Krieg gegen die Ukraine: Russland soll 19.000 Kampfdrohnen binnen drei Monaten eingesetzt haben

vor 2 Stunden 2

BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen

Maxim Nägele

Russland setzte laut Selenskyj 19.000 Drohnen binnen drei Monaten ein

In den drei Wintermonaten hat Russland nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj fast 19.000 Kampfdrohnen, mehr als 14.500 Gleitbomben und über 700 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt. Die meisten der Drohnen seien vom ursprünglich iranischen Bautyp Schahed, den die iranische Führung derzeit im Nahen Osten einsetze, schrieb Selenskyj. Er warf Russland vor, nicht einmal versucht zu haben, die winterlichen Angriffe auf kritische Infrastruktur zu rechtfertigen.

Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf eine eigene Auswertung, Russland habe im Februar so viele nächtliche Raketenangriffe auf die Ukraine gestartet wie seit drei Jahren nicht mehr. Ziel sei vor allem die Energieinfrastruktur gewesen. In der Ukraine hatte es bei deutlichen Minusgraden zuletzt teils wochenlange Strom- und Heizungsausfälle gegeben. 

Elizabeth Rushton

Russland soll fünf Siedlungen in der Region Saporischschja besetzt haben

Westlich der von Russland besetzten Stadt Huljaipole sind russische Soldaten vorgerückt. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Geolokalisierte Aufnahmen zeigen demnach, wie russische Soldaten in das Dorf Hirke vordringen, das westlich der Stadt liegt. Laut ISW ist daher davon auszugehen, dass russische Soldaten auch fünf dazwischen liegende Siedlungen eingenommen haben.

Streitkräfte der Ukraine stießen unterdessen ebenfalls in der Nähe der Stadt vor, bis in das Dorf Dobropillja, sowie im Südosten der Stadt Kostjantyniwka in der Region Donezk. In beiden Fällen konnten sie russische Angriffe abwehren.

Den gesamten Kartenverlauf können Sie hier verfolgen:

Sarah Vojta

Belgien setzt Schiff der russischen Schattenflotte fest

In der Nacht hat Belgien eigenen Angaben zufolge einen Öltanker der sogenannten russischen Schattenflotte geentert. Die belgischen Streitkräfte hätten das Schiff mit Unterstützung Frankreichs festgesetzt, schrieb Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken auf X. Der Tanker werde zum Hafen von Zeebrugge eskortiert und beschlagnahmt. Weitere Informationen nannte Francken nicht. Aus Frankreich gibt es noch keine Bestätigung.

Belgiens Premierminister Bart De Wever gratulierte dem Militär auf X zu "der erfolgreichen Operation in dieser Nacht", ohne den Einsatz konkret zu benennen. Er dankte Frankreich und fügte hinzu: "Belgien wird das internationale Seerecht und die Sicherheit seiner Hoheitsgewässer wahren."

Mehr dazu lesen Sie hier:

Dieter Hoß

Bundesregierung verlängert Treuhandverwaltung für Rosneft Deutschland

Rosneft Deutschland bleibt weiter unter der Treuhandverwaltung des Bundes. Auf einer neuen Rechtsgrundlage hat die Bundesregierung die Bundesnetzagentur als Treuhänderin für die deutschen Tochtergesellschaften des russischen Energiekonzerns eingesetzt. Das teilte das Wirtschaftsministerium in Berlin mit. Sie gilt für die Firmen Rosneft Deutschland GmbH und RN Refining & Marketing GmbH.

Die Netzagentur erhält damit auch die Kontrolle über den jeweiligen Anteil an den drei Raffinerien PCK Schwedt in Brandenburg, MiRO in Karlsruhe und Bayernoil in Vohburg an der Donau (Bayern). Die Anordnung gewährleistet laut Bundeswirtschaftsministerium vor allem die Versorgung der Bundesländer Brandenburg und Berlin. Der Bund hatte die Rosneft-Töchter 2022 nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine unter die Treuhandverwaltung gestellt.

Dieter Hoß

Vier Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

In der grenznahen Region Sumy im Nordosten der Ukraine sind infolge russischer Angriffe mindestens vier Zivilisten getötet worden. Zwei Frauen und zwei Männer seien in Orten der Gemeinden Jampil und Woroschba umgekommen, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow via Telegram mit. Vier weitere Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Insgesamt seien innerhalb des vergangenen Tages 30 Siedlungen mehr als 100-mal beschossen worden. Zivile Gebäude und Infrastruktur seien beschädigt worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

Ivana Sokola

Ukrainisches Außenministerium bekräftigt Unterstützung des iranischen Volkes 

Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran hat die Ukraine ihre Solidarität mit den Iranerinnen und Iranern betont. Die iranische Führung habe Möglichkeiten für Diplomatie ignoriert, teilte das Außenministerium auf der Plattform X mit. Der Grund für die derzeitigen Ereignisse sei die Gewalt und Willkür der iranischen Führung, insbesondere die Tötungen und Repressionen gegen friedliche Demonstranten, die in den letzten Monaten besonders groß geworden seien.

Die russische Regierung hingegen kritisiert vor allem den Angriff auf den Iran. Umfang und Art der "militärpolitischen und propagandistischen Vorbereitungen" ließen keinen Zweifel daran, dass es sich um einen "im Voraus geplanten und unprovozierten Akt bewaffneter Aggression gegen einen souveränen und unabhängigen Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen handelt", teilte das Außenministerium mit.

Mehr zu den Angriffen auf den Iran lesen Sie in unserem Liveblog.

Christina Felschen

Russische Armee hat Kostjantyniwka offenbar mit weißem Phosphor angegriffen

Bei ihrem langsamen Vormarsch auf Kostjantyniwka ist Russlands Armee im Südwesten erneut zurückgedrängt worden. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Geolokalisierte Aufnahmen zeigen heftige russische Angriffe auf die Stadt Kostjantyniwka in der Donezk-Region.

Bei mindestens einem Angriff auf die südwestlichen Stadtteile wurde demnach augenscheinlich weißer Phosphor eingesetzt. Eine ukrainische Brigade in der Region bestätigte das; ihr zufolge halten sich noch 2.000 Zivilisten in der Stadt auf. Ein solcher Angriff wäre ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Russische Truppen hatten in der Ukraine schon zuvor weißes Phosphor eingesetzt.

Mehr dazu lesen Sie hier: 

Tom-Luca Freund

Selenskyj und Fico planen Treffen in der Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico haben ein Treffen in der Ukraine vereinbart. Hintergrund ist der Streit über die gestoppten Öltransfers in der beschädigten Druschba-Pipeline, die russisches Öl über die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei liefert. Ein Termin für das Treffen wurde zunächst nicht genannt.

Tom-Luca Freund

Schweden fängt russische Drohne über dem Öresund ab

Die Drohne, die am vergangenen Mittwoch nahe einem französischen Flugzeugträger vor der schwedischen Küste gesichtet wurde, stammte nach Angaben der schwedischen Armee aus Russland. Das Fluggerät sei von dem russischen Aufklärer Schigulewsk aus aufgestiegen, der zu diesem Zeitpunkt in schwedischen Gewässern unterwegs gewesen sei. Ziel war der in schwedischen Gewässern ankernde französische Flugzeugträger Charles de Gaulle.

Nach der Entdeckung der Drohne wurde diese von einem schwedischen Abwehrsystem in ihrem Betrieb gestört. Der russische Aufklärer Schiguljowsk, von dem das Fluggerät aufgestiegen war, wurde nach dem Vorfall von einem schwedischen Patrouillenboot aus schwedischen Gewässern begleitet. Er befindet sich nun in der Ostsee.

Tom-Luca Freund

Fico wirft Ukraine mangelndes Interesse an Wiederaufnahme von Öltransfers vor

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat der Ukraine nach einem Telefonat mit Wolodymyr Selenskyj vorgeworfen, nicht an der Wiederaufnahme von Öltransfers interessiert zu sein. Nach Einschätzung Ficos wird der Transfer russischen Öls durch die Druschba-Pipeline nicht wieder aufgenommen. Hintergrund ist der seit Ende Januar andauernde Stopp von Öltransfers durch die Pipeline, die von Russland durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei führt. Die ukrainische Regierung führt den Stopp auf Beschädigungen durch einen russischen Drohnenangriff zurück. 

Alena Kammer

Gespräche mit Russland laut Merz nur bei Waffenruhe sinnvoll

Bundeskanzler Friedrich ​Merz hat betont, dass auch er zu Gesprächen mit der russischen Führung bereit war, diese aber angesichts der immer weiter fortgesetzten russischen ​Angriffe auf die Ukraine derzeit sinnlos ⁠seien. "Was sollen wir denn ​noch mehr machen an Diplomatie als das, was wir ‌seit ⁠mehreren Monaten machen?", sagte ​der CDU-Vorsitzende. "Es gab nur eine Vorbedingung: Wenn wir sprechen, wenigstens dann müssen die ⁠Waffen schweigen."

Russland ​habe dies aber nie zugesagt. Er erwähnte ‌eine unabgestimmte, erfolglose Verhandlung ‌von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán in Moskau, ​nach der es "die heftigsten Bombardements in Kyjiw gegen Kinderkrankenhäuser, gegen Altenheime, gegen die zivile ​Infrastruktur, gegen Energieinfrastruktur" gegeben habe. "Wenn das die Antwort von Putin ist auf Diplomatie, dann ist eben gezeigt, ‌dass Diplomatie im Augenblick keinen Erfolg haben ​kann."

Alexander Eydlin

Gegenangriffe im Süden, Marschflugkörper tief in Russland

In den vergangenen Wochen hat es zahlreiche Medienberichte über ukrainische Geländegewinne in Saporischschja gegeben. Vereinzelt war gar von den "größten Rückeroberungen seit 2023" die Rede. Diese Erfolgsmeldungen sind übertrieben: Die Attacken finden in der sogenannten grauen Zone statt, in der keine der beiden Kriegsparteien wirkliche Kontrolle über das Gebiet hat. Und dennoch sind sie nicht unbedeutend, da sie Russlands Vormarsch in einem für die Ukraine gefährlichen Frontabschnitt stoppen.

Mehr als 1.000 Kilometer hinter der russisch-ukrainischen Grenze hat die Ukraine derweil erstmals erfolgreich ihren "Flamingo" genannten Marschflugkörper eingesetzt. Der Angriff galt einer Fabrik, in der Russland ballistische Raketen herstellt – und belegt mehrere bislang angezweifelte Angaben der Ukraine über ihre neue Waffe.

Mehr zu den wichtigsten Ereignissen der Woche lesen Sie im Wochenrückblick:

Alara Yilmaz

Offenbar 55 ghanaische Staatsbürger im Einsatz für Russland in der Ukraine getötet

In der Ukraine sind wohl 55 Ghanaer im Fronteinsatz für Russland gestorben. Dies teilte der ghanaische Außenminister Sam Okudzeto Ablakwa nach einem Besuch in Kyjiw mit. Insgesamt seien wohl 272 Ghanaer von Russland "in den Krieg gelockt worden", zwei davon befänden sich nun in Kriegsgefangenschaft. Laut Ablakwa ist seine Regierung "entschlossen, alle illegalen Rekrutierungsprogramme im Dark Web, die innerhalb unserer Zuständigkeit betrieben werden, aufzuspüren und zu zerschlagen". 

Die Ukraine hatte am Mittwoch erklärt, sie habe mehr als 1.780 Bürger aus 36 afrikanischen Staaten in den Reihen der russischen Streitkräfte ausgemacht. Auch Recherchen der Nachrichtenagentur AFP deuten auf den Einsatz von Menschen aus Afrika aufseiten der russischen Armee hin. Im Gespräch mit AFP gaben kürzlich vier Kenianer an, mit dem Versprechen auf lukrative zivile Arbeitsplätze nach Russland gelockt worden zu sein. Dort seien sie aber gezwungen worden, Arbeitsverträge mit der Armee zu unterschreiben, und seien nach minimaler Ausbildung an die Front geschickt worden.

Anna-Lena Schlitt

Selenskyj lädt slowakischen Premier zu Gesprächen ein

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico zu Gesprächen in die Ukraine eingeladen. In einem Telefonat habe Selenskyj vorgeschlagen, "alle bestehenden Probleme" zwischen den beiden Ländern zu erörtern, teilte das Präsidialamt mit.

Hintergrund ist der Streit um die Druschba-Pipeline. Die Pipeline leitet normalerweise russisches Öl durch ukrainisches Territorium nach Ungarn und in die Slowakei. Sie war ukrainischen Angaben zufolge bei Angriffen der russischen Armee beschädigt und deshalb stillgelegt worden. Ungarn und die Slowakei werfen der Ukraine vor, dass es um eine politische Entscheidung handelt.

Anna-Lena Schlitt

50.000 Menschen im russischen Belgorod ohne Strom 

Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge in der Nacht die Stadt Belgorod angegriffen und dabei die Energieinfrastruktur stark beschädigt. Rund 50.000 Menschen seien ohne Strom, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf ​Telegram mit. Auch die ⁠Wasser- und Wärmeversorgung sei beeinträchtigt. Etwa die Hälfte der Betroffenen soll bis zum Tagesende wieder am Netz sein.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Eine Stellungnahme ‌aus der ⁠Ukraine gab es zunächst nicht. Belgorod liegt rund 70 Kilometer nördlich der ukrainischen Millionenstadt Charkiw. 

Nach oben
Gesamten Artikel lesen