»Tatort«-Vote: Wie gefiel Ihnen »Ex-It« mit Lannert und Bootz?

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Pony war früher mal ein Internetstar, ihr Mann hatte ihre Karriere vorangetrieben. Jetzt trinkt sie zu viel. Als sie Zigaretten holen will, wird ihr das Auto geklaut – samt Sohn und Tochter. So erzählt sie es zumindest der Polizei. Das Auto wird dann aus dem Neckar gefischt. Das kleine Mädchen ist tot, der Junge verschwunden. Ist er entführt worden?

Das war die Ausgangssituation für ein »Tatort«-Drama, das sowohl die Trauer über den Verlust beleuchten sollte, mit der das Paar umzugehen hatte, als auch den Beziehungshorror, in dem es gemeinsam gefangen war. Die Kommissare Bootz (Felix Klare) und Lannert (Richy Müller) begegneten zwei Menschen, deren Schicksale tragisch und unauflöslich miteinander verstrickt sind.

Am Ende stellte sich heraus, dass die Mutter das Auto selbst in den Neckar gelenkt hatte – es war der Versuch eines erweiterten Suizids gewesen.

In unserer Kritik schrieben wir: »Das Ex-Promi-Drama ist auf einen engen Zeitraum verdichtet, und hinter dem wohlstandssatten Zynismus tun sich bald Ambivalenzen auf. Die Abhängigkeiten innerhalb des Ehepaars sind nicht so eindeutig gelagert, wie es am Anfang scheint. (...) Pony und ihr Mann können nicht miteinander. Aber noch viel weniger können sie ohneeinander. Irgendwann tanzen die Zankhälse zärtlich zu der Soulballade ›Falling Leaf‹ von Bud Ross And The Asylum , während im Pool traurig das Herbstlaub treibt. Aber genau hier zeigt sich das Problem mit der Erzählstatik: Schwer vorstellbar, dass sich das Paar unter dem frischen Eindruck des schrecklichen, gesicherten Verlustes zumindest eines ihrer Kinder eine Nacht lang nur um die Achse ihrer eigenen kaputten Liebe dreht.«

»Ex-It« war der 36. Fall des Ermittlerteams um Lannert und Bootz. Nummer 37 ist bereits im letzten Frühjahr abgedreht worden. Es geht um den Mord an einem alten Griesgram. Das kreative Team hinter der Folge bilden der Regisseur Stefan Krohmer und Daniel Nocke, die zuletzt gemeinsam einen Göttinger »Tatort« mit Maria Furtwängler verantworteten, der im Milieu von Geflüchteten und Studierenden spielte und in der Erkenntnis gipfelte: »Jede Kultur bringt ihre eigenen Arschlöcher hervor.«

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