Tod des Actionstars: Warum Chuck Norris beinahe unsterblich ist

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Die FDP hat sich in die Nesseln gesetzt. Dabei hat sie es gut gemeint. Nur hat sie sich mit dem verstorbenen Karateweltmeister, Actionstar und popkulturellen Säkularheiligen auf eine Stufe gestellt, und das finden dessen Jünger nicht witzig. „Chuck Norris stirbt nicht. Die Wiederauferstehung will nur gründlich sein. Wir wissen, wovon wir reden“, schrieb die FDP und musste sich anhören, sie verwechsle mit Augenzwinkern formuliertes Beileid mit Parteiwerbung.

Chuck Norris, der am vergangenen Donnerstag im Alter von 86 Jahren auf Hawaii starb, hat es vermocht, vom Kampfkünstler zum Filmstar und als Kunstfigur „unsterblich“ zu werden. In seinen Rollen – etwa als Gegner von Bruce Lee in „Die Todeskralle schlägt wieder zu“, in dem Kinodreiteiler „Missing in Action“ und in der Fernsehserie „Walker, Texas Ranger“ – erschien Norris als moderner Siegfried, als unbeugsam und unbesiegbar, als David, der mit dem berühmten Roundhouse Kick jeden Goliath abräumt und allein eine ganze Armee besiegt.

Chuck Norris und Bruce Lee in dem Film „The Way of the Dragon“ (Die Todeskralle schlägt wieder zu, 1972)Chuck Norris und Bruce Lee in dem Film „The Way of the Dragon“ (Die Todeskralle schlägt wieder zu, 1972)Getty Images

Damit stand er, der als Junge, wie er sagte, so schüchtern war, dass er nicht einmal ein Referat vor der Klasse halten wollte, sich zur Air Force meldete, in Südkorea Kampfsport lernte und gar nicht unbedingt zum Film wollte, Pate für ein Genre, das an Popularität auf dem Bildschirm nichts eingebüßt hat, sei es in Kino, Fernsehen, Streaming oder Videospiel.

Wie locker Norris seinen Status als Kultfigur nehmen konnte, war seinem Auftritt in Sylvester Stallones Altherrenklopperklamotte „The Expendables 2“ anzusehen. Da war er der Methusalem, zu dem alle aufschauten. In den unzähligen Witzen über ihn, den „Chuck Norris Facts“, lebt er weiter. Vielleicht sogar in dem, der angibt, Norris sei eigentlich schon vor zehn Jahren gestorben. „Der Tod hatte bisher nur noch nicht den Mut, es ihm zu sagen.“

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