Ukrainekrieg: Kyjiw begeht Trauertag nach schwerem russischem Angriff

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Nach den schweren russischen Angriffen gedenkt Kyjiw der Opfer und sucht weiter nach Verschütteten. Unterdessen kam es zum Austausch von Kriegsgefangenen beider Seiten.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, 15. Mai 2026, 14:14 Uhr

 Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyridenko und der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko in Kyjiw.
Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyridenko und der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko in Kyjiw. © Evgeniy Maloletka/​AP/​dpa

Die ukrainische Hauptstadt Kyjiw hat mit einem Trauertag an die Opfer des schweren russischen Angriffs vom Vortag erinnert, bei dem 24 Menschen getötet wurden. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, dass die Flaggen in der Stadt zum Gedenken an die Toten auf Halbmast gesetzt worden seien und Unterhaltungsveranstaltungen untersagt seien. Einsatzkräfte suchten unterdessen in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes weiter nach möglichen Verschütteten.

Unter den Toten in Kyjiw befinden sich nach Angaben des ukrainischen Notdienstes auch drei Kinder. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe bei dem Angriff 675 Drohnen und 56 Raketen eingesetzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, dass ein mehrstöckiges Wohnhaus vollständig zerstört worden sei.

Die Angriffe beschränkten sich nach Angaben Selenskyjs nicht nur auf die Hauptstadt. Auch Cherson und Saporischschja im Süden sowie Charkiw im Osten des Landes seien getroffen worden. Der ukrainische Präsident sagte, dies seien kaum Handlungen eines Landes, das an ein baldiges Ende des Krieges glaube. Der russische Staatschef Wladimir Putin hatte zuvor am Rande der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland gesagt, der Krieg in der Ukraine neige sich dem Ende zu.

Selenskyj forderte die westlichen Verbündeten seines Landes auf, auf die jüngsten Angriffe nicht mit Schweigen zu reagieren. Es müsse eine Antwort auf diese Attacken geben, sagte er. Er bekräftigte zudem seinen Appell, der Ukraine bei der Stärkung ihrer Luftverteidigung zu helfen.

Russland und Ukraine tauschen erneut Gefangene aus

Auf der anderen Seite meldet auch Russland Opfer durch ukrainische Angriffe. In der rund 200 Kilometer von Moskau entfernten Stadt Rjasan seien bei Drohnenangriffen vier Menschen getötet worden, darunter ein Kind, teilten die örtlichen Behörden mit. Das russische Verteidigungsministerium teilte zudem mit, in der Nacht zum Freitag seien 355 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört worden.

Unterdessen kam es erneut zu einem Gefangenenaustausch zwischen beiden Kriegsparteien. Nach russischen Angaben wurden jeweils 205 Kriegsgefangene übergeben. Die russischen Soldaten befänden sich derzeit in Belarus und würden dort medizinisch und psychologisch betreut. Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten die Rückkehr mit humanitärer Unterstützung begleitet.

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