Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat die Ukraine als »Feind« bezeichnet. Das Land fordere ständig, dass Ungarn kein Öl und Gas mehr aus Russland beziehen dürfe, sagte Orbán laut dem ungarischen Portal »Index« bei einer Veranstaltung. »Wer das sagt, ist ein Feind Ungarns, also ist die Ukraine unser Feind.«
Orbáns Aussage ist wohl auch als Angriff auf die Europäische Union zu verstehen. Bis spätestens 2027 will diese kein Erdgas aus Russland mehr importieren, am Montag trat eine entsprechende Verordnung in Kraft. Ungarn und die Slowakei wehren sich dagegen juristisch.
Brüssel sei der »Hauptgegner« seiner Partei, sagte Orbán mit Blick auf die bevorstehenden Parlamentswahlen im April. Mit der Ukraine dürfe es »weder eine militärische noch eine wirtschaftliche Zusammenarbeit« geben, da sie »uns in den Krieg hineinziehen würden«. Die EU habe bereits »den Übergang zur Kriegswirtschaft angekündigt«.
Auch mehr als zwei Jahre nach der Vollinvasion der Ukraine hält Ungarn an Energieimporten aus Russland fest. Der rechtspopulistische Orbán gilt als Verbündeter des Kremlchefs Wladimir Putin, mehrfach blockierte sein Land EU-Hilfen für die Ukraine. Auch zu US-Präsident Donald Trump pflegt er enge Kontakte.
Orbán kündigte an, in zwei Wochen zu einer Sitzung des sogenannten Friedensrats zu reisen. US-Medienberichten zufolge soll das Treffen am 19. Februar (Donnerstag) stattfinden. Bei dem von Trump initiierten Format wollen Spitzenpolitiker der beteiligten Staaten über die Zukunft des Gazastreifens beraten. Neben Ungarn sind unter anderem Israel, Belarus und Saudi-Arabien Mitglied, die USA besitzen ein umfangreiches Vetorecht.

vor 11 Stunden
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