Wegen eines neuen Gesetzes müssen Frauen in Afghanistan Missbrauch nun unter Anwesenheit eines Mannes beweisen. Die UN warnen vor mehr Gewalt gegen Frauen.
Aktualisiert am 26. Februar 2026, 12:44 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, tlf
Wegen eines neuen Dekrets der in Afghanistan regierenden Taliban sieht die Organisation UN Women Frauen im Land einem gestiegenen Gewaltrisiko ausgesetzt. Der Gesetzestext sieht unter anderem vor, dass Frauen mögliche Misshandlungen vollverschleiert und unter Anwesenheit eines männlichen Begleiters beweisen müssen. "UN Women ist zutiefst besorgt über die Auswirkungen des Dekrets", sagte die Beauftragte von UN Women in Afghanistan, Susan Ferguson.
Das Dekret sieht außerdem vor, dass Frauen und ihre Angehörigen zu Gefängnisstrafen verurteilt werden können, wenn sie zu oft ohne Einverständnis ihrer Ehemänner Familienmitglieder besuchen. In Afghanistan gelten die Herkunftsfamilien von Frauen häufig als letzter Schutzraum vor häuslicher Gewalt.
Gesetz ermöglicht laut Experten Willkür
Die Taliban regeln in dem neuen Gesetzestext, welche Strafen für Vergehen im Land gelten. Durch das Gesetz wird zwischen Strafen für Frauen und Männer unterschieden und die afghanische Gesellschaft in vier Klassen unterteilt. Nach Einschätzung von Experten enthält das Schreiben an die Gerichte, das vom obersten Taliban-Führer Haibatullah Achundsada unterschrieben wurde, viele Graubereiche und ermöglicht daher Willkür.
Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Sommer 2021 wurden Grundrechte und insbesondere Frauenrechte in dem Land stark eingeschränkt. So dürfen Frauen seit Dezember 2022 nicht mehr studieren, Mädchen dürfen nur bis zur sechsten Klasse die Schule besuchen. Im September 2025 beschlossen die Taliban außerdem, dass Frauen die Büros der Vereinten Nationen nicht mehr betreten dürfen.

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