Jeffrey Epstein war ein US-Investor und Multimillionär, der ein Netzwerk zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger und zum Menschenhandel betrieben haben soll. 2007 erreichten seine Anwälte in Florida nach ersten Ermittlungen einen umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft, Epstein erhielt im Jahr darauf eine überraschend milde Strafe. 2019 wurde er jedoch erneut verhaftet und auf Bundesebene angeklagt. Wenige Wochen später starb Epstein in Untersuchungshaft, nach offiziellen Angaben durch Suizid.
Aufgrund des Ausmaßes der Taten ist das öffentliche Interesse an dem Fall sehr groß. Insbesondere die Kontakte zahlreicher Prominenter zu Epstein sowie dessen Tod sorgen für unzählige Spekulationen. US-Präsident Donald Trump, der selbst in den Unterlagen auftaucht und Kontakt zu Epstein hatte, versprach im Wahlkampf Aufklärung sowie die Veröffentlichung der Ermittlungsakten. Nach seinem Amtsantritt gab das US-Justizministerium allerdings nur sehr unsystematisch und in kleinen Schritten Informationen zum Fall Epstein heraus. Trump wurde dafür auch von seiner eigenen Anhängerschaft kritisiert.
Ein im November 2025 vom Kongress verabschiedetes Gesetz verpflichtete die Behörden schließlich zur Herausgabe aller unklassifizierten Ermittlungsakten. In der Folge gab das Justizministerium die Akten in mehreren Schüben frei – deutlich langsamer als im Gesetz vorgesehen. Das Ministerium begründete die Verzögerungen mit dem Schutz der Opfer; zahlreiche Stellen in den Akten hätten zunächst geschwärzt werden müssen. Dabei gingen die Behörden jedoch ungenau vor, viele Betroffene konnten in den Unterlagen identifiziert werden.
Die gesetzliche Frist zur Herausgabe der Unterlagen endete am 19. Dezember 2025. An diesem Tag sowie in den Tagen danach gab das Justizministerium zahlreiche – teils nahezu vollständig geschwärzte – Dokumente heraus. Doch erst am 30. Januar erfolgte die umfangreichste Veröffentlichung: Mehr als 3 Millionen Seiten, 2.000 Videos und 180.000 Bilddateien wurden freigegeben. Laut dem Justizministerium ist es die wohl letzte Veröffentlichung von Ermittlungsakten; man habe die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, teilte das Ministerium mit.

vor 2 Stunden
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