Tracy Chapman hat noch immer die gleichen Sorgen wie mit 16

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Am 11. Juni 1988 horchte die Welt auf: Eine junge schwarze Frau stand auf der Bühne des Londoner Wembley Stadions, ein Arbeiterkind aus Ohio. Die Sängerin, kurze Dreadlocks, lange Ohrringe, brachte Nelson Mandela ein Ständchen zum 70. Geburtstag. Sie hatte nur neben ihrer unverwechselbaren Stimme nur eine Gitarre dabei. Und eine eindringliche Botschaft. Tracy Chapman hieß die 24-Jährige, mit ihrem Song »Fast Car« eroberte sie weltweit die Charts.

Nach jahrelangem Schweigen meldet sich Chapman, mittlerweile 61 Jahre alt, wieder zu Wort. Anlass ist die Vinyl-Neuauflage ihres Debütalbums, das am Freitag erschienen ist. Sie wolle selbst erklären, warum sie dieses Projekt mache und was es ihr bedeute, »anstatt das Geschwätz für mich sprechen zu lassen«, sagte Chapman der »New York Times«.

Obwohl die Künstlerin seit Jahren keine Konzerte mehr gibt, arbeite sie nach wie vor an neuem Material, verriet Chapman: »Ich schreibe immer, spiele immer, übe immer«, sagte sie. Es sei »wirklich grundlegend«, sie denke die ganze Zeit über Musik nach. »Ich spiele und singe und ärgere damit wahrscheinlich die Leute um mich herum«, fügte Chapman hinzu.

»Meine Werte sind dieselben«

Die Frau, die schon mit acht Jahren angefangen hatte, Songs zu schreiben, lehnt das Streamen von Musik strikt ab: »Ich kaufe Musik nur in physischer Form«, so Chapman. »Die Künstler werden bezahlt, wenn man eine CD oder ein Vinyl kauft. Das ist für mich wichtig. In gewisser Weise schränkt das die Auswahl meiner Musik ein, denn ich muss in die Welt hinausgehen und etwas finden, aber ich gehe trotzdem raus.«

In dem Interview betont Chapman, dass sich nichts geändert habe an ihrer Grundeinstellung: »Die Werte der 16-Jährigen, die »Talkin' Bout a Revolution« schrieb, und die der 61-Jährigen, die jetzt hier bei Ihnen sitzt, sind dieselben. Ich habe immer noch dieselben Sorgen. Ich will immer noch dieselben Veränderungen wie damals«, sagte sie.

Gleichwohl besitze sie heute eine andere Perspektive: »Da ich in den Siebzigerjahren aufgewachsen bin und von der Bürgerrechtsbewegung profitiert habe, zu einer Zeit, als sich die Dinge zum Besseren wandelten, hatte ich wohl die Erwartung, dass wir darauf weiter aufbauen würden.«

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