Gedenken, vier Jahre nach den Massakern in der ukrainischen Kleinstadt Butscha.
Wenige Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs gingen diese Bilder aus Butscha um die Welt. Entstanden waren sie kurz nachdem ukrainische Truppen Ende März 2022 die Stadt befreit hatten.
Svitlana Cherniakova lebte zwei Wochen unter den russischen Besatzern, bis sie durch einen humanitären Korridor die Stadt verlassen konnte.
Svitlana Cherniakova, Anwohnerin:
»Wir haben alles mit eigenen Augen gesehen. Es war ein Massaker. Die Leichen der Erschossenen lagen auf den Straßen, und die Autos waren ausgebrannt. Es war furchtbar.«
Gemeinsam mit weiteren Betroffenen gedenkt sie nun der Toten.
Vira Katanenko, Lehrerin:
»Ich kam etwa am 14. April zurück und sah all dieses Grauen. Aber ich sah auch viel Hilfsbereitschaft: Freiwillige aus der ganzen Ukraine und auch aus dem Ausland. Ich war tief beeindruckt davon, wie vielen Menschen das zu Herzen ging. Das war sehr beeindruckend.«
Ukrainischen Angaben zufolge sollen die russischen Besatzer in Butscha rund 9000 Kriegsverbrechen begangen haben. In den Wochen, in denen sie die Region kontrollierten, wurden mehr als 400 Zivilisten getötet. Ihre Leichen wurden in Massengräbern vergraben oder einfach auf der Straße liegen gelassen. Manche Bilder zeigten gefesselte Menschen, die erschossen wurden. Russische Offizielle sprechen trotz aller Beweise von einer Inszenierung.
Am Dienstagmorgen sind auch europäische Diplomaten zum Gedenken in die Kleinstadt rund 30 Kilometer vor Kyjiw gekommen. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul sagte vorab, Butscha sei einerseits ein Symbol für unzählige russische Kriegsverbrechen, andererseits für die Widerstandskraft der Ukrainer.
Johann Wadephul, Außenminister:
»Denn wir machen uns keinerlei Illusionen über die Natur des Moskauer Regimes. Die Bedrohung durch Russland, sie betrifft uns alle. Und zieht Putin in der Ukraine den Schluss, dass sich Angriffskriege lohnen – dann werden weitere folgen.«
Nach dem Gedenken findet ein Treffen der Außenminister statt, bei dem es auch um die juristische Verfolgung russischer Kriegsverbrechen gehen soll.

vor 1 Stunde
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