Taiwan: Trump bekräftigt Absicht zu Gespräch mit Taiwans Präsident

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Seit Jahrzehnten gab es kein offizielles Gespräch zwischen den Staatschefs der USA und Taiwans. Der US-Präsident will das ändern – und riskiert damit den Ärger Chinas.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, 21. Mai 2026, 5:15 Uhr

 »Ich spreche mit jedem.«
US-Präsident Donald Trump: »Ich spreche mit jedem.« © Chip Somodevilla/​Getty Images

US-Präsident Donald Trump hat erneut die Möglichkeit eines direkten Gesprächs mit Taiwans Präsident Lai Ching-te ins Spiel gebracht. Auf die Frage, ob er vorhabe, ihn anzurufen, bevor er seine Entscheidung über mögliche weitere US-Waffenverkäufe an Taiwan treffe, sagte Trump vor Journalisten: »Ich werde mit ihm sprechen. Ich spreche mit jedem.« Die USA hätten die Lage »sehr gut im Griff«. Es habe vergangene Woche ein großartiges Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping gegeben. »Wir werden daran arbeiten, an dem Taiwanproblem.«

Taiwans Regierung teilte als Reaktion mit, sich über das Gesprächsangebot zu freuen. »Präsident Lai setzt sich nicht nur unerschütterlich für die Beibehaltung des stabilen Status quo in der Taiwanstraße ein, sondern ist auch gerne bereit, diese Angelegenheiten mit Präsident Trump zu besprechen«, teilte das Außenministerium in Taipeh mit.

Ein mögliches direktes Gespräch zwischen Trump und Lai dürfte in China harte Kritik hervorrufen. Trump würde damit von einer jahrzehntealten Praxis abweichen. Die USA nahmen 1979 diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf und beendeten damit ihre offiziellen diplomatischen Beziehungen zur Regierung in Taipeh. Seitdem gab es – soweit öffentlich bekannt – kein Telefonat eines amtierenden US-Präsidenten mit seinem Amtskollegen in Taiwan. Die Regierung in Peking erhebt Anspruch auf den seit Jahrzehnten demokratisch regierten Inselstaat.

Waffenlieferungen verärgern China

Inoffizielle Beziehungen zu Taiwan unterhielten die USA jedoch weiterhin und unterstützten die Insel bei ihrer Verteidigungsfähigkeit – vor allem durch Waffenlieferungen. Derzeit sorgt ein mögliches neues US-Waffenpaket für Taiwan im Umfang von bis zu 14 Milliarden US-Dollar (etwa 12 Milliarden Euro) für Spannungen.

Xi hatte bei Trumps Besuch in Peking vergangene Woche gesagt, dass der Umgang mit Taiwan entscheidend für die Stabilität der bilateralen Beziehungen der Großmächte sei. Trump hatte dann auf dem Rückflug in die USA gesagt, dass er mit Lai sprechen wolle. Zunächst war unklar geblieben, ob es sich dabei um eine spontane Bemerkung handelte.

Lai hatte nach Trumps Äußerungen gesagt, er würde in einem solchen Gespräch deutlich machen, dass Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße zentral für Sicherheit und Wohlstand in der Region seien. Zugleich warf Lai China vor, mit anhaltenden Militärübungen die Spannungen zu verschärfen. China sei die wichtigste Quelle der Instabilität in der Region.

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