Die US-Regierung subventioniert Chiphersteller Intel in der Krise. Im Gegenzug erhält sie Unternehmensanteile in Höhe von zehn Prozent. Einige Details sind noch offen.
29. August 2025, 0:46 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, eca
Der Chiphersteller Intel hat von der US-Regierung 5,7 Milliarden Dollar für Unternehmensanteile in Höhe von zehn Prozent erhalten. Das Geld aus der von US-Präsident Donald Trump ausgehandelten Vereinbarung sei am Mittwochabend eingegangen, sagte Intel-Finanzchef David Zinsner auf einer Investorenkonferenz.
Abgeschlossen ist der Deal damit aber offenbar noch nicht. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte, das Abkommen werde vom Handelsministerium noch ausgearbeitet. Die Vereinbarung werde "intensiv diskutiert". Ein Vertreter des Weißen Hauses führte auf Nachfrage aus, dass einige Punkte, darunter eine Vergabe von drei Milliarden Dollar aus dem Verteidigungsministerium, noch nicht abgeschlossen seien. Es war zunächst unklar, ob die Äußerungen darauf hindeuten, dass die Vereinbarung noch überarbeitet werden könnte.
Zinsner zufolge enthält die Vereinbarung zudem eine Option für die US-Regierung auf weitere fünf Prozent der Anteile, sollte Intels Beteiligung an seinem Auftragsfertigungsgeschäft (Foundry) unter 51 Prozent fallen. Dies sei jedoch unwahrscheinlich.
Intel erhält Subventionen von der US-Regierung
US-Handelsminister Howard Lutnick hatte Anfang der Woche eine Beteiligung an Intel verlangt – im Gegenzug für Subventionen, die dem Konzern noch unter Trumps Vorgänger Joe Biden zugesagt worden war. Konkret schlug Lutnick vor, die US-Regierung solle Aktien ohne Stimmrechte bekommen. Damit könnte sie keinen direkten Einfluss auf Management-Entscheidungen bei Intel ausüben. Der Preis einer Beteiligung von zehn Prozent entspricht in etwa der Höhe der Intel zustehenden Subventionen für den Ausbau der US-Produktion.
Der einst weltgrößte Chiphersteller Intel ist seit einigen Jahren in der Krise. Er hat im Bereich der Künstlichen Intelligenz keine konkurrenzfähigen Produkte im Angebot. Ein weiterer entscheidender Moment war die Entwicklung von Smartphones. Intel hoffte, die Stärke im PC-Geschäft auf Mobilgeräte übertragen zu können, doch sparsamere Prozessoren von Wettbewerbern wie Qualcomm oder TSMC setzten sich durch.