In einer Sammelklage gegen das US-Heimatschutzministerium fordern Kläger den Stopp von Eil-Abschiebungen in Drittstaaten. Ein Bundesrichter aus Boston gab ihnen recht.
25. Februar 2026, 20:15 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, als
Ein US-Gericht hat Abschiebungen im Eilverfahren in sogenannte Drittstaaten für rechtswidrig erklärt. Die Betroffenen hätten kaum Möglichkeiten, Schutz vor Verfolgung oder Folter geltend zu machen, sagte US-Bundesrichter Brian Murphy aus Boston. Der Richter setzte das Inkrafttreten des Urteils für 15 Tage aus, um der Regierung Zeit für eine Berufung zu geben.
Das Urteil geht auf eine Sammelklage gegen das Heimatschutzministerium zurück. Dieses hatte festgelegt, dass Migranten auch in Länder abgeschoben werden können, die in ihren ursprünglichen Ausweisungsbescheiden nicht genannt wurden – etwa in den Südsudan, nach Libyen oder El Salvador. Dies ist laut der Regelung zulässig, wenn diplomatische Zusicherungen des Verzichts auf Repressalien vorliegen. Zudem müssen die Betroffenen mindestens sechs Stunden vor ihrem Abflug informiert werden. Die Kläger argumentierten, dies verletze ihre Grundrechte, da sie keine Chance hätten, Bedenken gegen ihre Sicherheit in diesen Drittstaaten vorzubringen.
Klage könnte vor dem Supreme Court landen
Das Justizministerium hatte die Praxis damit gerechtfertigt, sie sei notwendig, um kriminelle Ausländer abzuschieben, deren Heimatländer die Rücknahme verweigerten.
Die
Regierung geht davon aus, dass der Fall letztlich vor dem
Obersten Gerichtshof landen wird. Der Supreme Court hatte in dem
Verfahren bereits zwei Mal interveniert und unter anderem den
Weg für die Abschiebung von acht Männern in den Südsudan
freigemacht.

vor 1 Stunde
1











English (US) ·