Die türkische Justiz hat die Haftbedingungen für den Reporter Alican Uludag verschärft. Ihm wird vorgeworfen, Präsident Recep Tayyip Erdoğan beleidigt zu haben.
Aktualisiert am 27. Februar 2026, 19:29 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, mns
Der in der Türkei verhaftete Journalist der Deutschen Welle, Alican Uludag, ist nach Angaben seines Anwalts in eine Einzelzelle im Hochsicherheitsgefängnis Marmara in Istanbul verlegt worden. Weiter teilte sein Anwalt mit, dass Uludag trotzdem in guter Verfassung sei. Derzeit warten sie auf eine Antwort des Gerichts wegen seiner Haftbeschwerde. Medienberichten zufolge ist Uludag bereits seit Montag in dem Gefängnis im Istanbuler Bezirk Silivri.
Vergangene Woche hatte ein Gericht in Istanbul einen Haftbefehl wegen Beleidigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen Uludag erlassen. Die Vorwürfe beziehen sich den Angaben zufolge auf einen etwa eineinhalb Jahre alten Post auf X. Darin habe Uludag Maßnahmen der Regierung kritisiert, die mögliche Terroristen des Islamischen Staates freigelassen habe. Der Regierung habe er Korruption vorgeworfen.
Neben dem Vorwurf der Beleidigung hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen "öffentlicher Verbreitung irreführender Informationen" sowie wegen "Beleidigung der türkischen Nation, des Staates und der Institutionen" eingeleitet.
Bundesregierung fordert Freilassung
Uludag wohnt eigentlich mit seiner Familie in Ankara. Die Ermittlungen gegen ihn werden jedoch von der Istanbuler Staatsanwaltschaft geführt. Laut einem neuen Bericht der Deutschen Welle hatten die Behörden Uludags Familie am Donnerstag noch mitgeteilt, dass eine Verlegung nach Ankara unmittelbar bevorstehe.
Dass Uludag nun in Istanbul bleibt, liege an Verfahrensvorschriften, berichtet die DW unter Berufung auf seine Familie. Bislang wurde seine Akte nicht von der Istanbuler Staatsanwaltschaft an die zuständige Staatsanwaltschaft in Ankara weitergeleitet.
Der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kritisierte die Vorwürfe der türkischen Behörden gegen Uludag als "haltlos". Die Deutsche Welle und ihre Beschäftigten müssten "in der Türkei frei arbeiten und unabhängig berichten können", teilte er vergangene Woche nach der Verhaftung von Uludag mit und forderte seine Freilassung.

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