Südkorea: Wenn Kaffeetrinken politisch wird

vor 13 Stunden 1

Kann man mittlerweile nicht mal mehr Kaffee trinken, ohne politisch zu sein? In Südkorea jedenfalls meiden derzeit viele Menschen Starbucks, die Wert auf Demokratie, Menschenrechte und den Schutz von Minderheiten legen. „Das war ja alles kein Zufall“, sagt Kim Hyung-ju, Professor an der Chonnam National University in Gwangju, einer Stadt unten im Südwesten des kleinen Landes. Kim hält einen Plastik-Becher mit Eiskaffee in der Hand, während er erzählt, wie in Südkorea das Früher mit dem Heute verstrickt ist und warum das alles bei Starbucks zusammenläuft. Im Mai hatte die Kaffeekette in Südkorea eine Werbeaktion für einen Warmhaltebecher aus Stahl mit dem Slogan „Tank Day“ gestartet. In den Augen vieler Südkoreaner verhöhnte sie damit die brutale Niederschlagung des demokratischen Aufstands in Gwangju am 18. Mai 1980, als der damalige Militärherrscher Chun Doo-hwan Panzer gegen die Protestierenden auffahren ließ.

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