Der ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow tritt zurück. Angesichts von Spannungen mit der Militärführung galt seine Entlassung als wahrscheinlich.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, maw 15. Juli 2026, 23:14 Uhr
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow hat seinen Rücktritt erklärt. »Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen«, teilte Fedorow auf Telegram mit. Er hatte die Leitung des Ministeriums erst im Januar übernommen.
Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Regierungsumbildung verkündet, die unter anderem auch den Rücktritt der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko vorsah. Daraufhin folgte die Entlassung des gesamten Ministerkabinetts. Fedorow ist seit Dienstag nur noch geschäftsführend im Amt.
Spannungen mit Armeechef Olexander Syrskyj
Angesichts von Spannungen zwischen dem Verteidigungsminister und der Militärführung durch Armeechef Olexander Syrskyj galt auch die Entlassung Fedorows laut Berichten als wahrscheinlich. Zudem habe der Minister die Probleme um die Zwangsmobilisierung von Wehrpflichtigen nicht lösen können. Allerdings hatte Fedorow seit Amtsbeginn die technologische Entwicklung der Armee vorangetrieben und dadurch stark an Popularität gewonnen. Fedorow galt zudem als früher Befürworter des zunehmenden Einsatzes von Drohnen. Auch in seiner Rücktrittserklärung verwies er auf die Entwicklung der Produktion und Nutzung von Drohnen. »Wir haben in vier Monaten mehr Drohnen beschafft als im gesamten vorangegangenen Jahr«, teilte er mit.
Ukrainischen Medienberichten zufolge will Selenskyj den bisherigen Innenminister Ihor Klymenko als Nachfolger für das Amt vorschlagen. Als neuer Ministerpräsident nominierte Selenskyj den Leiter des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj.
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