Doha, Dubai und Manama: Die Vergeltungsschläge des Iran treffen auch zahlreiche Städte in der Golfregion. In Israel gab es erneut Raketenalarm.
Aktualisiert am 1. März 2026, 10:37 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, KNA, edd , isd
Einen Tag nach Beginn der iranischen Vergeltungsangriffe sind mehrere Städte in der Golfregion erneut von Explosionen erschüttert worden. Über der katarischen Hauptstadt Doha stieg dichter schwarzer Rauch auf, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auch in Dubai und in Bahrains Hauptstadt Manama waren Detonationen zu hören.
In Dubai wurden laut Staatsmedienberichten zwei Menschen von Drohnensplittern verletzt, nachdem die Luftabwehr Flugobjekte abgeschossen hatte. Auch Katar meldete Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran. Opfer soll es keine gegeben haben.
Ein Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate warnte den Iran vor einer weiteren Eskalation. "Ihr Krieg richtet sich nicht gegen Ihre Nachbarn", schrieb Anwar Gargasch auf X. "Kehren Sie zur Vernunft zurück, zu Ihrer Umgebung und gehen Sie mit Ihren Nachbarn mit Vernunft und Verantwortungsbewusstsein um, bevor sich der Kreis der Isolation und Eskalation ausweitet."
Flughäfen in der Region sind bereits seit Samstag geschlossen. Auch am Flughafen Dubai, einem der wichtigsten Drehkreuze weltweit, starten und landen derzeit keine Flüge. Der Betrieb sei "bis auf Weiteres" ausgesetzt, teilte der Flughafen mit.
Raketenalarm auch in Israel
Auch in Israel gab es erneut Angriffe. Mehrmals mussten die Menschen in Israel wegen Raketenalarms Schutzräume und Bunker aufsuchen. In Tel Aviv wurden bei einem Angriff 50 Gebäude beschädigt, wie die Zeitung Ha'aretz unter Berufung auf die Stadtverwaltung berichtete. Mehr als 200 Anwohner seien in drei Hotels in Sicherheit gebracht worden. Zuvor hatten israelische Rettungsdienste 94 Verletzte in Zusammenhang mit dem Beschuss gemeldet. In Tel Aviv war bereits am Samstag eine Frau getötet worden. Die Jerusalemer Polizei ordnete die Schließung aller Heiligen Stätten für Gläubige und Besucher in der Altstadt an.
Der Iran hatte am Samstag mit Vergeltungsangriffen auf die israelisch-amerikanischen Angriffe begonnen. Dabei griff er nicht nur Ziele in Israel an, sondern auch zahlreiche Städte in der Golfregion. In Dubai war dabei auch das Luxushotel Burdsch Al Arab durch Trümmer einer abgeschossenen iranischen Drohne beschädigt worden. In Behördenangaben war von einem "kleinen Brand" die Rede. Ein Video zeigte aber, dass es an der Außenwand des mehr als 300 Meter hohen Wolkenkratzers über mehrere Stockwerke hinweg brannte. Bei einer Explosion noch unbekannter Ursache auf der künstlich angelegten Insel The Palm in Dubai wurden zudem vier Menschen verletzt. Auch in Abu Dhabi meldeten die Behörden zwei Tote.
Auseinandersetzungen vor US-Konsulaten
Neben den iranischen Angriffen sorgen auch Proteste vor US-Vertretungen in der Region für Unruhe. In Südpakistan gab es dabei mehrere Tote. Bei Protesten vor dem Konsulat der USA in der Stadt Karachi seien am Sonntag mindestens acht Menschen getötet worden, teilte ein Sprecher des Rettungsdienstes mit. Mehr als 25 weitere Personen seien verletzt worden.
Auch in der irakischen Hauptstadt Bagdad versuchten Demonstranten, in das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf. Laut Augenzeugen setzten sie dabei Schlagstöcke, scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein.
Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen schwere Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Bei einer Attacke in Teheran wurde der oberste Führer des Landes, Ali Chamenei, getötet. Auch zahlreiche weitere ranghohe Regimevertreter sind tot. Die iranischen Revolutionsgarden kündigten Vergeltung an. US-Präsident Donald Trump drohte seinerseits mit einer weiteren Reaktion seines Landes.

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