Mitarbeiter im Außendienst mit Körperkameras ausstatten. Dies geschähe früher als ursprünglich geplant, teilte der amtierende ICE-Direktor David Venturella mit. Die Richtlinien der Behörden erlaubten eine beschleunigte Veröffentlichung von Aufnahmen nach schweren Verletzungen oder dem Tod einer Person in Gewahrsam. ICE könne jedoch Aufnahmen zurückhalten, wenn diese Ermittlungen gefährden oder die Privatsphäre verletzen könnten.

Tödliche Schüsse bei Verkehrskontrollen in Maine und Texas im vergangenen Monat hatten Proteste ausgelöst und Fragen aufgeworfen, warum die ICE-Beamten keine Bodycams trugen. Die damalige Chefin des Heimatschutzministeriums, Kristi Noem, hatte bereits nach der Tötung von zwei US-Bürgern bei einer Razzia in Minnesota angekündigt, das Programm landesweit einzuführen, „sobald die Mittel verfügbar sind“. Der unter der Regierung von Präsident Donald Trump zuständige Grenzschutzbeauftragte Tom Homan hatte daraufhin erklärt, dass ICE-Beamte Fahrzeugkontrollen mit mindestens einer Körperkamera aufzeichnen müssen.

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