SZ am Morgen: Nachrichten des Tages – die Übersicht für Eilige

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Diese Woche jährt sich die Kanzlerschaft von Friedrich Merz zum ersten Mal – doch Grund zum Feiern hat die schwarz-rote Koalition nicht. Die Bundesregierung steckt in der Krise. Innenpolitisch verhaken sich Union und SPD bei den Eckpunkten zum nächsten Bundeshaushalt, auch bei den großen Reformvorhaben geht es nur schleppend voran.

Für das Sparpaket im Gesundheitswesen gibt es von SZ-Wissenschaftsredakteurin Christina Berndt zwar Applaus. Frust macht sich aber nicht nur bei den Ärzten, Apotheken, den Krankenhäusern und Big Pharma breit.

Neuer Ärger droht auch bei der Steuerreform: Vize-Kanzler Lars Klingbeil (SPD) möchte Spitzenverdiener stärker zur Kasse bitten. Der Kanzler lehnt das ab. In der ARD-Talkshow von Caren Miosga macht Merz klar, dass das „mit der CDU/CSU nicht geht, auch mit mir nicht“. Der nächste Koalitionsstreit zwischen Union und SPD ist programmiert.

Und dann ist da noch dieser neue Riss in der deutsch-amerikanischen Freundschaft, der Berlin zu schaffen macht. Friedrich Merz hatte die USA wegen ihrer Kriegsführung in Iran kritisiert. Nun trifft ihn Donald Trumps Furor mit voller Wucht. US-Truppenabzug, keine neuen Raketen, dafür hohe Zölle für die Autohersteller: Das birgt auch erhebliche Risiken für die deutsche Wirtschaft. Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt gar vor einer Rezession.

Was heute wichtig ist

„Caren Miosga“: Merz kritisiert SPD scharf. Es gebe in der Union einen „größer werdenden Unmut“ über die Kompromissbereitschaft der Sozialdemokraten, sagt Kanzler Merz im Studio bei Caren Miosga. Er erwarte von der SPD „die gleiche Kompromissfähigkeit, wie wir sie zeigen“, Kompromisse seien „keine Einbahnstraße“. Beim Thema Trump bleibt er vorsichtig. Zum Artikel

Trump: USA wollen Schiffe aus der Straße von Hormus leiten. Am Montag würden die USA beginnen, dort festgesetzte Schiffe in Sicherheit zu bringen, teile US-Präsident Trump mit. Er bezeichnete das Vorhaben als „Project Freedom“. Es gebe positive Gespräche mit Iran, Trump nannte aber keine Details. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt meldete in der Nacht einen erneuten Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus. Zum Liveblog zum Krieg in Nahost

Trumps Ärger trifft die Bundesregierung. Höhere Einfuhrzölle auf europäische Autos, der Abzug eines Teils der amerikanischen Truppen aus Deutschland: Trump ist nach der harschen Kritik von Bundeskanzler Merz offenbar sauer. Besonders der geplante Verzicht auf die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland wird als problematisch gesehen – allerdings nicht von allen. Zum Artikel

Einschnitte ins Sozialsystem: „Wir werden uns in Zukunft vieles nicht mehr leisten können“. Schulbegleiter, Hilfe für behinderte Menschen: Die Kommunen wollen bei Sozialleistungen sparen. Was steckt dahinter?Achim Brötel, der die Landkreise in Deutschland vertritt, sagt, Rechtsansprüchen wolle man „natürlich“ weiterhin erfüllen. Zum Interview

Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus nahe Moskaus Zentrum. Der Drohnenangriff trifft die russische Hauptstadt nur wenige Tage vor der Militärparade zum „Tag des Sieges“. Russland hatte mit Angriffen zu der Feier zum Ende des Zweiten Weltkrieges gerechnet. Zum Liveblog zum Krieg in der Ukraine

Bundesliga-Aufstieg: „Schalke gehört in die erste Liga, und da bleiben wir auch“. Feuchtfröhlich und eine ganze Nacht lang feiert Gelsenkirchen den Bundesliga-Aufstieg seiner Fußballer. Durch den Aufstieg gilt der Vertrag mit Trainer Miron Muslic bis 2028, so lang, sagt der Coach, werde er mindestens bleiben. Zum Artikel

Weitere wichtige Themen

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Dossier Digitalwende: Erster Blick auf die Deutschland-App. Karsten Wildberger will den Staat digitaler, einfacher und technologisch souveräner machen. Eine Roadshow seines Ministeriums zum einjährigen Jubiläum zeigt den Weg dorthin: Deutschland-App, Wallet und viel KI. Sichtbar wird dabei auch, wie weit der Weg noch ist. Auch wichtig: Heute startet der Bund ein neues Cyberprogramm. Zum Briefing

Dossier Geoökonomie: Thailand will Alternative zur Straße von Malakka schaffen. Die Regierung in Bangkok plant eine milliardenteure Landbrücke als Abkürzung zwischen Indischem und Pazifischem Ozean. Damit entstünde eine Alternative zur potenziell gefährdeten Straße von Malakka, die als wohl wichtigste Meeresstraße gilt. China würde von der neuen Möglichkeit profitieren. Die Blockade der Straße von Hormus zeigt, wie wichtig alternative Frachtstrecken sind. Zum Briefing

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