Die Festnahme und Absetzung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu, der als größter innenpolitischer Rivale von Präsident Recep Tayyip Erdoğan gilt, hat auch Auswirkungen auf Kulturveranstaltungen. Die britische Rockband Muse hat ihr für Juni geplantes Konzert in der Türkei abgesagt und auf das Jahr 2026 verschoben.
»Nach reiflicher Überlegung und nachdem wir das Feedback unserer Fans gehört haben, deren Bedenken wir voll und ganz respektieren, wird unsere Show in Istanbul nun auf 2026 verschoben«, schrieb die Gruppe auf Instagram. Damit solle sichergestellt werden, dass der bishrige Veranstalter nicht involviert sein werde. »Wir sehen uns im Jahr 2026«, hieß es weiter.
Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Instagram, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.
{$dispatch('toggle')}, 250);">
Externen Inhalt anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
In den vergangenen Tagen hatten Tausende Menschen Künstler wie den Sänger Robbie Williams und auch Muse, dazu aufgefordert, nicht in der Türkei aufzutreten, weil der für das Konzert in Istanbul zuständige Veranstalter DBL Entertainment sich gegen Boykottaufrufe ausgesprochen habe.
Die türkische Opposition hatte zudem als Zeichen des Protests zu einem allgemeinen Konsumboykott gegen regierungsnahe Firmen und Marken aufgerufen. Die Regierung reagierte mit scharfer Kritik. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft zudem Ermittlungen aufgenommen, weil sie hinter den Boykottaufrufen »spaltende Rhetorik« sowie »Hass und Diskrimination« vermutet. Die neuen Untersuchungen sollen demnach mit den laufenden Ermittlungen zu körperlicher und verbaler Gewalt gegen bestimmte Unternehmen zusammengelegt werden.