SZ am Morgen: Nachrichten des Tages – die Übersicht für Eilige

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Gestern habe ich an dieser Stelle vom Trend zum Nichtstun berichtet, der in den sozialen Medien herumgeistert. Leider erwischt er nie die richtigen Leute. Der amerikanische Präsident zum Beispiel könnte sehr gern mal 48 Stunden nichts tun. Doch er denkt nicht dran und haut weiterhin kontinuierlich neue Dinge heraus. So viele, dass es kaum möglich ist, alle auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Aber manchmal klappt es eben doch. Stimmt es zum Beispiel wirklich, dass die Amerikaner aktuell „die niedrigsten Preise für verschreibungspflichtige Medikamente in der entwickelten Welt“ bezahlen? Das hatte Donald Trump behauptet. Journalisten von SZ, NDR, WDR und New York Times haben es sich nun genau angeschaut. Und siehe da: Es stimmt nicht. Zwar sind Arzneimittel in den USA billiger geworden als zuvor, doch in einem europäischen Land sind viele der von Trump genannten Mittel billiger: in Deutschland.

Es ist ein anerkennenswerter journalistischer Scoop der Kollegen von Reuters. Aber trotzdem: Sind Sie nicht auch ein bisschen traurig, dass man nun fast sicher weiß, wer sich hinter dem Künstlernamen Banksy verbirgt? Falls ja, lesen Sie den Kommentar meiner Kollegin Sara Maria Behbehani: „Diese Welt ist voller Geschichten, die erzählt werden sollten. Die um Banksys Identität gehört nicht dazu“, schreibt sie.

Und damit dieser Newsletter nicht traurig endet, kommt noch ein kleiner Lichtblick: Die GenZ hat offenbar keine Lust mehr auf Online-Dating und versucht es stattdessen mit echter Begegnung – beim Wrestling.

Was heute wichtig ist

Krieg in Iran: Die Gefahr einer Atom-Mission. Iran lagert einen großen Teil seines Urans in unterirdischen Tunneln, innerhalb weniger Wochen könnte es laut Schätzungen waffenfähiges Uran herstellen. Um an das Material zu kommen, müssten USA und Israel Spezialeinheiten schicken, sagen Experten. Nötig wären Soldaten im Land. Selbst dann bliebe die Frage: sprengen oder bergen? Zum Artikel

Brandmauerdebatte: Weber weicht nicht von seiner Linie ab. Der EVP-Vorsitzende musste sich in der Chatgruppen-Affäre von Kanzler Merz streng ermahnen lassen. Aber Manfred Weber beharrt darauf: Rechte Mehrheiten im Europaparlament bleiben eine Option. Er wirft den Sozialdemokraten vor, den Sieg der EVP bei den Europawahlen 2024 nicht zu akzeptieren und Gesetze immer wieder zu blockieren. Zum Artikel

Wie die Bundesregierung mit der Krise umgehen könnte. Die Ökonomin Nicola Fuchs-Schündeln plädiert dafür, den Bürgerinnen und Bürgern im Land auch während der Energiekrise etwas zuzutrauen – und zuzumuten. Die Bevölkerung wolle eine Regierung, die zupackt. Sie sagt, die „Fokussierung auf kurzfristige Krisen ist keine gute Strategie“. Zum Interview

Kulturpolitik: Welchen Plan verfolgt Weimer? Das Vorgehen des Kulturstaatsministers gibt vielen Menschen Rätsel auf – auch im eigenen politischen Lager. Menschen aus dem Kulturbetrieb warnen vor einer neuen, repressiven Ära der deutschen Kulturpolitik. Zum Artikel

EXKLUSIV Studie: Hunderttausende in Deutschland von verdeckter Pflegearmut betroffen. Viele Pflegebedürftige erhalten keine Hilfe vom Staat, obwohl sie Anspruch darauf hätten, zeigt eine neue Studie des Paritätischen Wohlfahrtverbands. Das System sei zu kompliziert, kritisiert eine Expertin. Die Studie zeigt: Es hängt maßgeblich vom Wohnort ab, ob Menschen in häuslicher Pflege Hilfen vom Sozialamt erhalten. Zum Artikel

Weitere wichtige Themen

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Dossier Digitalwende: Deutschland-Stack – zwischen Einigkeit und Skepsis. Der IT-Planungsrat beschwört Geschlossenheit, doch beim Deutschland-Stack herrscht Unsicherheit. Noch fehlt der Mut zur klaren Festlegungen. Auch, weil das Vorhaben, das zum digitalen Rückgrat Deutschland werden soll, noch immer nicht ganz ausgereift ist. Zum Briefing

Dossier Geoökonomie: Chinas Rohstoffe, Europas Gewissen. Energiewende und Rüstung hängen an Chinas Seltenen Erden – die in der Volksrepublik weiterhin unter Menschenrechtsverletzungen und zu niedrigen Umweltstandards abgebaut werden. Die von vielen totgesagten Lieferkettengesetze Deutschlands und der EU könnten daher noch ungeahnte Aktualität erlangen. Zum Briefing

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