Ein Smart Ring ist die unauffällige Smartwatch-Alternative für Fitness-Tracking und Schlafanalyse. Im Test zeigen Oura, Ringconn und Galaxy Ring ihre Stärken.
Smarte Ringe klingen nach Zukunftsmusik, doch sie sind längst Realität. Sie erfassen Gesundheits- und Fitnessdaten direkt am Finger, messen Puls, Schlafqualität und teils sogar die Körpertemperatur. Dabei gewinnen sie als unauffällige Alternative zu Smartwatches und Fitness-Trackern zunehmend an Beliebtheit. Durch ihr kompaktes Design sind sie ideal für alle, die auf klobige Wearables am Handgelenk verzichten möchten.
Mittlerweile ist der Markt in Bewegung geraten. Mehrere bekannte, aber auch einige hierzulande exotisch anmutende Hersteller bieten leistungsfähige Modelle an. Zu den bekanntesten Anbietern gehören Samsung, Amazfit und Oura, während Marken wie Nextring, Newgen Medicals oder Ringconn ebenfalls spannende Alternativen ins Rennen schicken. Doch welches Modell bietet die beste Kombination aus Tragekomfort, Akkulaufzeit und präzisen Messwerten?
Welcher ist der beste smarte Ring?
Testsieger ist der Oura Ring 4, der mit DSGVO-Konformität sowie sehr präziser Puls- und Schlafmessung begeistern kann. Allerdings benötigt man ein Abo für den vollen Funktionsumfang (6 Euro im Monat oder 70 Euro im Jahr). Preislich geht es ab 399 Euro los.
Technologiesieger ist der Ringconn Gen 2 ab 339 Euro. Das hat der Ring dem schlanken und eleganten Design sowie der hervorragenden Akkulaufzeit zu verdanken. Die Messung ist genau, sogar Anzeichen für Schlafapnoe erkennt der Ring. Beim Datenschutz gibt es aber Bedenken.
Preis-Leistungs-Sieger ist der Nextring N1X Ultra für 199 Euro. Der Ring verfügt über exzellente Sensorik und eine lange Akkulaufzeit, ist aber deutlich preiswerter als die Konkurrenz. Allerdings ist er etwas wuchtig.
KURZÜBERSICHT
Oura Ring 4
Der Oura Ring 4 ist der beste smarte Ring aus unseren Tests: hochwertig verarbeitet, angenehm zu tragen und besonders beim Schlaf-Tracking herausragend präzise. Klare Analysen in der App, zuverlässige Pulsmessung sowie DSGVO-konforme Datenspeicherung runden das Paket ab.
Das Modell in Silber kostet 399 Euro. In Gold sind es 549 Euro, mit gebürstetem Silber 419 Euro. Die Keramik-Ausführung gibt es ab 509 Euro. Das mobile Ladecase kostet 109 Euro. Zusätzlich ist ein Abo erforderlich (6 Euro im Monat oder 70 Euro im Jahr).
VORTEILE
- umfassende Analyse
- hochwertige und robuste Verarbeitung
- DSGVO-konform
- hervorragende Schlafanalyse
- präzise Pulsmessung
NACHTEILE
- teuer
- volle Funktionen nur mit Abo
- etwas dicker
Ringconn Gen 2 Smart Ring
Der Ringconn Gen 2 bietet ein besonders schlankes und elegantes Design, was zu hohem Tragekomfort führt. Auch bei den Tracking-Funktionen zeigt er seine Stärken und liefert zuverlässige Daten zu Herzfrequenz, Blutsauerstoff und Schlafqualität. Er kann sogar Schlafapnoe erkennen.
Der Ringconn Gen 2 kostet in den Farben Silber, Gold und Schwarz bei Amazon 329 Euro. Man bekommt bestimmte Modelle schon für knapp 300 Euro.
VORTEILE
- sehr schlank und schick
- lange Akkulaufzeit
- genaue Mesung
- gutes Schlaf-Tracking mit Schlafapnoe-Erkennung
NACHTEILE
- wenige Sport-Profile
- Pulsmessung bei starker Belastung ungenau
- Ring muss für Pulsmessung exakt sitzen
- Datenschutz eher problematisch
Nextring N1X Ultra Smart Ring
Der Nextring N1X Ultra überzeugt im Test mit außergewöhnlicher Ausdauer: Der smarte Ring hielt zwölf Tage durch – ein Spitzenwert. Auch die Pulsmessung liefert selbst bei intensiven Workouts und variabler Fingerposition genaue Werte. Neben Puls- und SpO₂-Messung erfasst er verlässlich auch HRV. Der Preis von 199 Euro ist fair.
VORTEILE
- lange Akkulaufzeit von 12 Tagen
- genaue Pulsmessung inklusive HRV
- keine Abogebühren
NACHTEILE
- klobiges Design
- unbequem beim Schlaf
- nicht für Krafttraining zu empfehlen
Ratgeber
Was bringt ein Smart Ring?
Smarte Ringe dienen in erster Linie als Gadgets zur Überwachung der Gesundheit. Sie sind verglichen mit einer Smartwatch oder einem Fitness-Armband unscheinbar und stören weniger beim Tragen, etwa im Schlaf.
Ein Smart Ring bietet Funktionen, die über einfaches Schrittzählen hinausgehen. Auf der Innenseite befinden sich präzise PPG-Sensoren (Photoplethysmographie), welche die Herzfrequenz messen und teilweise auch den Blutsauerstoffgehalt (SpO2) bestimmen, während Temperatursensoren Schwankungen der Körpertemperatur erfassen – nützlich für Schlaf-Tracking oder Zyklusvorhersagen. Auch den Schlaf halten sie fest und werten ihn aus.
Einige Modelle, wie der Ringconn Gen 2, erkennen sogar Schlafapnoe. Beschleunigungssensoren analysieren Bewegung und Aktivität, wobei die automatische Sporterkennung je nach Hersteller unterschiedlich zuverlässig funktioniert. Neben der Gesundheitsüberwachung integrieren manche Ringe auch NFC-Chips für kontaktloses Bezahlen oder smarte Gestensteuerung, mit der sich etwa Wecker oder Kamera auslösen lassen.
Als Ersatz für einen Fitness-Tracker (Bestenliste) oder Brustgurt (Ratgeber) zur Pulsmessung sind sie jedoch weniger gedacht. Oft fehlt es an einer ausreichenden Anzahl an Sportprofilen in der App, zudem messen viele Ringe den Puls bei stark schwankenden Belastungen nicht so genau wie eine Sportuhr oder ein Fitness-Tracker und schon gar nicht wie ein Brustgurt.
Gibt es gute Smart Rings ohne Abo?
Ja, es gibt zahlreiche gute Alternativen ohne Abo. In unserer Bestenliste ist lediglich der Testsieger von Oura zwingend mit einem Bezahlmodell verbunden, um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können.
Wer keine monatlichen Gebühren zahlen möchte, wird bei der Konkurrenz fündig: Modelle wie der Ringconn Gen 2, der Nextring N1X Ultra, der Samsung Galaxy Ring, der Ultrahuman Ring Air und der Luna Smart Ring Gen 2 kommen komplett ohne Abo aus. Auch der Amazfit Helio Ring lässt sich grundsätzlich ohne laufende Kosten nutzen – lediglich für einige weitergehende Analyse-Features bietet der Hersteller ein Abomodell an.
Ist ein Smart Ring wasserdicht?
Geht es um die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit, zeigen sich die Top-Modelle der aktuellen Bestenliste zwar durchweg solide, aber mit feinen Unterschieden im Detail.
An der Spitze des Testfelds thronen der Oura Ring, der Ringconn, Samsungs Galaxy Ring sowie der Nextring. Diese Modelle sind nach 10 ATM zertifiziert, was theoretisch dem Druck einer Wassersäule von 100 Metern entspricht. In der Praxis bedeutet das:
- Schwimmen und Schnorcheln: Absolut unbedenklich.
- Wassersport: Die Ringe halten auch kurzzeitigen Belastungen bei höherer Geschwindigkeit stand.
- Gerätetauchen: Hier ziehen die Hersteller die Grenze. Für echte Tauchgänge wäre eine Klassifizierung von mindestens 20 ATM empfehlenswert, um die dynamischen Druckspitzen unter Wasser sicher abzufangen.
Die übrigen Modelle im Vergleich erfüllen meist den 5-ATM-Standard. Auch wenn dies marketingtechnisch oft als „wasserdicht“ bezeichnet wird, ist hier etwas mehr Vorsicht geboten. Zwar ist das Bahnenschwimmen im Pool damit definitiv möglich, auf Sprünge ins Wasser oder ausgiebige Tauchmanöver im Meer sollte man jedoch eher verzichten, um die Dichtungen nicht zu überfordern.
Tipp: Wer viel Zeit im Salzwasser verbringt, sollte seinen smarten Ring danach grundsätzlich mit Süßwasser abspülen, um Korrosion an den Ladekontakten und Materialermüdung vorzubeugen.
Kann man mit einem Smart Ring bezahlen?
Keiner der in dieser Bestenliste gezeigten Smart Rings verfügt über einen NFC-Chip – kontaktloses Bezahlen ist mit diesen Modellen also nicht möglich. Ihr Fokus liegt rein auf dem Gesundheits- und Fitness-Tracking.
Wer jedoch genau diese Funktion sucht, wird bei speziellen Ringen wie dem Pagopace Pago fündig. Dieser Ring dient als Bezahlmethode und hat einen integrierten NFC-Chip, dafür gibt es aber keine Gesundheitssensoren. Wichtig: Voraussetzung für die Nutzung ist, dass die eigene Bank den Ring unterstützt.
Mittlerweile beginnen einige Hersteller jedoch damit, Gesundheitssensoren und NFC-Funktionalität in einem einzigen Ring zu kombinieren – eine Entwicklung, die zeitnah zum Standard werden dürfte.
An welchem Finger sollte man den Smart Ring tragen?
Der Smart Ring sollte idealerweise am Mittelfinger oder Zeigefinger getragen werden, da diese Finger in der Regel am besten für die Messung von Vitaldaten geeignet sind. Der Mittelfinger bietet einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Genauigkeit, da er weder zu dick noch zu dünn ist und eine stabile Position während des Tragens gewährleistet. Einige Modelle empfehlen auch den Ringfinger, da dieser oft weniger Bewegungen ausführt, was die Messgenauigkeit verbessern kann.
Es ist wichtig, den Ring nicht zu locker oder zu fest zu tragen, um eine präzise Messung zu gewährleisten und gleichzeitig den Komfort nicht zu beeinträchtigen. Bei den meisten Herstellern gibt es die Möglichkeit, die Größe vorher zu testen, um die beste Passform für den gewünschten Finger zu finden.
Können Smart Rings den Blutdruck messen?
Nein, derzeit gibt es noch keinen Smart Ring, der über die verbauten PPG-Sensoren den Blutdruck messen kann. Auch bei Wearables im Allgemeinen ist diese Funktion bisher selten zu finden. Eine Ausnahme bildet die Samsung Galaxy Watch (Testbericht) – allerdings ohne medizinische Zertifizierung. Zudem ist hier zur Kalibrierung eine klassische Blutdruckmanschette nötig.
Einen anderen Weg geht die Huawei Watch D2 (Testbericht), bei der eine Manschette direkt ins Armband integriert ist. Interessant ist außerdem das Hilo Band (Testbericht): Es nimmt fortlaufend Blutdruckwerte über den PPG-Sensor auf, benötigt aber alle 30 Tage eine Kalibrierung mit einer beiliegenden Manschette.
Was ist besser, Smartwatch oder Smart Ring?
Ob ein Smart Ring oder eine Smartwatch besser passen, hängt stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Für die Schlafüberwachung ist ein Smart Ring angenehmer, da er kompakter ist und weniger stört als eine Uhr am Handgelenk. Allerdings können die Lichtemissionen des PPG-Sensors nachts als störend empfunden werden. Bei der Pulsmessung sind Smartwatches präziser – vor allem bei hoher körperlicher Belastung, da sie größere Sensorflächen nutzen und kontinuierlich messen.
Ein weiterer Vorteil der Smartwatch ist ihre Vielseitigkeit: Neben Fitness-Tracking bietet sie Benachrichtigungen, Musikwiedergabe, Navigation und oft auch kontaktloses Bezahlen. Smart Rings sind hier stark eingeschränkt – nur wenige Modelle haben NFC-Chips, und eine eigenständige Nutzung ohne Smartphone ist meist nicht möglich. Zudem erlauben Smartwatches die direkte Steuerung des Smartphones, etwa für Anrufe oder Nachrichten.
Dafür punkten Smart Rings mit einer längeren Akkulaufzeit von mehreren Tagen bis zu zwei Wochen, während Smartwatches von Apple oder mit Wear OS fast täglich an die Steckdose müssen. Auch im Alltag sind die Ringe dezenter – vor allem für Nutzer, die keine Uhr tragen möchten.
Fazit
Smarte Ringe sind eine spannende Alternative beim Gesundheits-Tracking und dürften in den nächsten Jahren weiter an Fahrt gewinnen. Ihr großer Vorteil: Sie sind unauffällig und im Schlaf deutlich angenehmer zu tragen als eine Smartwatch. Wer ohnehin lieber zur klassischen Quarzuhr greift, findet im intelligenten Ring eine echte Alternative für die Gesundheitsdaten.
Allerdings zeigen die Ringe noch Schwächen: Die Pulsmessung ist weniger zuverlässig als bei einer Sportuhr. Für die Streckenaufzeichnung im Freien ist zudem das Smartphone nötig, da die Ringe keinen Platz für ein GPS-Modul bieten. Auch die Schlafanalyse schwächelt mitunter, vor allem bei Wachphasen.
Als Testsieger geht der Oura Ring 4 hervor: DSGVO-Konformität sowie präzise Messwerte bei Puls und Schlaf überzeugen im Vergleich am meisten – den vollen Funktionsumfang gibt es jedoch nur im Abo. Auf dem zweiten Platz folgt als Technologiesieger der Ringconn Gen 2 mit der besten Akkulaufzeit, einem schlanken Design und präzisen Messwerten – sogar Anzeichen einer Schlafapnoe erkennt der Ring zuverlässig. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis liegt dagegen der Nextring N1X Ultra vorn: Seine Sensorik überzeugt, das Design wirkt allerdings etwas klobig.
Weitere Wearables finden sich in diesen Bestenlisten:
BESTENLISTE
Oura Ring 4
Gute Verarbeitung, DSGVO-konform und Top-Schlafanalyse: Der Oura 4 bietet eine genaue Auswertung der Vitalwerte – um ein Abo kommt man aber nicht herum.
VORTEILE
- umfassende Analyse
- hochwertige und robuste Verarbeitung
- DSGVO-konform
- hervorragende Schlafanalyse
- präzise Pulsmessung
NACHTEILE
- teuer
- volle Funktionen nur mit Abo
- etwas dicker
Oura Ring 4 im Test: Smart Ring mit hervorragendem Schlaf-Tracking
Gute Verarbeitung, DSGVO-konform und Top-Schlafanalyse: Der Oura 4 bietet eine genaue Auswertung der Vitalwerte – um ein Abo kommt man aber nicht herum.
Der Oura Ring 4 markiert die vierte Generation des smarten Rings des finnischen Herstellers. Wer ungern mit einer Smartwatch schläft oder sie im Alltag als störend empfindet, findet hier eine dezente Alternative, um Vitalwerte kontinuierlich zu erfassen. Für den vollen Funktionsumfang ist zwar ein Abo nötig, grundlegende Gesundheitsdaten liefert der Ring aber auch ohne Mitgliedschaft.
Im mehrwöchigen Praxistest punktete der smarte Ring primär als dezenter Schlaf-Tracker, lieferte darüber hinaus jedoch auch valide Einblicke in die allgemeinen Vitaldaten. Dank der hohen Messpräzision und des unaufdringlichen Formfaktors stört das Wearable – im Gegensatz zu vielen Smartwatches – nachts kaum.
Nachdem wir bereits im vergangenen Jahr das Titan-Modell unter die Lupe genommen haben, ergänzen wir den Test nun um die Erfahrungen mit der Keramik-Ausführung sowie dem optional erhältlichen Lade-Case.
Design & Tragekomfort
Der Oura Ring 4 ist schlicht und symmetrisch gestaltet, wirkt hochwertig und kann auch als Schmuckstück überzeugen. Er ist in zwölf Größen von 4 bis 15 erhältlich. Der Ring misst 7,9 mm in der Breite und rund 2,9 mm in der Dicke. Das entspricht in etwa einem klassischen Ehering. Je nach Größe bringt er zwischen 3,3 und 5,2 g auf die Waage.
Im Vergleich fällt der Oura etwas massiver aus: Der Ringconn Gen 2 ist mit 6,8 mm deutlich filigraner. Der Oura sitzt also präsenter am Finger, man gewöhnt sich aber schnell daran. Empfehlenswert ist, ihn an der nicht dominanten Hand zu tragen – also als Rechtshänder links – da er sonst im Alltag stören kann.
An der Unterseite befindet sich eine kleine Kerbe als Markierung. Sie zeigt, wie der Ring korrekt getragen werden muss, damit die Pulsmessung exakt funktioniert – die Kerbe sollte nach unten zeigen. Der Hersteller empfiehlt, den Zeigefinger für die genauesten Messwerte zu verwenden. Im Alltag war der Ring für uns dort aber unpraktisch, weil man leichter an Gegenstände stößt. Als Kompromiss haben wir den Mittelfinger gewählt.
Der Oura Ring 4 ist bis 100 Meter wasserdicht und damit alltagstauglich robust. Duschen, Schwimmen und Sauna sind unbedenklich, fürs Gerätetauchen ist er jedoch nicht ausgelegt, und auch aggressive Chemikalien sollte man meiden – beim Putzen also besser abnehmen. Das Titangehäuse mit PVD- oder DLC-Beschichtung schützt zuverlässig vor Kratzern und Stößen.
Vor dem Kauf liefert Oura ein Testkit mit Kunststoffringen, um die passende Größe zu bestimmen. Diese Ringe sollte man am besten rund 24 Stunden tragen, da sich Finger je nach Temperatur etwas ausdehnen oder zusammenziehen. Im Winter sitzt der Oura tendenziell lockerer.
Im Lieferumfang liegt ein Ladegerät. Der Ring wird einfach aufgesetzt, bis er einrastet – dann leuchtet eine kleine LED auf. Das Ladegerät wird per USB-C-auf-USB-A-Kabel mit einem Netzteil verbunden, das jedoch nicht beiliegt. Ein Ladecase gehört nicht zum Lieferumfang, ist aber separat als Zubehör erhältlich. Wir haben es ebenfalls ausprobiert.
Oura bietet den Ring 4 nun in einer kratzfesten Keramikvariante an, die im direkten Vergleich zum Titanmodell minimal schwerer ist und etwas bulliger wirkt – trotz nahezu identischer Abmessungen. Die Keramik-Edition zeichnet sich im Test besonders durch ihre Widerstandsfähigkeit aus.
Oura Ring 4 - Bilder
Oura Ring 4: Modell aus Keramik (links) und Titan (rechts) mit optionalem Ladecase
heise bestenlisten
Oura Ring 4: Modell aus Keramik (links) und Titan (rechts) mit optionalem Ladecase
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Einrichtung & App
Als Begleit-App dient Oura, erhältlich für Android im Play Store und für iOS im App-Store. Die Einrichtung ist unkompliziert: Konto anlegen, koppeln, fertig. Für den vollen Funktionsumfang ist jedoch ein kostenpflichtiges Abo nötig. Ohne Mitgliedschaft zeigt der Ring nur Basisdaten zu Schlaf, Aktivität und Tagesform. Detaillierte Analysen gibt es erst mit dem Abo für rund 6 Euro im Monat oder 70 Euro im Jahr.
Damit die Werte verlässlich sind, sollte der Ring möglichst durchgehend getragen werden. Er benötigt außerdem Zeit zur Kalibrierung: Nach etwa zwei Wochen sind die Basiswerte stabil. Einzelne Analysen benötigen unterschiedlich lange – Stresslevel etwa fünf Tage, der persönliche Chronotyp bis zu 90 Tage.
Die App ist klar strukturiert. Auf dem Startbildschirm erscheinen oben Punkte für Tagesform, Schlaf und Aktivität sowie die aktuelle Herzfrequenz. Darunter folgen Stresswerte, Herzschlagverlauf, Balance der Herzfrequenzvariabilität (HFV) und die letzten Aktivitäten.
Am unteren Rand bietet das Navigationsmenü eine Ansicht des aktuellen Tags – also des beschriebenen Startbildschirms –, dazu eine kompakte Übersicht der einzelnen Vitalwerte sowie langfristige Gesundheitsstatistiken, etwa zur Schlafqualität, zum durchschnittlichen Stresslevel und zur kardiovaskulären Fitness
Im Test attestierte der Ring soliden Schlaf dank regelmäßiger Zubettgehzeiten, zeigte aber Verbesserungspotenzial beim Stressmanagement – vermutlich berufsbedingt. Beim Herzgesundheitswert ergab sich ein erfreuliches Ergebnis: Das kardiovaskuläre Alter des Testers liegt rund acht Jahre unter seinem tatsächlichen Alter. Unter dem „kardiovaskulären Alter“ versteht man bei Oura ein Maß für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems im Vergleich zum tatsächlichen Alter. Es gibt an, ob das Herz und die Arterien in ihrer Funktionsweise „älter“ oder „jünger“ sind als das chronologische Alter.
Rechts oben wird der Akkustand angezeigt, rechts unten lassen sich über das Plus-Symbol Aktivitäten oder Herzfrequenzmessungen starten. Hinter dem Burger-Menü oben links verbergen sich Einstellungen und Detailberichte.
Eine Offline-Nutzung ist beim Oura Ring nicht vorgesehen – die Daten werden stets mit der Cloud synchronisiert. Da Oura seinen Sitz in Finnland hat, unterliegt die Verarbeitung der DSGVO, Daten werden verschlüsselt auf europäischen Servern gespeichert. Persönliche Gesundheitsdaten gibt Oura laut eigenen Angaben nicht an Dritte weiter, was dem Ring beim Datenschutz einen klaren Vorteil gegenüber asiatischen Konkurrenten wie Ringconn verschafft.
Aktivität & Tracking
Der Ring misst den Herzschlag fortlaufend und erkennt viele Aktivitäten automatisch. Die App fragt bei erkannten Bewegungen nach, ob man etwa spazieren, joggen oder Rad fahren war – die Zuordnung klappt meist gut, gelegentlich aber auch kurios: Nach einem stressigen Telefonat vermutet der Ring schon mal, man sei laufen gewesen.
Über die App lässt sich der persönliche Fitnesszustand per Test ermitteln: Dafür soll man sechs Minuten lang möglichst zügig gehen. Anhand der dabei gemessenen Herzfrequenz, der Erholungszeit und in Kombination mit Schlaf- und Trainingsdaten berechnet Oura anschließend den Fitnesslevel sowie das kardiovaskuläre Alter.
Für Workouts lässt sich die Pulsmessung manuell starten. Dabei lieferte der Ring im Test erstaunlich genaue Werte, nahezu auf dem Niveau einer Fitnessuhr. Er zählt ebenfalls präzise Schritte, wenn auch etwas weniger exakt als eine Smartwatch. Der Kalorienverbrauch ist eher als grobe Schätzung zu verstehen, vermittelt aber plausibel den Tagestrend.
Nachts erfasst der Oura Ring 4 zusätzlich die Sauerstoffsättigung (SpO₂) und die Herzfrequenzvariabilität (HFV). Letztere zeigt, wie flexibel das Herz auf Belastung reagiert: Eine hohe HFV steht für gute Erholung, eine niedrige für Stress oder Erschöpfung.
Insgesamt präsentiert sich der Oura Ring 4 weniger als klassischer Fitness-Tracker, sondern als ausgewogener Gesundheitsmonitor, der Erholung, Aktivität und Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellt. Bemerkenswert war eine Erfahrung im Test: Wenige Tage vor dem Ausbruch einer Erkältung warnte der Ring, dass etwas nicht stimme – und empfahl, sich zu schonen.
Oura Ring 4 - App
Schlafanalyse
Besonders überzeugt hat im Test die Schlafanalyse des Oura Ring 4. Sie unterteilt den Schlaf in die üblichen Phasen – Leicht-, Tief- und REM-Schlaf – sowie in Wachzeiten. Zusätzlich erfasst der Ring die Einschlaflatenz, also wie lange man zum Einschlafen braucht, und bewertet das Timing im Vergleich zu vorherigen Nächten.
Darauf basierend berechnet die App Zeit im Bett und tatsächliche Schlafdauer. Im Vergleich zu Smartwatches wirkten die Ergebnisse des Oura Rings am zuverlässigsten: Selbst kurze Wachphasen in der Nacht wurden präzise erkannt – er erwies sich damit als unsere Nummer eins fürs Schlaf-Tracking.
Aus den gesammelten Daten erstellt die App außerdem eine Schlafeffizienz in Prozent und zeigt in einem Diagramm den Verlauf der Herzfrequenz. Wie zuvor erwähnt, erfasst der Ring auch die HRV und den SpO₂ während der Nacht.
Akku & Laden
Je nach Nutzung liegt die Laufzeit laut Hersteller bei 5 bis 8 Tagen. Im viermonatigen Test hielt der Oura Ring 4 im Schnitt knapp unter eine Woche durch – getragen fast rund um die Uhr. Der Ladevorgang dauert je nach Netzteil etwa 60 bis 80 Minuten, lässt sich aber mit 20 Minuten Schnellladen so weit auffrischen, dass der Ring einen weiteren Tag durchhält. Zum Laden benötigt man ein Netzteil mit USB-C, das nicht zum Lieferumfang gehört.
Neu hinzugekommen ist ein mobiles Ladecase mit Akku. Dieses lädt den Ring bis zu fünfmal auf. Geladen wird das Case per USB-C binnen 90 Minuten, ein Netzteil liegt ebenfalls nicht bei.
Preis
Die UVP des Oura Ring 4 liegt bei 399 Euro für die silberne und schwarze Variante, 449 Euro für Stealth und Brushed Silver sowie 549 Euro für die Modelle in Gold und Roségold. Bei Amazon bekommt man das Modell in Silber für 399 Euro. Mit gebürstetem Silber sind es 419 Euro, in Gold geht es ab 549 Euro los. Das optionale Ladecase kostet abermals 109 Euro – man benötigt hier zwingend das Passende zur Ringgröße.
Die neue Keramik-Ausführung ist seit Oktober auf dem deutschen Markt. Technisch unterscheidet sie sich nicht von den Metallmodellen, lediglich Material und Design sind neu. Erhältlich sind vier Farben: Anthrazit (Midnight), Creme (Cloud), Rosé (Petal) und Hellgrün (Tide). Die beträgt UVP 549 Euro. Die Variante in Beige sowie in Hellgrün ist derzeit reduziert auf 509 Euro.
Das ist insgesamt ziemlich teuer. Umfangreiche Auswertungen stehen zudem nur mit einem kostenpflichtigen Abo zur Verfügung, das etwa 6 Euro im Monat oder 70 Euro im Jahr kostet. Lediglich der erste Monat ist nach dem Kauf kostenlos.
Fazit
Der Oura Ring 4 überzeugt als bislang bester Smart Ring im Test. Er wirkt hochwertig verarbeitet, lässt sich gut als Schmuckstück tragen und bietet einen angenehmen Tragekomfort – auch wenn er etwas dicker ausfällt als die Konkurrenz von Ringconn.
Die App ist übersichtlich aufgebaut und liefert umfassende Analysen der Vitalwerte. Die Pulsmessung ist erfreulich präzise, die Aktivitätserkennung solide, wenn auch nicht ganz auf Smartwatch-Niveau. Pluspunkt: Oura setzt als finnisches Unternehmen auf Datenschutz nach DSGVO-Standard und speichert alle Daten verschlüsselt auf Servern innerhalb der EU.
Die Akkulaufzeit liegt mit knapp einer Woche im soliden Mittelfeld und entspricht etwa dem Niveau des Galaxy Ring, auch wenn einige Mitbewerber länger durchhalten. Ihre größten Stärken zeigt die Kombination aus Ring und App im Schlaf-Tracking: Die Analyse von Schlafphasen und Wachzeiten ist sehr präzise und liefert ein klares Bild von Erholung und Gesundheitstrends.
Kritikpunkte bleiben überschaubar – der Preis ist hoch, und für den vollen Funktionsumfang ist ein Abo nötig. Dennoch: Wer Wert auf diskretes, präzises und datenschutzkonformes Gesundheits-Tracking legt, findet im Oura Ring 4 aktuell die überzeugendste Lösung.
Ringconn Gen 2 Smart Ring
Der Ringconn Gen 2 macht optisch einiges her und wirkt deutlich weniger klobig als die Konkurrenz. Ob die Tracking-Funktionen ebenfalls überzeugen, zeigt der Test.
VORTEILE
- sehr schlank und schick
- lange Akkulaufzeit
- genaue Mesung
- gutes Schlaf-Tracking mit Schlafapnoe-Erkennung
NACHTEILE
- wenige Sport-Profile
- Pulsmessung bei starker Belastung ungenau
- Ring muss für Pulsmessung exakt sitzen
- Datenschutz eher problematisch
Ringconn Gen 2 im Test: Richtig guter Smart Ring läuft 10 Tage
Der Ringconn Gen 2 macht optisch einiges her und wirkt deutlich weniger klobig als die Konkurrenz. Ob die Tracking-Funktionen ebenfalls überzeugen, zeigt der Test.
Der Nachfolger des beliebten Ringconn Smart Ring bietet erneut ein sehr schlankes und schickes Design und präzise Tracking-Funktionen. Damit eignet er sich als Schmuckstück und Fitness-Tracker gleichermaßen. Der Ring misst den Puls, die Blutsauerstoffsättigung, überwacht den Schlaf und ermöglicht sogar eine Erkennung von Schlafapnoe.
Design & Tragekomfort
Der Ringconn Gen 2 hebt sich durch sein schlankes und kompaktes Design von vielen anderen smarten Ringen ab. Während manche Modelle klobig wirken, bleibt dieser Ring angenehm dezent am Finger und integriert sich optisch nahtlos in den Alltag. Der Ringconn Gen 2 ist zudem bis 10 ATM wasserdicht, die meisten Ringe bieten hier nur 5 ATM.
Auffällig ist die leicht eckige Formgebung: Der Ring ist wie der Vorgänger schon nicht kreisrund, sondern besitzt eine subtile rechteckige Andeutung. Dieses Design verleiht ihm einen modernen, stilvollen Look und sorgt gleichzeitig für eine angenehme Passform. Durch die ergonomische Gestaltung sitzt er komfortabel und drückt auch bei längerem Tragen kaum spürbar gegen die Haut. Damit wirkt der Ring im Alltag besonders unauffällig und stört weder beim Tippen auf einer Tastatur noch beim Sport oder Schlafen.
Das mitgelieferte Ladecase ist zwar recht groß und wuchtig im Vergleich zum Ring selbst, erfüllt aber seinen Zweck. Insgesamt überzeugt der Ringconn Gen 2 mit einer Kombination aus stilvollem Design, hohem Tragekomfort und unaufdringlicher Eleganz.
Ringconn Gen 2 - Bilder
Einrichtung & App
Der Smart Ring wird mit der Ringconn-App gekoppelt, die sowohl für Android als auch iOS verfügbar ist. Diese dient zur Steuerung und Konfiguration des Rings sowie zur Auswertung aller gesammelten Daten oder zum Festlegen von Zielen.
Die App ist übersichtlich aufgebaut. Im ersten Reiter unter „Einblicke“ finden Nutzer eine Übersicht aller gesammelten Daten, etwa zur Dauer und Qualität des Schlafs, zur Übersicht der Aktivitäten, zum Stresslevel, zu Vitalwerten und mehr. Unter „Planen“ steht ein KI-Assistent zur Verfügung, mit dem man einen Gesundheitsplan erstellen und überwachen kann. So lässt sich beispielsweise sicherstellen, dass man regelmäßig ausreichend Schlaf bekommt oder genügend Bewegung hat.
Im Bereich „Trends“ fasst die App alle wichtigen Daten zusammen. Sämtliche Einstellungen und Ziele sowie die Akkulaufzeit findet man unter „Profil“. Unten mittig ist ein runder Button mit der Aufschrift „AI“ platziert. Hier befindet sich der KI-Assistent, dem man Fragen stellen kann, etwa wie gut man geschlafen hat, wie der Stresslevel ist oder ob man sich ausreichend bewegt.
Aktivität & Tracking
Die Schrittzählung des Ringconn Gen 2 erweist sich im Vergleich zu anderen Geräten wie Smartwatches oder Fitness-Trackern als ziemlich genau und weicht im Schnitt nur um knapp 5 Prozent ab – ein akzeptabler Wert. Eine Temperaturmessung gibt es zwar, diese erfolgt aber nur im Schlaf und dient vorwiegend zur Überwachung des Menstruationszyklus für weibliche Benutzer.
Die Pulsmessung erfolgt automatisch alle 5 oder 30 Minuten, das Intervall lässt sich in der App festlegen. Auf Wunsch kann der Puls auch manuell gemessen werden. Die Blutsauerstoffmessung ist ebenfalls möglich. Wichtig ist, dass der Ring fest am Finger sitzt – andernfalls misst er nicht zuverlässig. Auf dem Ringfinger saß er in unserem Test etwas zu locker, brauchbare Messwerte erhielten wir nur am Mittelfinger. Der Hersteller empfiehlt, den Ring am Zeigefinger zu tragen, was wir im Alltag jedoch als weniger praktisch empfinden. Alternativ lässt er sich auch auf dem Ring- oder Mittelfinger tragen.
Der Ruhepuls wird präzise wiedergegeben, und auch beim Sport arbeitet die Pulsmessung weitgehend genau. Anders sieht es jedoch bei intensiven Sportarten aus, etwa beim Spinning auf dem Indoor-Cycle. Hier kommt die Messung mit hohen Schwankungen nicht mehr richtig mit: Während die App im Training einen Maximalwert von 150 Schlägen pro Minute anzeigte, zeigte die Pulsuhr über 160 Schläge.
Leider gibt es nur wenige Sportprofile – ein Manko, denn durch das schlanke Design stört der Ring beim Sport kaum. Selbst Krafttraining wäre denkbar, auch wenn wir ihn beim Training mit Hanteln lieber abnehmen. Unter „Einblicke“ stehen als Übungen aber nur Ausdauersportarten zur Verfügung: Laufen im Freien, Laufen in Innenräumen, Radfahren im Freien und Wandern. Das ist zu wenig – zumindest ein freies Training für Bodyweight-Workouts oder für Fahrrad-Ergometer und Crosstrainer zu Hause wäre wünschenswert gewesen.
In der App gibt es zudem eine Option, den Ring per Bluetooth zu orten. Dabei zeigt die App den groben Standort innerhalb weniger Meter an. Zusätzlich kann man LEDs aufleuchten lassen. Ebenfalls erfreulich: Sämtliche Analysen aus der App stehen kostenlos und ohne Abomodell zur Verfügung.
Allerdings sollte man nicht zu viel im Hinblick auf Datenschutz erwarten, da das Unternehmen in China sitzt. Gesammelte Daten aus der App landen auf den Servern des Herstellers.
Ringconn Gen 2 - App
Schlafanalyse
Der Ringconn Gen 2 unterteilt den Schlaf in die üblichen Phasen: Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf. Zudem bewertet die App die Qualität der einzelnen Daten sowie das Verhältnis zueinander und weist auf mögliche Auffälligkeiten beim Herzschlag oder der Blutsauerstoffsättigung hin. Die Angaben und die Genauigkeit wirkten in unserem Test sehr plausibel. So erkannte der Ring auch Wachphasen erstaunlich gut – besser als die meisten Smartwatches, die wir parallel zum Vergleich getestet haben.
Sehr ungewöhnlich: Der Ringconn Gen 2 verfügt über ein System, das Schlafapnoe erkennen kann. Schlafapnoe ist eine schlafbezogene Atemstörung, bei der es während des Schlafs zu wiederholten Atemaussetzern kommt, was zu Sauerstoffmangel und damit wenig erholsamen Schlaf führen kann. Da der Autor dieses Textes nicht darunter leidet, konnten wir diese Funktion jedoch nicht wirklich testen.
Akku & Laden
Im Test kommt der Ringconn Gen 2 auf eine Akkulaufzeit von über zehn Tagen. Das ist ein exzellenter Wert, der in unseren Tests erst von einem anderen Ring übertroffen wurde. Zum Laden dient das beigelegte Case. Dieses verfügt über einen eigenen Akku, kann also den Ring ohne Netzteil aufladen.
Preis
Der Ringconn Gen 2 kostet bei Amazon derzeit 339 Euro in den Farben Silber, Gold und Schwarz. Die günstigsten Angebote für den Ring starten bei knapp 300 Euro. Die neun Ringgrößen reichen von 6 bis 14 (US-Größe). Wir raten dazu, vorher ein Sizing Kit beim Hersteller anzufordern.
Fazit
Der Ringconn Gen 2 überzeugt im Test mit einem schlanken, eleganten Design und einem hohen Tragekomfort, der ihn von vielen klobigen Konkurrenzmodellen abhebt. Auch die Tracking-Funktionen sind präzise und liefern verlässliche Daten zur Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung und Schlafqualität. Besonders die detaillierte Schlafanalyse, inklusive der Möglichkeit, Schlafapnoe zu erkennen, ist ein Alleinstellungsmerkmal.
Allerdings zeigt der smarte Ring auch Schwächen: Die Sportfunktionen sind stark auf Ausdauersportarten beschränkt, und die Pulsmessung kommt bei intensiven Workouts an ihre Grenzen. Dafür punktet der Ring mit einer beeindruckenden Akkulaufzeit von über zehn Tagen. Wer einen unauffälligen Fitness-Tracker mit guter Schlafüberwachung sucht und keine ausgefeilte Sportanalyse benötigt, bekommt mit dem Ringconn Gen 2 dennoch eine kompakte Alternative zu Smartwatches.
Nextring N1X Ultra Smart Ring
Der Era-Fit Nextring N1X Ultra überzeugt mit präziser Pulsmessung, langer Akkulaufzeit und fairem Preis. Kleinere Abstriche gibt es kaum, wie der Testbericht zeigt.
VORTEILE
- lange Akkulaufzeit von 12 Tagen
- genaue Pulsmessung inklusive HRV
- keine Abogebühren
NACHTEILE
- klobiges Design
- unbequem beim Schlaf
- nicht für Krafttraining zu empfehlen
Nextring N1X Ultra im Test: Smart Ring mit genauer Pulsmessung läuft 12 Tage
Der Era-Fit Nextring N1X Ultra überzeugt mit präziser Pulsmessung, langer Akkulaufzeit und fairem Preis. Kleinere Abstriche gibt es kaum, wie der Testbericht zeigt.
Smarte Ringe mausern sich seit letztem Jahr zunehmend als Alternative zu einem herkömmlichen Fitness-Tracker. Sie sind sehr kompakt, unauffällig und können rund um die Uhr über den Finger Gesundheitsdaten erfassen. In diese Kategorie gehört auch der Nextring von Era-Fit, einem österreichischen Unternehmen.
Der Smart Ring bietet präzise Pulsmessung, eine lange Akkulaufzeit und umfangreiche Tracking-Funktionen für Aktivitäten und die Schlafüberwachung. Doch wie schlägt er sich im Alltag? Das zeigen wir in unserem ausführlichen Nextring-Test.
Design & Tragekomfort
Der Nextring besteht aus Metall und ist hochwertig verarbeitet. Der innere Bereich mit der Sensorik ist durch Kunststoff versiegelt, wodurch der Ring wasserdicht ist – sogar nach 10 ATM (100 Meter Wassersäule). Damit eignet er sich auch zum Schwimmen, Schnorcheln und den Wassersport.
Ungewöhnlich ist die Form: Die Oberfläche außen ist zwar kreisrund, läuft jedoch nach oben hin auf eine spitze Erhebung zu. Das verleiht ihm ein markantes Design und führt zum praktischen Nebeneffekt, dass die korrekte Ausrichtung am Finger sofort erkennbar ist. Zeigt die Spitze nach oben, liegen die Sensoren korrekt auf der Unterseite des Fingers.
Für präzise Messwerte ist der richtige Sitz entscheidend. Die Sensoren sollten sich an der Fingerinnenseite befinden, um den Blutfluss optimal zu messen. Der Hersteller empfiehlt, den Ring am Zeigefinger der nicht dominanten Hand zu tragen. Alternativ sind auch Mittel- oder Ringfinger geeignet, da die Unterschiede in der Messgenauigkeit minimal ausfallen. Im Test haben wir vorwiegend den Mittel- und Ringfinger genutzt. Um die richtige Größe zu bestimmen, bietet der Hersteller ein Testing-Kit an. Insgesamt stehen neun Größen von 6 bis 14 zur Auswahl. Im Test wurde der Ring am Mittel- und Ringfinger getragen.
Allerdings hat das Design auch einen Nachteil: Der Nextring ist vergleichsweise dick und klobig. Wer bisher keinen Ring getragen hat, könnte ihn zunächst als störend empfinden – besonders nachts beim Schlafen, wenn er spürbar zwischen den Fingern liegt. Das kann unangenehm sein, etwa wenn die Hand zur Faust geballt oder die Finger eng beieinander gehalten werden. Andere smarte Ringe aus unseren Tests wirkten etwas schlanker und bequemer.
Zum Lieferumfang gehört ein kleines Case aus Kunststoff mit Deckel sowie ein USB-C- auf USB-A-Kabel zum Laden. Ein Netzteil liegt nicht bei, hier eignet sich ein handelsübliches Smartphone-Ladegerät mit USB-A-Anschluss. Das Case des Rings verfügt über einen USB-C-Steckplatz.
Nextring N1X Ultra Smart Ring - Bilder
Einrichtung & App
Ist der Ring aufgeladen, lädt man die Nextring-App herunter und koppelt diese dann mit dem Ring. Anschließend installiert man etwaige Firmware-Updates und kann dann direkt loslegen. Die Nextring-App ist gelungen und übersichtlich gestaltet.
Auf der Startseite finden sich Karten zu Gesundheits-Trends, Schlaf, Aktivität, Balance (Stressmessung) sowie Herzfrequenz und geschätzt den Blutsauerstoffgehalt. Tippt man auf eine der Karten, öffnet sich eine detaillierte Auswertung des jeweiligen Bereichs mit einer Darstellung nach Tag, Woche oder Monat. Ein weiterer Reiter bietet eine Gesundheitsübersicht, die die Aktivität des laufenden Tages, den Schlaf der letzten Nacht, den aktuellen Puls, die Blutsauerstoffgehalt sowie die Herzratenvariabilität (HRV) zusammenfasst. Unter dem Reiter Profil findet man sämtliche Einstellungsmöglichkeiten.
Die in der App gesammelten Daten werden laut Hersteller sicher und gemäß der DSGVO in einer Cloud innerhalb der EU gespeichert. Der Server der Cloud für Nextring befindet sich in Frankreich und dient als zentraler Speicherort für alle Daten aus der EU und dem Vereinigten Königreich. Über die App werden die Daten verschlüsselt an den Server in Frankreich übertragen und dort sicher gespeichert, wobei stets höchste Datenschutz- und Sicherheitsstandards eingehalten werden.
Funktionen & Tracking
Der Nextring erfüllt ähnliche Aufgaben wie ein Fitness-Tracker (Bestenliste). Er zeichnet Aktivitäten auf in Form von gezählten Schritten und dem annähernden Kalorienverbrauch. Er misst zudem Puls, Blutsauerstoffsättigung (SpO2) sowie die Herzratenvariabilität (HRV) und analysiert den Schlaf.
Die HRV misst Schwankungen zwischen Herzschlägen in Millisekunden und dient als Indikator für die Anpassungsfähigkeit des autonomen Nervensystems. Eine hohe HRV wird mit guter Erholung und kardiovaskulärer Gesundheit assoziiert, während eine niedrige HRV auf Stress, Übertraining oder gesundheitliche Probleme hinweisen kann. Der Ring misst auch die Hauttemperatur und zeigt auffällige Veränderungen an.
Zudem lässt sich hier eine Messung des VO2max durchführen. Dieser Wert gibt an, wie viel Sauerstoff der Körper während intensiver körperlicher Aktivität maximal aufnehmen und verwerten kann. Er wird in Millilitern Sauerstoff pro Minute und Kilogramm Körpergewicht (ml/min/kg) angegeben und dient als Indikator für die Ausdauerleistung sowie die allgemeine Herzgesundheit. Für die Messung ist ein zehnminütiger zügiger Spaziergang erforderlich, während der Ring die Daten erfasst. Dabei muss das Smartphone-GPS aktiviert sein.
Ein weiterer Reiter der App ist dem Sport gewidmet. Als Trainingsprofile stehen Laufen, Gehen, Radfahren, Atemtraining und ein Ganzkörper-Workout zur Auswahl. Die Herzfrequenzmessung ist für einen smarten Ring überraschend präzise – der Hersteller gibt eine Genauigkeit von rund 90 Prozent an, sofern der Ring korrekt sitzt und nicht zu locker getragen wird. In erster Linie eigentlich der Nextring für das Ausdauertraining. Beim Krafttraining stört der klobige Ring allerdings, insbesondere, wenn man mit Hanteln trainiert.
Im Test haben wir die Messwerte beim Indoorcycling mit einem Schwinn 800IC (Testbericht) sowie beim Aerobic-Training mit denen einer Huawei Watch Fit 3 (Testbericht) verglichen. Die Abweichungen waren minimal, sowohl beim durchschnittlichen als auch beim maximalen Puls. Das ist beeindruckend, denn viele andere Ringe aus unseren Tests hatten vorwiegend bei hoher Belastung Schwierigkeiten, schnelle Änderungen der Herzfrequenz zuverlässig zu erfassen. Auch die Schrittzählung wirkte plausibel und wich in der Regel höchstens 10 Prozent von einer Smartwatch ab.
Schlaf-Analyse
Kommen wir zur Schlaf-Analyse, vermutlich dem interessantesten Einsatzfeld eines smarten Rings. Unterteilt wird der Schlaf wie bei einer Smartwatch auch in unterschiedliche Phasen: leichter Schlaf, Tiefschlaf, REM sowie Wachzustände oder ein kurzes Nickerchen. Ferner hält der Nextring auch den Herzschlag sowie Blutsauerstoff im Schlaf fest.
Die Ergebnisse wirken auf uns verglichen mit einem anderen smarten Ring sowie der Watch Fit 3 und Garmin Venu 3 (Testbericht) äußerst plausibel. Wachphasen könnte der Nextring besser erkennen; zudem geht der Ring zu schnell davon aus, dass wir eingeschlafen sind. Das Problem hatten wir aber auch mit anderen Smartwatches in unserem Test. Letzten Endes bleiben das nur Näherungswerte, für eine detaillierte Analyse würde man ein Schlaflabor benötigen. Allerdings fühlt sich der Ring durch das klobige Design etwas unbequem im Schlaf an. Zudem kann das Aufleuchten des Infrarotsensors im Ring im Schlaf stören – insbesondere auch die Partnerin oder den Partner.
Nextring N1X Ultra Smart Ring - App
Akku & Laden
Der Nextring hat eine beeindruckende Akkulaufzeit. Laut Hersteller sind bis zu zwei Wochen möglich, im Test kamen wir auf einen Wert von rund zwölf Tagen. Dabei haben wir den Ring fast durchgehend getragen. Das macht den Nextring hier sogar zum Spitzenreiter bei der Laufzeit unter den Ringen noch vor dem Ringconn Ring.
Zum Aufladen legt man den smarten Ring in das Lade-Case. Dieses wird per USB-C-Kabel mit einem Ladegerät verbunden (nicht im Lieferumfang enthalten). Ein Ladevorgang dauert etwa zwei Stunden.
Preis
Der Nextring von Era-Fit hat eine UVP von 349 Euro und ist derzeit reduziert für 199 Euro beim Hersteller erhältlich. Das macht den Ring deutlich günstiger als die Konkurrenten Samsung Galaxy Ring oder Oura Ring.
Fazit
Der Nextring von Era-Fit hinterlässt im Test einen starken Eindruck. Besonders überzeugt hat die üppige Akkulaufzeit – der Ring hielt im Test problemlos zwölf Tage durch. Auch die Genauigkeit der Pulsmessung ist beeindruckend: Selbst bei intensivem Sport, getragen am Mittel- oder Ringfinger, wichen die Werte kaum von denen eines hochwertigen Fitness-Trackers ab. Damit ist der Nextring der bisher präziseste smarte Ring in unseren Tests. Neben Puls und Blutsauerstoff erfasst er zudem annähernd die Herzratenvariabilität (HRV) sowie die VO2max.
Eine deutliche Schwäche zeigt sich jedoch beim Design: Der Ring ist vergleichsweise klobig und schwer. Wer ihn über längere Zeit trägt, könnte ihn als unbequem empfinden. Das war bei unserem Test speziell beim Schlaf der Fall. Das ist schade, denn gerade für die Nutzung bei Nacht ist ein Smart Ring prädestiniert. Abgesehen davon ist der Ring aber absolut empfehlenswert und auch sein Geld wert.
Samsung Galaxy Ring
Samsungs erster Smart Ring ist schick, ausdauernd und trackt Gesundheits- sowie Schlafdaten zuverlässig. Ob sich der teure Galaxy Ring lohnt, zeigt der Test.
VORTEILE
- angenehmer Tragekomfort & hochwertiges Design
- gute Akkulaufzeit (bis zu sieben Tage)
- keine Abo-Kosten für Gesundheitsdaten
NACHTEILE
- hohe UVP trotz begrenztem Funktionsumfang
- ungenaue Pulsmessung bei intensiver Aktivität
- keine Sportaufzeichnung ohne Smartphone?
Samsung Galaxy Ring im Test: richtig guter Smart Ring ohne Abo – aber teuer
Samsungs erster Smart Ring ist schick, ausdauernd und trackt Gesundheits- sowie Schlafdaten zuverlässig. Ob sich der teure Galaxy Ring lohnt, zeigt der Test.
Smarte Ringe entwickeln sich zunehmend zur kompakten Alternative für Fitness-Tracker. Besonders für die unauffällige Überwachung im Schlaf sind sie prädestiniert – ideal für alle, die keine Smartwatch tragen möchten, aber dennoch ihre Aktivitäten und Vitaldaten wie den Herzschlag im Blick behalten wollen.
Mit dem Galaxy Ring hat Samsung im vergangenen Sommer seinen ersten Smart Ring vorgestellt. Sowohl Design als auch Funktionsumfang können sich sehen lassen. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 450 Euro liegt der Ring jedoch deutlich über dem Preis vieler Smartwatches. Ob sich der Aufpreis lohnt und welche Schwächen es gibt, zeigt unser Test.
Update: Den Smart Ring haben wir im März 2025 getestet, Samsung hatte uns den Ring für etwa vier Wochen zur Verfügung gestellt. Das Muster liegt uns nicht mehr vor – da aber der Preis mittlerweile auf das Niveau der Mitbewerber gesunken ist, haben wir den Testbericht abermals aktualisiert. Ein Nachfolgemodell ist derzeit nicht in Sicht, denn Samsung befindet sich in einem Patentstreit mit Oura.
Design & Tragekomfort
Vor dem Kauf müssen Nutzer die passende Größe ermitteln, denn der Galaxy Ring lässt sich nachträglich nicht anpassen – auch nicht vom Juwelier. Samsung schickt dafür ein Probierset mit Kunststoffringen in den verfügbaren Größen. Diese Ring-Dummys sollte man mindestens zwei Tage zur Probe tragen, bevor man sich für eine passende Größe entscheidet. Insgesamt stehen elf Größen von 6 bis 15 nach US-Standard zur Verfügung.
Im Alltag trägt sich der Ring angenehm und unauffällig. Er wirkt nicht klobig und stört kaum. Käufer haben die Wahl zwischen Schwarz, Silber und Gold. Trotz seiner Bauhöhe von rund 3 mm wirkt der Galaxy Ring nicht schwer – mit etwa 3 g fällt er deutlich leichter aus, als man erwarten würde. Das liegt am Material. Samsung setzt auf eine Kunststoffbasis mit einer Titanlegierung als Überzug.
Die Verarbeitung überzeugt insgesamt. Der Ring wirkt robust und hochwertig, auch wenn sich kleinere Kratzer bei längerem Tragen kaum vermeiden lassen. Optisch macht er etwas her. Die Form ist leicht nach innen gewölbt, während die Ränder dezent nach außen abfallen. Mit einer Wasserdichtigkeit von bis zu 10 ATM übersteht der Galaxy Ring problemlos Duschen und Schwimmen, Wassersport oder Schnorcheln. Fürs Gerätetauchen ist der Ring nicht zu empfehlen.
Samsung Galaxy Ring - Bilder
Tracking & Funktionen
Die Verbindung zum Smartphone erfolgt per Bluetooth, ein Samsung-Gerät ist dafür nicht zwingend nötig. Der Galaxy Ring funktioniert mit allen Android-Smartphones ab Version 11. Nutzer müssen lediglich die Apps „Galaxy Wearable“ und „Samsung Health“ aus dem Play Store installieren.
Für die Nutzung ist ein Samsung-Konto erforderlich. Die Gesundheitsdaten werden verschlüsselt in der Samsung-Cloud gespeichert und sind ausschließlich über die App einsehbar – eine Weboberfläche fehlt. Ergebnisse nach einem Work-out lassen sich automatisch zu Strava exportieren oder via Health Connect mit Google teilen. Aktuell verzichtet Samsung auf eine monatliche Abo-Gebühr.
Der Galaxy Ring misst über Sensoren an der Innenseite Puls, Körpertemperatur und Bewegung. Daraus berechnet die App Schritte, Kalorienverbrauch, Stresslevel, einen täglichen Energiewert und bei Frauen eine annähernde Vorhersage des Zyklus. Höhenmeter und Stockwerke werden nicht erfasst. Der Energiewert wird einmal täglich auf Basis der Vortagsdaten angezeigt und ändert sich über den Tag nicht. Schritte werden auch bei Aktivitäten wie Radfahren gezählt.
Sportaufzeichnungen lassen sich nicht direkt am Ring starten, sondern erfordern die App. Der Ring erkennt automatisch nur Gehen und Laufen, andere Aktivitäten wie Radfahren werden nicht zuverlässig erkannt. Die Pulsmessung ist bei manuell gestarteten Aktivitäten solide, bei automatisch erkannten oder nicht erkannten Sportarten jedoch unzuverlässig. Die Messgenauigkeit lässt bei starker körperlicher Belastung nach. Ohne aktive Aufzeichnung über die App bricht die Pulserfassung teils komplett ab – etwa beim Radfahren – was unpraktisch ist, wenn das Smartphone nicht griffbereit ist. Der Galaxy Ring ist unserer Ansicht nach damit weniger gut als Fitness-Tracker geeignet.
Im Gegensatz zu einer Smartwatch kann der Galaxy Ring das Smartphone nicht sinnvoll ergänzen oder ersetzen. Funktionen wie kontaktloses Bezahlen, GPS-Tracking oder Benachrichtigungen via Vibration fehlen. Auch eine Steuerung des Smartphones ist nur bedingt möglich. Eine Ausnahme bildet die Steuerung der Kamera und des Weckers per Doppeltipp – diese Funktion klappt nur in Verbindung mit einem Samsung-Smartphone.
Schlafanalyse
Die Schlafanalyse umfasst Schlafphasen (Tiefschlaf, leichter Schlaf, REM und Wachphasen), Hauttemperatur (aber nur im Schlaf) und Blutsauerstoff. Im Test funktionierte das zuverlässig, selbst Wachphasen wurden korrekt erkannt. Zudem erfasst der Ring in Verbindung mit dem Smartphone auch Schnarchen. Im Vergleich mit einer Huawei-Smartwatch lagen Ruhepuls- sowie Schlafdaten in einem vergleichbaren Bereich, allerdings wird der Puls nur alle zehn Minuten gemessen – Spitzen gehen dabei verloren.
Akku & Laden
Den Akkustand des Rings sieht man in der Wearable-App oder über den Button „Verbunden“ in Samsung Health. Etwa einen Tag bevor der Ring leer ist, warnt das Smartphone automatisch per App. Im Test hielt der Akku je nach Nutzung fünf bis sieben Tage durch. Wird der Galaxy Ring zusammen mit einer Galaxy Watch genutzt, kann sich die Akkulaufzeit laut Hersteller durch die Aufteilung der Messaufgaben um bis zu 30 Prozent verlängern.
Geladen wird der Ring ausschließlich im mitgelieferten Case, was knapp eine Stunde dauert. Eine LED zeigt den Ladestand von Case und Ring an. Im Test erwies sich das Laden als unkompliziert – der Ring sitzt sicher und verrutscht nicht. Nur beim Einlegen muss der Winkel genau stimmen, da das Case präzise geformt ist. Das Lade-Case speichert mehrere Ringladungen und lässt sich selbst per Qi oder USB-C aufladen.
Preis
Die UVP liegt bei stolzen 449 Euro. Mittlerweile bekommt man den Ring in Größe 10 schon ab 379 Euro. Die Größen reichen von 5 bis 15 - als Farben stehen Schwarz, Silber und Gold zur Auswahl.
Fazit
Der Galaxy Ring trägt sich angenehm, bietet eine gute Akkulaufzeit und liefert Gesundheitsdaten auf dem Niveau von Smartwatches. Das Konzept ist nicht neu, doch Samsung profitiert vom eigenen Ökosystem und der derzeit kostenlosen Cloudnutzung.
Als Fitness- oder Sporttracker überzeugt der Ring weniger: Automatische Erkennung ist unzuverlässig und manuell gestartete Aufzeichnungen erfordern das Smartphone. Bei starken Pulsschwankungen bei intensivem Training ist der Ring nicht so genau wie ein Fitness-Tracker. Für ambitionierte Sportler ist der Ring daher ungeeignet.
Für Nutzer, die unauffällig Gesundheits- und Schlafdaten erfassen möchten, ist der Ring eine gute Option – der Preis wirkt angesichts der Funktionalität und des Angebots der Konkurrenz jedoch zu hoch.
Luna Smart Ring Gen 2
Schickes Design, praktisches Ladecase, kein Abo: Der Luna Smart Ring Gen 2 will es der Konkurrenz zeigen. Wir klären, ob die Sensoren wirklich gut tracken.
VORTEILE
- stilvolles Design
- Ladecase
- übersichtliche App mit KI
- ohne Abonnement
NACHTEILE
- ungenaue Schlafanalyse
- Ausreißer beim Pulsmessung beim Sport
- App synchronisiert lange
- Datenschutz
Luna Smart Ring Gen 2 im Test: Alternative zum Oura Ring ohne Abo?
Schickes Design, praktisches Ladecase, kein Abo: Der Luna Smart Ring Gen 2 will es der Konkurrenz zeigen. Wir klären, ob die Sensoren wirklich gut tracken.
Smarte Ringe sind eine spannende, weil unauffällige Alternative zum klassischen Fitness-Tracker – zumindest in der Theorie. Für Furore sorgte vor allem der finnische Hersteller Oura mit seinem gleichnamigen Ring – größter Wermutstropfen ist aber das kostenpflichtige Abomodell.
Es gibt aber einige Alternativen, ganz ohne Abo. Mit dem Luna Ring testen wir nach dem Ultrahuman Ring bereits den zweiten Fitness-Ring aus Indien. Das schicke Schmuckstück der indischen Marke Noise, hinter der das Unternehmen Nexxbase steckt, kommt sogar mit einer praktischen Ladestation – ob er sich auch im Alltag bewährt und genau weiß, wie das Herz schlägt, zeigt dieser Test.
Design & Tragekomfort
Der Luna Ring sieht schick und edel aus – wir haben das silberne Modell getestet. Auffällig ist eine diagonale Kante, die minimal aus dem Ring hervorsteht. Sie soll nach oben zeigen, damit die PPG-Sensoren auf der Unterseite des Fingers korrekt sitzen. Das ist praktisch – ein solches Feature sucht man beim Ultrahuman Ring vergeblich. Die Einkerbung beim Oura Ring funktioniert im Alltag aber besser: Sie lässt sich blind ertasten, während die zarte Kante des Luna Rings schon mal unbemerkt verrutscht.
Verglichen mit Ultrahuman Ring und RingConn wirkt der Luna Ring etwas klobiger, ist aber nicht so wuchtig wie die Modelle von Amazfit oder Nextring. Dank Wasserdichtigkeit nach 5 ATM kann der Ring problemlos beim Duschen und Schwimmen am Finger bleiben. Kratzer haben sich am Ring innerhalb der Testphase von gut zwei Monaten keine gesammelt.
Nach der Bestellung kommt zunächst das Sizing-Kit mit Kunststoff-Attrappen ins Haus. Diese sollte man mindestens 24 Stunden tragen, denn die Finger schwellen im Tagesverlauf an und ab. Nur ein gut sitzender Ring liefert genaue Pulswerte. Wir haben uns für Größe 10 entschieden und sind auf den Mittelfinger ausgewichen – am eigentlich empfohlenen Zeigefinger störte der Ring beim Tippen und Greifen. Allerdings saß er am Mittelfinger etwas locker und verrutschte bei kalten Fingern, was die Messgenauigkeit beeinträchtigen kann. Unser Tipp: Den Dummy aus dem Sizing-Kit wirklich ausgiebig testen.
Auch das Ladecase sieht stylish aus: eine aufklappbare, quadratische Schale mit abgerundeten Ecken aus transparentem Kunststoff, oben mit Metallring als Designakzent. In der Mitte wird der Ring eingelegt – rastet er ein, sitzt er korrekt und beginnt zu laden, was eine kleine LED signalisiert. Der USB-C-Anschluss sitzt auf der Rückseite.
Luna Smart Ring Gen 2 - Bilder
Einrichtung & App
Die passende Luna-Ring-App gibt es kostenlos im Apple App Store und im Google Play Store. Im Hintergrund arbeitet das hauseigene Betriebssystem LifeOS, in das auch ein KI-Chatbot für Gesundheitsfragen integriert ist.
Die App ist erfreulich aufgeräumt – einzig der App-Start und das Synchronisieren ziehen sich gefühlt etwas. Auf der Startseite gibt es Informationen zu erkannten Aktivitäten sowie die Schlafbewertung der vergangenen Nacht. Direkt darunter wartet der Gesundheitsmonitor mit Werten zu Atmung, Ruheherzfrequenz, Blutsauerstoff, Herzfrequenzvariabilität und Hauttemperatur. Es folgen ein Chatfenster für die LifeOS-KI sowie die persönliche Bereitschaft auf einer Skala von 1 bis 100, analog zur Schlafbewertung.
Dazu gibt es einen Überblick über die jüngsten Aktivitäten plus Angaben zu Herzfrequenz und Stress – also alles, was das Quantified-Self-Herz höherschlagen lässt. Oben rechts auf dem Startscreen erkennt man den Akkustand des Rings. Weitere Widgets lassen sich nach Belieben einbinden, etwa Schritte, optionale Trink-Reminder oder ein Schlafplaner, der anhand des zirkadianen Rhythmus den idealen Zeitpunkt fürs Bett vorschlägt.
Unten führt eine Leiste zu separaten Reitern für Schlaf, Bereitschaft, Aktivität sowie noch mal zur LifeOS-KI. Dort gibt es jeweils tiefergehende Auswertungen. So aufgeräumt präsentiert sich sonst nur die Oura-App – damit lässt sich gut arbeiten.
Eher unschön: Die Datenschutzerklärung gibt es nur auf Englisch und ausschließlich auf der Website des Herstellers – in der App sucht man sie vergeblich. Wer sich den Luna Ring an den Finger steckt, sollte zudem wissen: Die Gesundheitsdaten gehen auf Weltreise. Laut Kleingedrucktem landen die Biometriewerte auf US-Servern von Amazon Web Services, verwaltet vom indischen Hersteller Nexxbase. Zwar verweist Luna auf EU-Standardvertragsklauseln als Schutzmechanismus, für DSGVO-Verfechter bleibt aber ein fader Beigeschmack: Sensible Gesundheitsdaten verlassen den europäischen Rechtsraum – und damit auch dessen unmittelbare Kontrolle.
Luna Smart Ring Gen 2 - App
Aktivität & Tracking
Der Ring überwacht ähnlich wie ein Fitness-Tracker die Aktivitäten des Trägers sowie fortlaufend die Herzfrequenz. Den obligatorischen Schrittzähler gibt es ebenfalls – wie bei smarten Ringen gewohnt liefert er aber nur ungenaue und teils zu hohe Werte und reicht nicht an die Genauigkeit einer hochwertigen Sportuhr heran. Aktivitäten erkennt der Ring automatisch, allerdings interpretiert er zunächst alles als Gehen. Per Hand lässt sich die Aktivität dann als Laufen, Tanzen oder eine andere Sportart bestimmen – sofern es nicht Gehen ist.
Sportliche Einheiten kann man auch manuell aufzeichnen. Das geschieht über den eher unscheinbaren Plus-Button rechts unten. Hier lassen sich Schlaf oder Workouts nachtragen sowie das Live-Tracking für ein Workout starten. Insgesamt stehen 34 Sportmodi zur Verfügung. Bei aktiver Trainingsaufzeichnung – etwa beim Laufen oder Radfahren – zeichnet die App auch grob die Strecke auf, basierend auf dem GPS des Smartphones. Beim Schwimmen zählt der Ring allerdings keine Bahnen. Wer mag, kann mit der KI einen passenden Trainingsplan erstellen.
Im Ruhezustand wirkt die Pulsmessung recht genau und zuverlässig – sofern der Ring richtig sitzt. Fürs Training haben wir ihn bewusst auf den Zeigefinger umgesteckt, damit er fester anliegt. Im Praxistest zeigten sich Licht und Schatten: Je nach Sportart schlugen die Pulswerte teils extrem aus. Beim Spinning etwa – traditionell eine echte Herausforderung für Fitness-Tracker – wich der Ring vom Polar-Brustgurt mit leichter Verzögerung höchstens fünf bis sechs Schläge ab. Auf die Durchschnittswerte des gesamten Workouts beschränkte sich die Abweichung sogar nur auf rund zwei Schläge.
Beim Joggen drehte der Ring dagegen komplett durch: Anfangs meldete er eine viel zu hohe Herzfrequenz, die laut Polar-Brustgurt und Huawei-Sportuhr beileibe nicht anlag. Mit der Zeit pendelte sich der Wert wieder ein und lag nur unwesentlich darüber oder darunter – das Vertrauen in den Ring war damit aber vorerst dahin. Schade, denn in vielen Fällen wirkt die Aufzeichnung präzise. Die starken Ausreißer machen den Luna Ring aber nur bedingt zum verlässlichen Fitness-Tracker – das klappt bei Samsung oder Oura noch eine Spur besser.
Schlafanalyse & Gesundheit
Der wohl nützlichste Bereich eines smarten Rings ist die Überwachung von Schlaf und Gesundheit. Anders als eine Smartwatch stört der Ring nachts deutlich weniger – auch wenn das Leuchten der Sensoren im Dunkeln klar erkennbar ist und Partner oder Partnerin stören kann.
Beim Schlaf-Tracking teilt der Luna Ring die Nacht in die üblichen Phasen ein: Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM-Schlaf (jene Phase mit besonders intensiven Träumen) sowie zumindest in der Theorie Wachphasen. Aus der Analyse berechnet die App einen Score von 1 bis 100, kombiniert mit der Herzfrequenz ergibt sich daraus ein Bereitschaftsindex. In der Praxis fällt die Schlafanalyse aber nicht immer überzeugend aus. Im Vergleich mit einem Oura Ring oder einer aktuellen Huawei-Sportuhr erkannte der Luna Ring Wachphasen nicht immer zuverlässig – nächtliche Toilettengänge blieben ihm teilweise verborgen.
Nickerchen am Tag erfasst er zwar automatisch, manchmal interpretiert er aber schon den Einschlafversuch als Powernap und schimpft den Nutzer dann freundlich, warum er denn vor dem Zubettgehen noch ein Nickerchen einlegen müsse. Auch beim Fernsehen meinte der Ring schon mal, wir würden schlafen – was trotz einer langweiligen Bundesligapartie definitiv nicht der Fall war. Fairerweise: Alle Wearables liefern letztlich nur eine Schätzung auf Basis von Herzschlag und Algorithmen. Eine wirklich exakte Erfassung würde ein EEG voraussetzen.
Zu den wichtigsten Gesundheitsfunktionen gehören das Tracking des Ruhepulses tagsüber und nachts sowie die Herzfrequenzvariabilität (HRV) – also die Schwankung der Zeitabstände zwischen den Herzschlägen, ein guter Indikator für Stress und Erholung. Über die LifeOS-KI lassen sich Rückfragen klären. Eine Warnung bei besonders hohem oder niedrigem Puls bietet die App allerdings nicht, und auch der VO2max-Wert fehlt.
Zu den weiteren Vitaldaten zählen die Schätzung des Blutsauerstoffgehalts (SpO₂) und die Hauttemperatur – Letztere ist besonders fürs Zyklus-Tracking relevant, das wir mit dem Ring allerdings nicht getestet haben. Praktisch: Die Anzeige des zirkadianen Rhythmus zeigt anhand der gesammelten Daten, zu welcher Tageszeit man besonders produktiv ist und wann es sinnvoll wäre, ins Bett zu gehen.
Akku & Laden
Beim Akku zeigt sich der Luna Ring alltagstauglich, aber ohne Ausdauerrekorde. In unserem Test hielt er rund fünf Tage durch – bei 24/7-Nutzung, nur kurz unterbrochen fürs Duschen sowie ein bis zwei aktiv aufgezeichnete Workouts pro Woche.
Wer den Ring überwiegend im Hintergrund arbeiten lässt, kommt auf bis zu sechs Tage. Werden Trainings häufiger aktiv getrackt, sinkt die Laufzeit spürbar auf knapp vier Tage. Einen echten Stromsparmodus wie bei Ultrahuman gibt es leider nicht.
Praktisch ist das Ladecase. Es liefert genug Energie für etwa vier bis fünf vollständige Ladungen und macht das Nachladen unterwegs unkompliziert. Der Ring selbst ist in rund 75 Minuten wieder voll. Das Case lädt per USB-C in etwa 90 Minuten – ein Netzteil liegt nicht bei.
Preis
Der Luna Ring ist direkt beim Hersteller ab 329 Euro erhältlich. Nach der Bestellung schickt Luna zunächst kostenfrei ein Sizing-Kit zu, mit dem sich die passende Ringgröße ermitteln lässt. Zur Auswahl stehen die Farben Gold, Roségold, Silber, Mattschwarz und glänzendes Schwarz.
Fazit
Der Luna Smart Ring Gen 2 zählt zu den schicksten smarten Ringen auf dem Markt und ist ein echtes Schmuckstück. Praktisch ist das mobile Ladecase, mit dem sich der Ring auch unterwegs nachladen lässt. Die App ist übersichtlich aufgebaut, dank integrierter KI gibt es bei Fragen schnelle Auskunft. Die Akkulaufzeit von vier bis sechs Tagen bewegt sich im soliden Mittelfeld.
Beim Tracking zeigt der Luna Ring trotz umfangreicher Messungen einige Aussetzer: Wachphasen erkennt die Schlafanalyse nur unzuverlässig, die Pulsmessung im Sport leistet sich trotz präziser Werte gelegentliche Ausreißer nach oben. Heikel ist auch der Umgang mit Nutzerdaten – DSGVO-konform dürfte das kaum sein.
Wer einen Smart Ring ohne Abomodell sucht, findet im Luna Ring ein schickes Modell mit gelungener App und vielen Vitalwerten – sofern man mit Schwächen bei Schlafanalyse, Pulsmessung und Datenschutz leben kann.
Ultrahuman Ring Air
Der Ultrahuman Ring Air trackt Schlaf, Herzfrequenz und HRV ohne Abo-Zwang – kompakt, leicht und unauffälliger als eine Smartwatch.
VORTEILE
- leicht & bequem
- ordentliches Fitness-Tracking
- gute Schlafanalyse
- umfangreiche Stress- und Herzüberwachung
NACHTEILE
- Datenschutz
- ohne Positions-Markierung
- unübersichtliche Datenaufbereitung
- kein Ladecase
Ultrahuman Ring Air im Test: Guter Smart Ring ohne Pflicht-Abo für rund 300 Euro
Der Ultrahuman Ring Air trackt Schlaf, Herzfrequenz und HRV ohne Abo-Zwang – kompakt, leicht und unauffälliger als eine Smartwatch.
Wer ungern eine Smartwatch trägt, aber trotzdem Gesundheitsdaten im Blick behalten will, findet in smarten Ringen eine kompakte und unauffällige Alternative – die in den vergangenen Jahren enorm besser geworden ist.
Einer der aufstrebenden Anbieter ist Ultrahuman. Die Idee zum indischen Unternehmen entstand in einem Muay-Thai-Trainingscamp in Thailand: Dort erkannte einer der späteren Gründer, dass nicht nur Diabetiker von Stoffwechseldaten profitieren, sondern eigentlich jeder, der Training und Ernährung optimieren will.
Das Flaggschiff ist der Ultrahuman Ring Air: ein smarter Ring, der kaum am Finger auffällt und Schlaf, Herzfrequenz, HRV, Hauttemperatur sowie Blutsauerstoff trackt – ganz ohne Abonnement. Wie gut das im Alltag funktioniert, zeigt unser Test.
Design & Tragekomfort
Der Ultrahuman Ring setzt auf Understatement: Unser Testmuster in Roségold kommt ohne Kerbungen, Muster oder Markierungen daher – schlicht, elegant, glatt. Am Finger fällt er kaum auf, denn der Ring ist angenehm leicht mit nur 2,4 g und stört im Alltag so gut wie gar nicht. Was uns allerdings fehlt, ist eine kleine Kerbe, die anzeigt, wo die Sensoren optimal sitzen sollten – das kennen wir von Oura.
Das matte Finish sieht schick aus, wirkt im direkten Vergleich aber etwas weniger hochwertig als bei der Konkurrenz. Zudem vermuten wir, dass der Ring schnell Kratzer einfangen dürfte – auch wenn unser Exemplar den Test bislang unbeschadet überstanden hat. Neben Roségold gibt es die Farben Gold, Schwarz, mattes Dunkelgrau und mattes Silber namens „Raw Titanium“ sowie eine glänzende Silbervariante in „Space Silver“.
Vor dem finalen Kauf sollte man unbedingt das Sizing-Kit nutzen, das vorab kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Die Attrappe sollte mindestens 48 Stunden am Finger bleiben, denn Finger schwellen im Tagesverlauf an. Praktischerweise liefert Ultrahuman sogar ein Vorschaupaket aller verfügbaren Ringmaterialien mit. Verglichen mit anderen smarten Ringen der Konkurrenz fällt der Ultrahuman etwas zu groß aus – wir haben bewusst eine Nummer kleiner gewählt und statt Größe 10 zur 9 gegriffen. Das hat sich bewährt. Hier hilft das Sizing-Kit enorm.
Im Alltag sitzt der Ring bei uns am Mittelfinger. Der Zeigefinger liefert laut Hersteller zwar präzisere Messergebnisse, ist aber wenig alltagstauglich – Türklinken, Kaffeetassen, Tastaturen: Man eckt ständig an. Beim Sport wechseln wir den Ring aber gezielt auf den Zeigefinger, um bestmögliche Daten zu erhalten.
Ultrahuman Ring Air - Bilder
Einrichtung & App
Zur Nutzung des Rings ist die Ultrahuman-App erforderlich, erhältlich im Google Play Store und im Apple App Store. Zum Kalibrieren empfiehlt Ultrahuman, den Ring mindestens 14 Tage zu tragen – die App informiert dabei laufend darüber, wie weit der Eichvorgang fortgeschritten ist.
Der Startscreen liefert eine Übersicht der wichtigsten Vitalwerte: Morgens steht etwa der Schlafbericht ganz oben, darunter folgen weitere „Core Metrics“ mit Schlafdaten, Werten zur dynamischen Erholung, Bewegung und zusätzlichen Metriken. Die Synchronisierung morgens dauert allerdings recht lange. Über ein Plus-Zeichen rechts unten im Ring-Tab lassen sich ferner Workouts starten, Aktivitäten hinzufügen, Mahlzeiten tracken, den Puls messen oder Atemübungen durchführen.
Weiter unten finden sich Vitalwerte sowie sogenannte „Power Plugs“ – kleine Zusatzfeatures mit Sonderfunktionen, etwa eine Anzeige für das ideale Koffeinfenster für Kaffeetrinker oder das zirkadiane Fenster. Dafür gibt es sogar eine Art von App-Store. Einige Power Plugs sind kostenlos, weitere gibt es nur gegen Aufpreis als Abonnement. Die Afib-Erkennung soll etwa helfen, Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen – kostet bei Ultrahuman allerdings 6 Euro im Monat oder 50 Euro im Jahr.
Insgesamt ist die Navigation etwas unübersichtlich – der Starttab packt zu viele Informationen auf einmal. Sämtliche Daten finden sich ausschließlich dort, während die übrigen Tabs hauptsächlich auf andere Ultrahuman-Produkte hinweisen. Ein separater Bereich für Schlaf oder Sport wäre deutlich praktischer gewesen – bei Oura etwa ist das übersichtlicher gelöst. Immerhin: Der Wochenbericht von Ultrahuman ist gut gelungen.
Teilweise finden sich in der App noch englischsprachige Bereiche oder missverständliche Übersetzungen. Zudem übertreibt es der Ring mit Benachrichtigungen auf dem Smartphone – die ebenfalls teils auf Englisch erscheinen.
Eine Offline-Nutzung ist nicht vorgesehen. Die Datenschutzbedingungen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen gibt es nur auf Englisch. Ein Vermerk gibt nur vage an, dass Daten auf internationalen Servern landen. Es gibt zwar einen EU-Vertreter für den Datenschutz bei Ultrahuman – allerdings sollte man damit rechnen, dass Daten trotzdem außerhalb der EU verarbeitet werden.
Aktivität & Tracking
Gemessen werden unter anderem Herzfrequenz, Stresswerte und Schritte – wobei die Schrittzählung eher ungenau und so als grobe Annäherung zu verstehen ist. Aktivitäten erkennt der Ring automatisch und fragt anschließend nach, was genau durchgeführt wurde – das funktioniert halbwegs verlässlich, je nach Batteriemodus – dazu später mehr. Für gezieltes Training lässt sich über die Plus-Taste ein Workout-Modus mit einer Vielzahl an Trainingsprofilen starten.
Der Ring trackt zudem den Wert für VO2max. Dieser beschreibt, wie viel Sauerstoff der Körper bei maximaler Anstrengung verwerten kann – vereinfacht gesagt: Je höher der Wert, desto fitter und ausdauernder ist man.
Beim Training haben wir den Ring am Zeigefinger getragen, um möglichst genaue Werte zu erzielen. Anfangs zeigte er teils erhöhte Pulswerte – vermutlich, weil Finger und Haut darunter noch nicht aufgewärmt waren. Beim Joggen waren die Messergebnisse dann verlässlich und wichen nur rund drei bis fünf Schläge von einer Sportuhr ab. Beim Intervalltraining lieferte der Ring zwar meistens plausible Werte, gelegentlich kam es jedoch gelegentlich zu einem drastischen Abfall der Herzfrequenz – den es laut Sportuhr und Brustgurt schlicht nicht gab.
Für gleichmäßiges Cardio-Training lässt sich der Ring also gut nutzen, für HIIT-Einheiten eher weniger. Und zum Krafttraining eignen sich smarte Ringe wegen des Verletzungsrisikos ohnehin nicht – ein Ring und eine Hantel sind keine gute Kombination.
Ultrahuman Ring Air - App
Schlafanalyse & Gesundheit
Für die meisten Käufer dürfte die Schlafanalyse das interessanteste Feature sein – und hier spielt ein Ring seinen großen Vorteil aus: Verglichen mit einer Uhr stört er nachts deutlich weniger. Der Ultrahuman Ring unterteilt den Schlaf in verschiedene Phasen: Wach, REM, Tiefschlaf und leichter Schlaf. Er zeigt sowohl die Zeit im Bett als auch die reine Schlafzeit an. Dazu bewertet er, wie effizient der Schlaf war, ob der Zeitpunkt des Zubettgehens optimal lag und wie erholsam die Nacht insgesamt war.
Wichtig zu wissen: All diese Werte sind lediglich algorithmische Annäherungen – wie bei allen Uhren und Ringen. Als Datengrundlage dient primär die Herzfrequenz, ein EEG wie im Schlaflabor wäre weitaus genauer. Die Ergebnisse sollte man daher als grobe Tendenz verstehen, nicht als medizinische Diagnose. Insgesamt wirkten die Werte der Schlafanalyse plausibel – sowohl bei den Wachphasen als auch bei den einzelnen Schlafphasen – und wichen kaum von Konkurrenzprodukten wie dem Oura Ring ab.
Eine zentrale Metrik ist der Herzfrequenz-Abfall im Schlaf sowie die Herzfrequenzvariabilität (HRV). Letztere beschreibt die winzigen Schwankungen im Abstand zwischen zwei Herzschlägen. Klingt paradox, ist aber so: Je unregelmäßiger das Herz in Ruhe schlägt, desto besser. Eine hohe HRV spricht für gute Erholung und Fitness, eine niedrige kann auf Stress, Überlastung oder eine aufkommende Erkrankung hindeuten. Im Test fiel etwa auf, dass unsere HRV zu niedrig war. Unser Herzschlag sank zudem erst spät in der Nacht ab – ein mögliches Indiz für Stress oder zu hohen Koffeinkonsum.
Basierend auf diesen Daten ermittelt der Ring ein sogenanntes Cardio-Alter. Hier war auffällig, dass wir anfangs unter unserem tatsächlichen Alter lagen, dann aber drastisch absackten – vermutlich bedingt durch schlechteren Schlaf und nachlassende HRV. Allerdings lässt die App einen hier etwas allein und erklärt nicht detailliert, was die Werte bedeuten und was man konkret dagegen tun kann. Auch die Hauttemperatur misst der Ring, um etwa auf sich anbahnende Infekte hinzuweisen – im Test blieben die Werte durchweg unauffällig.
Überdies zeigt die App den generellen Stressfaktor sowie die dynamische Erholung anhand von Ruhepuls, HRV und Pulsverlauf über den Tag verteilt. Kombiniert mit den erfassten Aktivitäten gibt der Ring eine Einschätzung, wie erholt man ist. Anhand der Schlafdaten zeigt er zudem eine Tendenz an, wie schnell man derzeit altert – insbesondere das Gehirn. Im Test bescheinigte uns der Ring auch hier wenig Schmeichelhaftes: Wir altern zu schnell. Die persönliche Erkenntnis daraus: weniger Kaffee trinken und am Schlaf arbeiten.
Akku & Laden
Der Ring bietet drei Akku-Modi: einen Turbomodus zur permanenten Überwachung, einen intelligenten Chill-Modus, bei dem nicht ständig gemessen wird, sowie einen sparsamen Batteriemodus, der nur wesentliche Bewegungen erfasst.
Weniger überzeugend schlägt sich der Ultrahuman Ring Air bei der Akkulaufzeit. Trotz eines für einen smarten Ring recht üppigen Akkus von 24 mAh (Größe 9) hielt er im sparsamen Chill-Modus lediglich knapp sechs Tage durch. Im intensiven Turbomodus mit permanenten Messungen waren es rund vier Tage. Dabei trugen wir den Ring rund um die Uhr – außer unter der Dusche und im Fitnessstudio.
Zum Laden liegt ein Ladegerät bei, ein USB-C-Netzteil muss man allerdings selbst mitbringen. Vollständig geladen ist der Ring in knapp zwei Stunden. Ein Ladecase mit integriertem Akku für unterwegs – wie man es etwa von Earbuds kennt – sucht man vergeblich.
Preis
Die UVP für den Ultrahuman Ring Air liegt bei 379 Euro, mittlerweile hat sich der Straßenpreis aber auf rund 350 Euro eingependelt – je nach Farbe und Größe variiert er allerdings. Am günstigsten ist derzeit das Modell in Raw Titanium ab 319 Euro, für die Roségold-Variante werden aktuell 434 Euro fällig. Wer bei der Farbwahl flexibel ist, kann also sparen.
Fazit
Der Ultrahuman Ring Air ist besonders leicht, äußerst angenehm zu tragen und kommt ohne Pflichtabonnement aus. Er bietet sich vorrangig dafür an, den Schlaf zu analysieren und fortlaufende Aktivitäten sowie den Herzschlag zu überwachen. Die Schlafanalyse hinterlässt einen guten Eindruck, und auch für gleichmäßiges Cardio-Training eignet sich der Ring – wenngleich er nur etwa so genau misst wie ein günstiger Fitness-Tracker. Für HIIT oder Krafttraining ist er dagegen kaum geeignet, wie die meisten smarten Ringe.
Einige Sonder-Features sind aber gebührenpflichtig. Die App könnte übersichtlicher sein, zumal die meisten Tabs eher als Werbung für weitere Ultrahuman-Produkte dienen. Auch inhaltlich gibt es Luft nach oben: So attestierte uns der Ring wiederholt schlechte Cardio-Werte im Schlaf und über den Tag verteilt – ohne jedoch konkrete Maßnahmen oder genauere Erklärungen zu liefern. Das verunsichert eher, als dass es hilft.
Kleine Schwächen gibt es auch beim Design: Der Ring wirkt nicht ganz so hochwertig wie die Konkurrenz. Eine Markierung zur optimalen Sensorausrichtung vermissen wir ebenfalls. Ein Ladecase fehlt im Lieferumfang. Gesundheitsdaten dürften auf Servern außerhalb der EU landen. Wer vorwiegend den Schlaf überwachen und die generelle Aktivität samt Herzfrequenz im Blick behalten will, findet hier dennoch eine gute und bezahlbare Lösung ohne Abo-Zwang.
Amazfit Helio Ring
Der Amazift Helio Ring ist eine minimalistische Alternative zur Smartwatch und günstige Alternative zur Konkurrenz. Wie gut der smarte Ring sich in der Praxis schlägt, zeigt der Test.
VORTEILE
- bequeme Lösung zur Schlafüberwachung
- umfangreiche Analysen in App
- schickes Design
NACHTEILE
- kurze Akkulaufzeit
- nur drei Größen
- voller Feature-Umfang für KI-Analysen erfordert Abonnement
- Leuchten der PPG-Sensoren können nachts stören
Amazfit Helio Ring im Test: Smarter Ring für nur knapp über 100 Euro
Der Amazift Helio Ring ist eine minimalistische Alternative zur Smartwatch und günstige Alternative zur Konkurrenz. Wie gut der smarte Ring sich in der Praxis schlägt, zeigt der Test.
Mit dem Helio Ring bringt Amazfit seinen ersten smarten Ring auf dem Markt, um die Konkurrenz aus Galaxy Ring oder Oura Ring das Fürchten zu lehren. Preislich unterbieten die Chinesen das Modell der Koreaner deutlich – was die Features angeht, scheint Gleichstand zu herrschen.
In erster Linie bietet sich der smarte Ring an, um den Schlaf zu überwachen, tägliche Aktivitäten zu erfassen und den Puls kontinuierlich zu messen. Wer ungern eine Smartwatch oder einen Fitness-Tracker trägt, findet hier eine kompakte Lösung fürs Gesundheits-Tracking. Ob der Ring ab 109 Euro hält, was er verspricht, zeigt der Test.
Design & Tragekomfort
Auf den ersten Blick hat man mit dem Helio einen einfachen Ring vor sich. Im Detail fallen dann aber einige Unterschiede auf zu den Modellen von Samsung oder Oura: Ein gepunktetes Muster auf der Oberseite sowie eine kleine Kerbe, welche auf die Stelle mit den Sensoren hindeutet, die sich auf der Unterseite des Fingers befinden sollten. Insgesamt wirkt der Helio etwas wuchtiger als die Modelle der Konkurrenz. Die Farbe liegt zwischen Silber und Gold.
Der Ring besteht aus einer Titanhülle mit integrierten Sensoren auf der Innenseite, die in eine Kunststoffschicht gehüllt sind. Vor dem Kauf sollte man sorgfältig Maß nehmen, denn es gibt den Ring lediglich in drei Größen: Für einen Fingerumfang von 60,3 mm dient Größe 8, für 66 mm Größe 10 und für 71 mm Größe 12. Mit 4 g ist er angenehm leicht – ein Vorteil von Titan.
Amazfit rät generell dazu, den Ring am Zeigefinger zu tragen, was im Alltag aber eher unpraktisch ist. Zwangsweise stößt man ständig an Gegenstände oder verkratzt diese im schlimmsten Fall. Laut Amazift kann man ihn aber auch am Ring- und Mittelfinger tragen. Wir haben das größte Modell genutzt. Dieses saß an einer eher schlanken Männerhand auch auf dem Zeigefinger noch recht locker.
Amazfit Helio Ring - Bilderstrecke
Tracking & Funktionen
Im Prinzip ist der Helio Ring ein abgespeckter Fitness-Tracker. Weder für ein GPS-Modul noch NFC war Platz in dem knappen Raum. Der Ring ist mit einem PPG-Sensor (Photoplethysmographie) zur optischen Pulsmessung, einem Temperatursensor sowie einem EDA-Sensor (Electrodermal Activity) zur Messung des Hautwiderstands ausgestattet. Dazu kommen ein 3-Achsen-Beschleunigungssensor und 3-Achsen-Gyroskop. Damit sind also Bewegungsdaten in Form der Schrittzählung möglich. Neben der Aktivität misst der Ring auch den Schlaf. Obendrein erfasst der Ring standardmäßig den Herzschlag alle 10 Minuten.
Um den Ring zu nutzen, ist die Zepp-App erforderlich, die auch für Smartwatches von Amazfit zum Einsatz kommt. Sie ist kompatibel mit Android und iOS und bereitet die Daten umfangreich auf. So zählt die App die zurückgelegten Schritte und die Herzfrequenz.
Für Sport ist der Ring weniger geeignet – beim Kraftsport etwa stört er an Hanteln. Zudem wäre er für die Pulsüberwachung beim Cardio-Training unpraktisch, da man diese in der App jedes Mal nachschauen müsste. Eine automatische Erkennung von Aktivitäten gibt es nicht, man muss also eine Trainingssession in der App starten. Der Helio Ring ermöglicht die Aufzeichnung von Aktivitäten wie Joggen, Laufbandtraining, Gehen oder Radfahren.
Mangels GPS ist die Routenaufzeichnung nur in Verbindung mit dem Smartphone möglich. Die Schrittzählung erschien uns recht genau und weichte im Vergleich zu einer Huawei Watch Fit 3 (Testbericht) nur rund 5 Prozent ab. Die Pulsmessung wich bei einer mäßigen und konstanten Belastung nur rund 3 Prozent vom Fitness-Tracker von Huawei ab und ist damit recht präzise. Messungen des Stress-Levels wirkten auf uns allerdings nicht immer nachvollziehbar. Gelegentlich überrascht uns die App mit einem Hinweis auf eine „emotionale“ Reaktion – während wir etwa auf der Couch lagen und ein eher langweiliges Fernsehprogramm genossen.
Mit einem kostenpflichtigen Abo erhalten wir zudem Zugriff auf den Zepp Trainer sowie Zepp Aura. Der Zepp Trainer ist ein KI-gestützter Chatbot, der Fragen zu unserem Training beantwortet. Zepp Aura bietet Einschlaf- und Meditationshilfen über die App, etwa entspannende Musik und Hintergrundgeräusche. Auch Aura verfügt über einen Chatbot, der uns bei der Auswahl von Soundkulissen unterstützt. Zepp Trainer kostet rund 4 Euro im Monat, das Jahresabo ist günstiger. Zepp Aura Premium liegt bei 10 Euro im Monat.
Schlafanalyse
Der Schlaf wird unterteilt in leichten, tiefen und REM-Schlaf – wie auch bei Smartwatches. Basierend aus den Schlaf- wie Aktivitäts-Daten der letzten 24 Stunden gibt die App einen Bereitschafts-Grad wieder – sprich: wie fit und belastbar man sein sollte. Der PAI-Wert in der Zepp-App wiederum fasst Herzfrequenz, tägliche Aktivitäten und physiologische Daten zu einem Gesundheitsindikator zusammen. Ein Wert ab 100 gilt laut Amazfit als gesundheitsfördernd. Gleichzeitig dient PAI als motivierendes Gamification-Element für das Training.
Die große Stärke liegt bei der Nutzung im Schlaf, dort ist ein Ring deutlich bequemer als eine sperrige Uhr. Nachts störte jedoch das grüne Aufleuchten des PPG-Sensors (Photoplethysmographie) die Partnerin des Autors dieses Tests ein wenig. Allerdings tut sich der Ring wie schon die meisten Fitness-Tracker aus unsern Tests schwer damit, Wachphasen verlässlich zu erkennen.
Akku & Laden
Die vielleicht größte Schwachstelle im Vergleich zur Konkurrenz von Samsung ist die Akkulaufzeit. Die Akkukapazität reicht je nach Größe des Rings von 16,5 bis 20,5 mAh. Wir haben das große Modell getestet und mussten ihn alle drei Tage aufladen. Fitness-Tracker hingegen halten bis zu zwei Wochen durch. Der Galaxy Ring kommt auf knapp eine Woche. Misst man noch zusätzlich den annähernden Blutsauerstoff, reduziert sich die Laufzeit abermals deutlich.
Mit dem Ladepad ist der Ring in rund zwei Stunden aufgeladen. Dabei muss man genau darauf achten, dass er richtig ausgerichtet ist. Eine weiße LED leuchtet, wenn die Ladung läuft. Ein Netzteil liefert Amazfit nicht mit, nur das Ladepad selbst. Dieses verfügt über einen USB-C-Anschluss, benötigt aber ein Netzteil mit USB-A-Port. In unserem Test hatten wir Probleme mit einem Netzteil mit USB-C auf USB-C, was vermutlich damit zusammenhängt, dass diese Power Delivery (PD) unterstützen, das Ladegerät des Helio Ring aber nicht.
Preis
Mit einer stolzen UVP von 300 Euro war der Amazfit Helio Ring zum Marktstart immerhin nur halb so teuer wie der Galaxy Ring von Samsung. Mittlerweile ist der Preis auf 119 Euro gesunken.
Fazit
Der Amazfit Helio Ring ist eine kompakte Alternative zu Smartwatches und Fitness-Trackern, die besonders bei der Schlafüberwachung und dem Alltags-Tracking punkten. Dank seines leichten Titangehäuses und der umfassenden Zepp-App bietet er eine umfassende Schlafanalyse und motivierende Gesundheitsstatistiken, etwa den PAI-Wert. Der Ring ist eine Option für Minimalisten, die kein klobiges Wearable am Handgelenk möchten. Die App ist übersichtlich und umfangreich, die meisten Messungen weitgehend nachvollziehbar.
Dennoch hat der Helio Ring einige Schwächen, die ihn vorwiegend für Sport-Enthusiasten weniger interessant machen. Dazu gehört die kurze Akkulaufzeit von nur drei bis vier Tagen, das Fehlen von GPS oder NFC oder die Einschränkungen beim Sport-Tracking. Letztlich bietet der Ring also nicht alle Features eines preiswerten Fitness-Trackers, bietet jedoch ein sehr kompaktes Format.
Newgen Medicals Fitnessring ZX-5545
Der Smart Ring von Newgen Medicals bietet Gesundheits-Tracking für den Finger: Puls, Schritte und Schlafüberwachung. Unser Test zeigt, was der günstige Smart Ring kann.
VORTEILE
- Touch-Fläche
- Temperaturmessung jederzeit
- fairer Preis
NACHTEILE
- ungenaue Pulsmessung bei hoher Belastung
- sehr wenige Trainings-Profile
- mäßige Verarbeitung
Newgen Medicals Smart Ring im Test: Schlaf- und Fitness-Tracker ab 40 Euro
Der Smart Ring von Newgen Medicals bietet Gesundheits-Tracking für den Finger: Puls, Schritte und Schlafüberwachung. Unser Test zeigt, was der günstige Smart Ring kann.
Der Smart Ring von Newgen Medicals vereint die Funktionen eines Fitness-Trackers in einem kompakten Ring. Er misst den Puls, zählt Schritte und überwacht den Schlaf – alles ohne Display und in einer platzsparenden Form, die besonders für Nutzer geeignet ist, die keine Uhr tragen möchten. Mit einem Einstiegspreis von 42 Euro bietet der Ring zudem ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Wo der Haken ist und wie sich der Ring im Alltag schlägt, zeigt dieser Test.
Design & Tragekomfort
Wir haben das Modell in Silber mit der Größe 63 (Umfang; US-Größe 10) getestet. Optisch hebt sich der Ring durch ein besonderes Merkmal hervor: Auf der Außenseite befindet sich eine schwarz gefärbte Fläche, die auf Touch-Eingaben reagiert. Das haben wir so bislang bei keinem anderen Smart-Ring gesehen. Darüber lassen sich etwa die Musikwiedergabe starten oder die Kamera des Smartphones auslösen. Für Funktionen wie das Starten des Fitness-Trackings ist die Fläche jedoch nicht vorgesehen. So spannend das Feature auf dem Papier klingt, in der Praxis empfanden wir es eher als störend – mehrfach wurde etwa versehentlich Spotify auf dem Smartphone gestartet. Letztlich haben wir die Touch-Funktion deaktiviert.
Abgesehen von der Touch-Fläche besteht der Ring aus Edelstahl. Im Vergleich zu Modellen von Amazfit oder Samsung fällt er zwar dünner, dafür aber deutlich breiter aus – was ihn am Finger wuchtiger wirken lässt. Mit fast 5 g ist er schwerer als die meisten Konkurrenten. Nachts beim Schlafen spürt man den Ring deutlich. Wer bislang keine Ringe getragen hat, wird sich daran erst gewöhnen müssen.
Die Verarbeitung wirkt nicht besonders hochwertig: Schon nach wenigen Wochen im Test zeigten sich erste Gebrauchsspuren – an mehreren Stellen hatte sich die Lackierung gelöst. Der Ring ist in den Farben Gold und Silber sowie in mehreren Größen erhältlich. Ein Testkit zur Ermittlung der passenden Größe gibt es nicht, Käufer müssen den Umfang selbst ausmessen. Der Ring ist bis 5 ATM wasserdicht und damit für den Einsatz beim Schwimmen geeignet.
Newgen Medicals Smart Ring (ZX-5544) - Bilder
Tracking & Funktionen
Zu den Features des Rings gehören das Zählen von Schritten, das Messen des Herzschlags sowie die Blutsauerstoffsättigung und Hauttemperatur. Ferner überwacht der Ring den Schlaf – wie man es auch von einem Fitness-Tracker oder einer Smartwatch her kennt. Als Referenz zum Vergleich haben wir die Huawei Watch Fit 3 (Testbericht) genutzt. Um die App zu nutzen, muss man die Aizo-Ring-App installieren. Diese gibt es sowohl für Android als auch iOS. Einige Übersetzungsfehler fallen hier aber negativ auf.
Beim Thema Sportfunktionen fällt der Funktionsumfang des Rings überschaubar aus: In der Aizo-Ring-App stehen lediglich Laufen, Gehen und Radfahren als Aktivitäten zur Auswahl. Die Pulsmessung liefert im Ruhemodus noch vergleichbare Werte zu unserem Referenzgerät. Unter Belastung zeigt der Sensor jedoch deutliche Schwächen: Während unsere Smartwatch beim Spinning einen Puls von über 150 Schlägen pro Minute erfasste, zeigte der Ring nur rund 110 Herzschläge an – eine erhebliche Abweichung.
Die Schrittzählung ist insgesamt solide. Zwar sind die ermittelten Werte nicht übermäßig präzise, dafür bleibt die Messung bei Wiederholungen weitgehend stabil – die Schwankungen hielten sich im Test in engen Grenzen. Ein Pluspunkt: Anders als viele andere Fitness-Ringe, die die Körpertemperatur nur nachts erfassen, erlaubt das Modell von Newgen Medicals eine manuelle Temperaturmessung per Knopfdruck – zu jeder Tageszeit.
Eine Ortungsfunktion fehlt komplett: Weder über Bluetooth noch über eine andere Methode lässt sich der Ring auffinden, sollte er verloren gehen. Nutzerinnen und Nutzer sollten daher besonders darauf achten, wo sie ihn ablegen.
Schlaf-Analyse
Die Schlafüberwachung teilt den Nachtschlaf in die üblichen Phasen Tiefschlaf, Leichtschlaf und REM auf. Zusätzlich werden Wachphasen sowie die Pulsentwicklung während der Nacht protokolliert. Auf Basis dieser Daten vergibt die App eine Bewertung der Schlafqualität. Im Vergleich zur Huawei Watch Fit 3 weichen die Daten allerdings teils deutlich ab. Insbesondere bei der Erkennung von Wachphasen zeigt der Ring ähnliche Schwächen wie viele Smartwatches – nicht jede Unterbrechung wird korrekt erkannt. Insgesamt halten wir das Schlaf-Tracking jedoch für brauchbar – zumindest für eine grobe Tendenz der Schlafqualität.
Ein unerwarteter Kritikpunkt zeigte sich im Alltagstest: Der Ring kann beim Schlafen stören – nicht die Trägerin oder den Träger, sondern die Person daneben. Die Pulsmessung per Infrarotsensor sorgt für ein deutlich sichtbares Aufleuchten in der Dunkelheit, was empfindliche Zeitgenossen aufwachen lässt.
Akku & Laden
Im Test hielt der Ring bei dauerhaftem Tragen knapp vier Tage durch. Wer ihn nachts nicht nutzt, kann eine Laufzeit von bis zu fünf Tagen erreichen. Ein Lade- oder Aufbewahrungsetui liegt nicht bei. Immerhin liefert Newgen Medicals ein magnetisches Ladegerät mit, auf das der Ring einfach aufgesteckt wird. Dieses verfügt über einen USB-A-Anschluss.
Preis
Der Newgen Medicals hat eine UVP von 100 Euro und wird von Pearl auch über Amazon und Ebay vertrieben. Er kostet in der Größe 63 (US-Größe 10; 63 mm Umfang) knapp 65 Euro. In 65 (US-Größe 11) sind es nur 42 Euro. Es gibt zudem noch die Größe 57 sowie 68. Ferner gibt es auch eine Version in Gold.
Fazit
Der smarte Ring von Pearl überrascht mit einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Ab rund 90 Euro bietet er solide Grundfunktionen, eine alltagstaugliche Akkulaufzeit und einfache Bedienung. Die Stärken liegen klar im Gesundheits- und Schlaf-Tracking – auch wenn die Messergebnisse nicht durchweg exakt sind. Für ambitioniertes Fitness-Tracking ist der Ring weniger geeignet, aber als unkomplizierter Einstieg in die Welt der Wearables eine interessante Option. Wer mit der fehlenden Ortungsfunktion und der sichtbaren Lichtemission im Dunkeln leben kann, bekommt hier viel Funktion zum kleinen Preis.
Newgen Medicals Fitnessring FRI-100 (ZX-5687)
Ein smarter Ring zum Preis eines einfachen Fitness-Trackers: Der Newgen Medicals FRI-100 ist ein echtes Schnäppchen – ob der Ring brauchbar ist, zeigt der Test.
VORTEILE
- schickes Design
- halbwegs solide Pulsmessung
- viele Sportprofile in der App
- lange Akkulaufzeit
- sehr günstig
NACHTEILE
- kein Probierset für Ringgrößen
- Ladecase muss separat erworben werden
- ungenaue Schlafanalyse
- keine Messung der Hauttemperatur oder Atmung im Schlaf
Smart Ring Newgen Medicals FRI-100 im Test: 9 Tage Laufzeit für 30 Euro
Ein smarter Ring zum Preis eines einfachen Fitness-Trackers: Der Newgen Medicals FRI-100 ist ein echtes Schnäppchen – ob der Ring brauchbar ist, zeigt der Test.
Smarte Ringe gelten als handliche Alternative zu klassischen Fitness-Trackern. Doch bislang sind sie oft deutlich teurer als günstige Smartwatches – und leisten sich Schwächen bei der Pulsgenauigkeit. Pearl schickt mit dem Newgen Medicals Fitness-Tracker-Ring FRI-100 nun eine besonders günstige Variante ins Rennen.
Ob der kleine Ring tatsächlich eine Alternative zum herkömmlichen Fitness-Tracker ist oder doch eher ein Schmuckstück mit Ambitionen bleibt, klären wir in diesem Test.
Design & Tragekomfort
Nach dem Auspacken waren wir positiv überrascht: Der Ring sieht deutlich schicker aus, als es der Preis vermuten lässt. Das silberfarbene Metallgehäuse wirkt solide, die Innenseite mit den Sensoren ist mit Kunststoff versiegelt. Zwei feine, glänzende Kerben auf den Seiten setzen dezente Akzente, während das übrige Ringband matt bleibt – ein gelungenes Design, das uns auf Anhieb gefällt.
Weniger überzeugend fällt der Lieferumfang aus: Zum Laden gibt es nur ein einfaches Magnetkabel mit USB-A-Anschluss. Optional bietet Pearl wenigstens ein Ladecase aus Kunststoff für 8 Euro an.
Der Ring ist wasserdicht nach ATM 5 und darf somit beim Schwimmen oder Duschen am Finger bleiben. Ein Probierset zur Größenbestimmung gibt es allerdings nicht; Käufer müssen selbst Maß nehmen. Zur Auswahl stehen fünf Größen: 57, 63, 65, 67 und 70.
Der Ring sollte möglichst stramm, aber bequem sitzen, um eine zuverlässige Pulsmessung zu ermöglichen. An großen, aber schlanken Händen haben wir die Größe 63 überwiegend am linken Mittelfinger getragen – dort saß der Ring allerdings etwas locker. An der rechten Hand passte er besser, was für Rechtshänder jedoch ungewohnt sein kann.
Newgen Medicals Fitness Ring FRI-100 - Bilder
Tracking & Funktionen
Der Smart Ring von Newgen Medicals misst den Puls, den Blutsauerstoffgehalt sowie Schritte und überwacht den Schlaf. Eine Messung der Körpertemperatur sowie der Atmung im Schlaf gibt es aber nicht. Im Test haben wir die Huawei Watch Fit 3 (Testbericht) als Referenzgerät genutzt, um die Genauigkeit des Rings zu prüfen.
Etwas überrascht waren wir beim Einrichten: Die Anleitung fällt nur sehr rudimentär aus. Zudem verlangt dieses Modell die uns bislang unbekannte App QRing, während frühere Ringe von Newgen Medicals mit der App Aizo liefen. Immerhin: Die App macht einen besseren Eindruck, bietet zahlreiche Sportprofile – die allerdings schlecht sortiert sind, sodass die Auswahl etwas Geduld erfordert.
Die kontinuierliche Pulsmessung erfolgt standardmäßig alle 30 Minuten automatisch. Auf Wunsch lässt sich der Puls auch manuell in der App messen. Die Erfassung des Ruhepulses war im Test erfreulich genau und wich kaum von unserem Referenzgerät ab. Auch bei lockeren Ausdauereinheiten zeigte der Ring schlüssige Ergebnisse.
Anders bei intensiveren Belastungen: Bei Sportarten mit stark schwankender Herzfrequenz – etwa Intervalltraining – hinkten die Messwerte teils deutlich hinterher. Beim Spinning zeigten sich etwa besonders starke Schwankungen. Das trifft allerdings auch auf viele preiswerte Fitness-Tracker zu.
Etwas besser lief es beim Bodyweight-Training oder Kampfsport: Hier wichen die Werte für maximale Herzfrequenz und Durchschnittspuls nur etwa 7 bis 12 Prozent von der Huawei Watch Fit 3 ab. Für Krafttraining ist der Ring weniger zu empfehlen – denn ein Ring stört dann besonders beim Freihanteltraining. Die Schrittzählung lieferte weitgehend plausible Daten, zeigte jedoch teils deutliche Schwankungen.
Schlafanalyse
Der Ring erfasst im Schlaf grob einzelne Schlafphasen – ähnlich, wie man es bereits von Smartwatches kennt. Im Vergleich zu einer Uhr trägt sich der Ring nachts deutlich angenehmer. Allerdings kann das Aufleuchten der Infrarotsensoren Mitbewohner stören.
Die App analysiert den Schlaf und unterteilt ihn in die Phasen: leichter Schlaf, tiefer Schlaf und REM (Rapid Eye Movement). In der Praxis ließ die Genauigkeit allerdings zu wünschen übrig. Verglichen mit einer Smartwatch wie der Huawei Watch Fit 3 ermittelte der Ring deutlich längere Schlafzeiten – auch dann, wenn wir noch wach im Bett lagen oder gelesen haben. Diese Zeiten wurden fälschlicherweise bereits als Schlaf gewertet. Insgesamt fiel die Schlafanalyse für unseren Geschmack zu unpräzise aus.
Akku & Laden
Eine positive Überraschung ist die Akkulaufzeit: Im Test hielt der Ring knapp neun Tage durch – bei durchgehendem Tragen. Viele Konkurrenten schaffen nur drei bis fünf Tage, auch wenn wir schon Ringe getestet haben, die fast zwei Wochen durchhielten – allerdings zu deutlich höheren Preisen. Der Ladevorgang im Case dauert gut eine Stunde.
Preis
Die Preisspanne des Pearl-Rings reicht je nach Größe rund 32 Euro. Das ist verglichen mit der Konkurrenz ein echter Kampfpreis. Ein optionales Ladecase aus Kunststoff kostet 8 Euro (ohne Versand).
Fazit
Wer es mal mit einem smarten Ring ausprobieren möchte, bekommt mit dem Newgen Medicals Fitness-Tracker-Ring FRI-100 (ZX-5687) eine preiswerte Möglichkeit dazu. Der Ring hinterlässt einen besseren Eindruck, als wir es erwartet hätten, und sieht zudem sehr schick am Finger aus.
Der Ring ist ausreichend, um grobe Aktivitäten und den Herzschlag im Laufe des Tages festzuhalten. Er bietet eine ordentliche Genauigkeit bei der Pulsmessung – außer beim Intervalltraining. Für ambitionierte Sportler eignet sich also ein hochwertiger Fitness-Tracker (Bestenlisten) oder eine Sportuhr (Bestenlisten) besser. Die Schlafanalyse war zudem recht ungenau – eine Messung der Hauttemperatur oder Atmung gibt es nicht. Ein Ladecase muss man dazu kaufen, zur Not reicht aber das beigelegte magnetische Ladekabel aus.
Newgen Medicals Fitness- und Schlaftracker-Ring (ZX-5496-916)
Der Newgen Medicals Smart Ring bietet Features eines Fitness-Trackers zu einem günstigen Preis. Der Test zeigt, ob er das hält, was er verspricht.
VORTEILE
- günstig
- misst Hauttemperatur
- Touch-Fläche
NACHTEILE
- ungenaue Pulsmessung und Schlafanalyse
- App mit Übersetzungsfehlern und wenig Sportprofilen
- Touch-Fläche nervt in der Praxis
Newgen Medicals Smart Ring im Test: Günstig, aber ungnau
Der Newgen Medicals Smart Ring bietet Features eines Fitness-Trackers zu einem günstigen Preis. Der Test zeigt, ob er das hält, was er verspricht.
Mit dem Newgen Medicals Smart Ring (ZX-5496-916) kommt Fitness-Tracking in einem kompakten Format. Der Smart Ring bietet neben grundlegenden Messungen auch eine Hauttemperaturerkennung sowie eine Touch-Fläche. Doch wie gut schlägt sich der Ring im Vergleich zu etablierten Geräten im Hinblick auf Funktionalität und Design? Das klären wir in diesem Testbericht.
Design & Tragekomfort
Der Smart Ring besteht aus Keramik und Edelstahl – also eigentlich hochwertige Materialien. Insgesamt wirkt er aber recht klobig – was wenig überrascht, denn das dicke Gehäuse fordert seinen Tribut. Immerhin verleiht ihm die einfarbige, metallic-dunkelgraue Oberfläche eine gewisse Eleganz. Doch ein echtes Schmuckstück ist der Ring nicht. Hier zählt Funktionalität über Ästhetik.
Positiv: Der Ring ist wasserdicht bis 5 ATM. Damit kann er problemlos beim Händewaschen, Schwimmen oder Duschen getragen werden – ganz so, wie es sich für ein robustes Alltagsgerät gehört.
Wichtig: Die angegebenen Größen beziehen sich auf den Fingerumfang, nicht auf den Durchmesser! Derzeit verfügbar sind die Größen 68 mm, 65 mm und 57 mm. Ein Probierset zur Ermittlung der passenden Ringgröße wird leider nicht angeboten – hier ist also Vorsicht geboten.
Das Ladegerät aus einfachem Kunststoff macht keinen besonders hochwertigen Eindruck. Der Ring wird zum Laden einfach aufgelegt und haftet magnetisch. Der Anschluss erfolgt über einen klassischen USB-A-Stecker – solide, bewährt und zuverlässig. Ein verschließbares Case wäre aber schöner gewesen.
Newgen Medicals Smart Ring
Tracking & Funktionen
In puncto Messfunktionen bietet der Ring neben der Erfassung von Herzfrequenz und Blutsauerstoffgehalt auch eine Messung der Hauttemperatur.
Der Ring setzt auf die App „Aizo“. Diese wirkt aufgeräumt und übersichtlich, leidet jedoch unter zahlreichen Übersetzungsfehlern, die den Gesamteindruck trüben. So begegnet man Begriffen wie „Einstellungseinstellungen“ oder der Aufforderung „Mach dich jeden Tag energisch“. Selbst das Fahrradfahren wird eigenwillig als „Reiten“ bezeichnet – eine sprachliche Nachlässigkeit, die bei einem solchen Produkt nicht vorkommen sollte. Sonderlich viele Sportprofile gibt es zudem nicht.
Die Pulsmessung im Ruhezustand war noch akzeptabel, tendierte jedoch dazu, leicht höhere Werte anzuzeigen als eine hochwertige Smartwatch. Bei sportlicher Betätigung kam die Pulsmessung jedoch schnell an ihre Grenzen: Der Ring konnte die Belastung nicht mehr präzise erfassen. Für den ernsthaften Einsatz als Fitness-Tracker ist der Ring daher ungeeignet.
Die Schrittzählung zeigte eine Abweichung von etwa 10 Prozent im Vergleich zu einer präzisen Smartwatch – ein ordentlicher Wert, aber eben nicht mehr als das. Auch die Messung des Blutsauerstoffgehalts ist möglich, liefert jedoch eher eine grobe Tendenz als verlässliche medizinische Daten. Hier sollte man keine absolute Genauigkeit erwarten.
Besser präsentierte sich die Schlafanalyse. Auch wenn sie an die Präzision spezialisierter Uhren wie der Withings Scanwatch 2 (Testbericht) nicht heranreicht, erfasste der Ring die Schlafphasen insgesamt solide und bot damit zumindest eine brauchbare Orientierung.
Es gibt sogar eine integrierte Touch-Fläche, mit der sich bestimmte Funktionen auf dem Handy starten lassen. In der Praxis haben wir dieses Feature jedoch kaum genutzt, da häufig unbeabsichtigt Apps gestartet wurden.
Akku
Laut Hersteller soll der Ring mit einer Akkuladung bis zu sechs Tage durchhalten. Im Test bestätigte sich diese Angabe weitgehend: Wir erreichten meist eine Laufzeit von fünf Tagen – und das bei durchgehendem Tragen, auch während der Nacht. Mit dem Ladegerät ist der Ring in knapp 90 Minuten wieder vollständig aufgeladen.
Preis
Den Smart Ring von Newgen Medicals hat uns Pearl zur Verfügung gestellt. Dieser kostet bei Amazon nur rund 21 Euro.
Fazit
Der Smart Ring von Newgen Medicals bietet grundlegende Funktionen eines Fitness-Trackers zu einem günstigen Preis. Das Design wirkt aufgrund des klobigen Gehäuses wenig elegant. Die Messgenauigkeit lässt insgesamt zu wünschen übrig: Die Pulsmessung ist im Ruhezustand noch akzeptabel, schwächelt jedoch bei sportlicher Aktivität. Auch die Schrittzählung ist nur bedingt präzise, ebenso wie die Blutsauerstoffmessung und die Schlafanalyse.
Die Akkulaufzeit von fünf Tagen ist zwar ordentlich, aber nicht herausragend. Die App „Aizo“ leidet ferner unter zahlreichen Übersetzungsfehlern und einer begrenzten Auswahl an Sportprofilen. Insgesamt bietet der Ring wenig für sportliche Nutzer, ist jedoch eine gute Option für Einsteiger oder Gelegenheitsnutzer, die ihre körperliche Aktivität unauffällig überwachen möchten.
ZUSÄTZLICH GETESTET
M1 Smart Ring
M1 Smart Ring
Ein Smart Ring für nur 30 Euro – kann das wirklich ein Schnäppchen sein? Das No-Name-Modell aus China weckt genau diese Erwartung.
NACHTEILE
- ungenaue Messungen
- schlechte App
- umständliches Laden
M1 Smart Ring im Test: günstig – aber ungenau
Ein Smart Ring für nur 30 Euro – kann das wirklich ein Schnäppchen sein? Das No-Name-Modell aus China weckt genau diese Erwartung.
Smarte Ringe erfassen Aktivitäten und analysieren das Schlafverhalten. Am Finger getragen sind sie deutlich unauffälliger als eine Smartwatch. Hochwertige Modelle von Oura, Samsung, Ringconn und anderen Herstellern kosten allerdings mehrere hundert Euro – bei Oura fallen zudem laufende Abo-Gebühren an.
Ein günstiges No-Name-Modell aus China könnte hier eine preiswerte Alternative sein. Ob es dieses Versprechen einlöst, zeigt der Test.
Design
Geliefert wird der Ring in einer kleinen Schachtel ohne größeres Zubehör oder Dokumentation. Zum Laden steht ein Kabel mit einem USB-A-Anschluss einerseits und einem magnetischen Kopf andererseits bereit. Dieser lädt den Ring in knapp ein bis zwei Stunden auf, abhängig vom genutzten Netzteil (gehört nicht zum Lieferumfang).
Bis auf den Hubbel zum Laden und Sensoren auf der Innenseite sieht man dem Ring den besonderen Charakter gar nicht an. Der Stil ist mit einem mittigen, schwarzen Streifen aus Porzellan sehr schlicht. Der Ring selbst ist aus Edelstahl und mit einem Harz übergossen, um auf bis zu 5 ATM wasserdicht zu sein.
Wir haben den Ring in Größe 10 auf dem linken Mittelfinger getestet. Im Alltag störte der Ring kaum – sofern man das Tragen eines solchen Schmuckstücks gewohnt ist. Er trägt zudem nicht so dick auf dem Finger auf und dürfte kaum auffallen.
M1 Smart Ring - Bilder
App & Einrichtung
Für die Kommunikation mit dem Smartphone steht die App Cyfit parat. Diese gibt es sowohl für Android als auch iOS. Die App sieht aufgeräumt aus, hat aber zahlreiche ungenaue oder falsche Übersetzungen. Der erste Reiter widmet sich dem Thema Gesundheit und zeigt die zurückgelegten Schritte und Distanz, verbrauchte Kalorien sowie den zuletzt gemessenen Pulsschlag sowie Blutsauerstoffgehalt.
Der nächste Bereich widmet sich der Schlafüberwachung. Dazu kommt noch ein Menü für Einstellungen, das sich verwirrenderweise „Ausrüstung“ nennt und ein Bereich namens „Bergwerk“, in dem man Ziele festlegen oder den Support der App-Entwickler erreichen kann. Insgesamt wirkt die App etwas unausgereift.
Fitness-Tracking
Die Genauigkeit der Schritte geht in Ordnung. Im Vergleich mit einer Withings Scanwatch 2 (Testbericht) zählte der Ring bei der gleichen Distanz rund 225 Schritte, die Uhr kam auf etwa 240 Schritte. Einen guten Eindruck hinterlässt auch das Schlaf-Tracking. Die App gibt die Schlafdauer in Tiefschlaf, REM und normalem Schlaf wieder. Der Ring erkannte drei Wachphasen, allerdings missverstand er eine längere Phase, in der wir nicht einschlafen konnten als leichten Schlaf. Dieses Phänomen kennen wir aber auch aus unseren Tests von Smartwatches.
Nicht ganz überzeugen kann die Pulsmessung. Zum einen läuft diese nicht kontinuierlich im Hintergrund, sondern auf Abruf. Laut Hersteller sollte diese kontinuierlich erfolgen, wenn man sie in der App aktiviert. Ohne große körperliche Aktivität erscheint uns die Messung noch recht genau und liefert mit einer minimalen Abweichung von zwei Herzschlägen die gleichen Ergebnisse wie die Scanwatch 2 ab. Treibt man damit aber Sport, kommt die Pulsmessung nicht mehr hinterher. Als Fitness-Tracker fällt der M1 Smart Ring damit eher aus. Wenig realistisch, da zu niedrig, waren die Angaben zu den verbrannten Kalorien. Einen realistischen Eindruck hinterließ die Blutsauerstoffmessung, die deckungsgleich mit unserer Smartwatch war.
Akku
Der Akku im Ring hält etwa drei Tage durch. Leider entleert die App das Smartphone zusätzlich, da die App und Kommunikation per Bluetooth rund um die Uhr aktiv sind.
Preis
Der Ring kostet bei Banggood rund 30 Euro. Die Lieferung erfolgt aus China, was etwa eine Lieferzeit von zwei bis drei Wochen nach sich ziehen dürfte. Umtauschmöglichkeiten gestalten sich damit etwas komplizierter – das sollten Käufer vorab wissen. Erhältlich ist der Ring in den Größen 7 (Durchmesser: 17,6 mm) bis 11 (Durchmesser: 20,8 mm).
Fazit
Der M1 Smart Ring zeigt, dass ein Einstieg in die Welt der smarten Ringe auch für kleines Geld möglich ist. Für rund 30 Euro liefert er eine solide Basis: unauffälliges Design, ordentliche Schrittzählung und brauchbares Schlaf-Tracking.
Abstriche müssen Käufer jedoch bei der App, der Pulsmessung unter Belastung und der allgemeinen Ausgereiftheit machen. Als günstiger Einstieg oder Spielerei ist der Ring interessant. Wer jedoch zuverlässiges Fitness-Tracking, eine durchdachte App und präzise Messwerte erwartet, sollte weiterhin zu teureren Modellen greifen.










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