Krieg in Nahost: Trump: Werde Straße von Hormus zu US-Territorium erklären

vor 6 Stunden 1

Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Bessent: USA werden Iran wirtschaftlich isolieren und Hormus-Blockade fortsetzen

Zwei Schiffe der Emirate in Straße von Hormus angegriffen

Iran an Trump: „Die Straße von Hormus bleibt blockiert“

Für Trump ist die Straße von Hormus wieder offen

Teheran benennt neue oberste Militärführung – Chamenei tritt weiter nicht öffentlich auf 

Juri Auel

Trump: Werde Straße von Hormus zu US-Territorium erklären 

US-Präsident Donald Trump kündigt an, die Straße von Hormus bald zum Territorium der USA zu erklären. "Nachdem wir Iran besiegt haben ... werde ich ziemlich bald die Straße von Hormus zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären", sagt er in einer Rede. Es ist zunächst unklar, wie ernst die Äußerung gemeint ist. Zudem rief Trump die US-Bürger auf, etwas höhere Benzinpreise dafür in Kauf zu nehmen, Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern. Er entschuldige sich nie, der Krieg sei die richtige Entscheidung gewesen, sagte er. 

Juri Auel

Tote bei Huthi-Angriff auf Hafenstadt Mokka 

Bei einem Raketenangriff der Huthi-Rebellen auf die jemenitische Hafenstadt Mokka am Roten Meer wurde nach Angaben der international anerkannten Regierung vier Zivilisten getötet. Die Miliz habe sechs ballistische Raketen abgefeuert, hieß es. Die Huthis erklären dagegen, sie hätten militärische Ziele der von Saudi-Arabien unterstützten Truppen beschossen. Zudem meldet die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba eine Drohnenattacke der Gruppe auf eine Anlage des Ölkonzerns Saudi Aramco im saudischen Nadschran. Eine Bestätigung aus Riad lag zunächst nicht vor. 

Bessent: USA werden Iran wirtschaftlich isolieren und Hormus-Blockade fortsetzen

Die USA werden US-Finanzminister Scott Bessent zufolge beispiellose Maßnahmen gegen Iran ergreifen. „Wir werden Maßnahmen anwenden, wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolierung eines Landes noch nie dagewesen sind“, sagt Bessent in der TV-Sendung „Rob Schmitt Tonight“ des US-Senders Newsmax. Für die kommende Woche kündigt er weitere Erklärungen an.

„Es wird eine Kombination aus einer wirtschaftlichen Isolierung sein (...) und der fortgesetzten Blockade in der Straße von Hormus, die verhindern wird, dass irgendetwas in die iranischen Häfen hinein- oder herausgelangt“, sagt der Minister.

Zwei Schiffe der Emirate in Straße von Hormus angegriffen

Zwei Schiffe des staatlichen emiratischen Ölkonzerns Adnoc sind in der Straße von Hormus angegriffen worden. Bei dem Vorfall in der Meerenge sei niemand verletzt worden, berichtete die staatliche emiratische Nachrichtenagentur WAM. Über mögliche Schäden an den Schiffen gab es zunächst keine Angaben. 

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verurteilten den Angriff, für den sie Iran verantwortlich machen, aufs Schärfste. Das Außenministerium in Abu Dhabi betonte, dass der Angriff einen eklatanten Verstoß gegen die Resolution 2817 des UN-Sicherheitsrats darstelle, die die Freiheit der Schifffahrt bekräftigt.

Derartige Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus seien „Piraterieakte“ der Iranischen Revolutionsgarden und stellten eine direkte Bedrohung für die Stabilität der Region, ihrer Bevölkerung und der globalen Energiesicherheit dar, teilte das Ministerium weiter mit. Iran müsse „diese unprovozierten Angriffe“ einstellen und eine vollständige Wiedereröffnung der Meerenge gewährleisten. 

Huthi-Rebellen melden Angriff auf Raffinerie in Saudi-Arabien 

Die von Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen haben eine Raffinerie des Ölkonzerns Aramco im saudi-arabischen Dschasan mit zwei Drohnen angegriffen. Das meldete ihre Nachrichtenagentur Saba. Aus Kreisen der Gruppe hieß es, die Attacke sei eine Reaktion auf saudi-arabische Verletzungen des jemenitischen Luftraums und der Souveränität in den Provinzen Saada und Hadscha. Eine Stellungnahme aus Saudi-Arabien liegt zunächst nicht vor.

Iran an Trump: „Die Straße von Hormus bleibt blockiert“

Iran hat Äußerungen von Präsident Donald Trump widersprochen, wonach die USA die Kontrolle über die Straße von Hormus hätten. Die wiederholten Behauptungen und Posts von US-Amtsträgern zur Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus änderten nichts an der Realität, erklärte Irans neue Behörde für die Meerenge (PGSA) auf der Plattform X. „Die Straße von Hormus bleibt blockiert und wird erst wieder geöffnet, wenn die Bedingungen Irans akzeptiert werden.“

Trump hatte zuletzt wiederholt erklärt, die USA hätten die volle Kontrolle über die Meerenge. „Sie gehört uns“, sagte er etwa am Dienstagabend. Die Iraner hätten keine Kontrolle. Irgendwann würden die Iraner „vielleicht etwas unternehmen, und dann werden sie hinweggefegt“, drohte er.

Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) hatte zuletzt berichtet, Angriffe und Bedrohungen durch Irans Revolutionsgarden in der Meerenge hielten an. Sie zeigten, dass Iran seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten behaupten und den Druck auf durchfahrende Schiffe aufrechterhalten wolle. Es bestehe weiterhin das Risiko treibender oder nicht kartierter Minen. Handelsschiffe verkehrten nur auf reduziertem Niveau. 

Katja Guttmann

Bei Oman auf Grund gelaufen: Öl aus Tanker erreicht Festland

Das Öl des vor der Küste des Oman auf Grund gelaufenen Tankers hat das Festland erreicht. Der ausgelaufene Rohstoff treibt weiter nordöstlich an der omanischen Insel al-Kiblija vorbei und ist teilweise bereits am Festland angekommen, wie die Weltschifffahrtsorganisation IMO mitteilt. Der Öltanker Caroline Bezengi wird Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet und steht unter EU-Sanktionen.

Nach IMO-Angaben war der Tanker mit insgesamt 130 000 Tonnen Öl beladen, das bereits „für einige Zeit“ aus diesem auslaufe. Der Zugriff auf das Schiff sei durch den Monsun in der Region eingeschränkt und sorge für Verzögerungen bei der Bergung, teilt die IMO weiter mit. Ein Notfallplan für den Fall einer Ölpest sei eingerichtet.

Greenpeace warnt weiter davor, dass es zu einer Umweltkatastrophe von gewaltigem Ausmaß kommen könnte. Die durch das Öl verschmutzte Fläche sei mittlerweile auf 1000 Quadratkilometer angewachsen, teilte die Umweltorganisation unter Beruf auf Satellitenaufnahmen von Dienstag mit. Am vergangenen Donnerstag war noch von 600 Quadratkilometern die Rede gewesen. Die Situation sei „ein weiteres alarmierendes Beispiel für die erheblichen Umweltrisiken, die von der sogenannten russischen Schattenflotte ausgehen“, sagte die Greenpeace-Expertin Nina Noelle auf Anfrage.

Katja Guttmann

US-Helikopter beschießt Tanker in Golf von Oman

Das US-Militär hat einen Tanker bei dem Versuch beschossen, die amerikanische Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen. Ein Helikopter des Typs MH-60 habe zwei Hellfire-Raketen auf das unter panamaischer Flagge fahrende Frachtschiff M/V Vela Nova gefeuert, als es auf einen iranischen Hafen zusteuern wollte, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf X mit. Zuvor habe die Besatzung „wiederholte Warnungen“ ignoriert. Zunächst war unklar, ob bei dem Vorfall Menschen verletzt oder getötet wurden.

Zuvor hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) von einem Zwischenfall im Golf von Oman berichtet. Dabei seien ein Containerschiff und Streitkräfte ohne Nennung eines Landes involviert, hieß es.

Die USA blockieren seit Mitte Juli wieder iranische Häfen und Küstengebiete. Ziel der Blockade ist es unter anderem, Teheran Einnahmen aus dem Ölexport zu verwehren. Schiffen wird nicht erlaubt, iranische Häfen anzusteuern oder von dort abzulegen. In der Folge war es immer wieder zu Beschuss von Schiffen gekommen, auch wurden Tanker zu einer Kursänderung gedrängt. 

Leon Wenz

Jemen: Tote nach Huthi-Angriff auf Schiff

Bei einem Angriff auf ein jemenitisches Handelsschiff in der Meerenge Bab al-Mandab sind nach Angaben des jemenitischen Verkehrsministeriums vier Besatzungsmitglieder getötet worden. Vier weitere Besatzungsmitglieder sowie ein Mitglied eines Rettungsteams seien verletzt worden, teilte das Ministerium mit. Bei den Getöteten handele es sich um drei Pakistaner und einen Indonesier. Zuvor hatte der stellvertretende Informationsminister Fajad al-Numan der Deutschen Presse-Agentur den Angriff bestätigt. 

Das Verkehrsministerium machte die Huthi-Miliz für den Angriff verantwortlich. Das Ministerium forderte die internationale Gemeinschaft und zuständige Organisationen auf, dringend Maßnahmen zum Schutz der Schifffahrt und der Besatzungen im Roten Meer, in der Meerenge Bab al-Mandab und im Golf von Aden zu ergreifen. Die Huthi äußerten sich zunächst nicht zu dem Angriff. 

Für Trump ist die Straße von Hormus wieder offen

Für US-Präsident Donald Trump scheint das Ringen um eine Öffnung der Straße von Hormus, gemessen an seinen jüngsten Äußerungen, beendet zu sein. Nach einer Minenräumung sei die Meerenge für Schiffe wieder befahrbar und werde „zu 100 Prozent“ von den USA kontrolliert, sagte er im Weißen Haus. Gelegentlich lege Iran zwar eine Mine ab, die werde dann aber gefunden und unschädlich gemacht. Darüber hinaus verlangte Trump Entschädigungszahlungen von der Führung in Teheran.

Iran, das Handelsschiffe unter anderem mit Drohnen bedroht, reagierte bisher nicht auf die Aussagen. Zuletzt hatte die Islamische Republik eine Öffnung der Seestraße von Zugeständnissen der USA und ihrer Verbündeten abhängig gemacht und beabsichtigt, Gebühren für eine Durchfahrt durch die Meerenge zu erheben.

Trump fordert Entschädigung von Iran

US-Präsident Donald Trump fordert vom Iran Entschädigungszahlungen für die Opfer des Konflikts mit den USA und Israel. Die iranische Führung müsse für „all die Menschen, die sie getötet und schwer verwundet hat“, Schadenersatz leisten, erklärt Trump. Er reagiert damit auf iranische Forderungen nach Entschädigungen für Kriegsschäden. Die Regierung in Teheran erwägt unter anderem, künftig Gebühren für die Passage der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu verlangen. 

Iran plant Gebühren für Straße von Hormus

Iran beabsichtigt nach Angaben des Außenministeriums in Teheran, von Handelsschiffen Gebühren für eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben. Wie Außenamtssprecher Ismail Baghai laut iranischen Medien in Teheran sagte, erarbeite Iran gemeinsam mit Oman „Mechanismen zur Überwachung der Sicherheit, zum Schutz der Umwelt und zur Bekämpfung der Kriminalität auf See“. Für die maritimen Dienstleistungen für Schiffe würden entsprechende Gebühren und Entgelte erhoben.

Der Streit um die Durchfahrtsrechte auf einer internationalen Schlüsselroute für Öl, Gas und Düngemittel gilt als ein wesentlicher Auslöser für die jüngste Eskalation im militärischen Konflikt zwischen den USA und Iran. Vor dem Krieg verlief die Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitgehend ungestört. Für Durchfahrten erhob Iran weder Maut noch Gebühren.

Die Straße von Hormus misst an ihrer schmalsten Stelle nur etwa 39 Kilometer. Da Iran und der Oman jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone (etwa 22,2 Kilometer) beanspruchen, überschneiden sich die Hoheitsgewässer beider Anrainer. Internationale Gewässer existieren in diesem Bereich nicht. Das UN-Seerechtsübereinkommen (Unclos) garantiert dort ein Recht auf Transitdurchfahrten und untersagt eine Blockade von Handelsschiffen. Iran akzeptiert diese Rechtslage nicht.

Ziel der USA ist es laut Vizepräsident J. D. Vance, beim Öl- und Gastransport durch die Straße von Hormus wieder das Vorkriegsniveau herzustellen. Das entgegnete der Republikaner bei Fox News auf die Frage, was bei einem Abkommen ein akzeptabler Status quo für die Meerenge wäre.

Huthi-Miliz greift erneut Hafenstadt in Jemen an

Die von Iran unterstützte jemenitische Huthi-Miliz hat erneut die an der Westküste Jemens liegende Hafenstadt Mokka angegriffen. Die Armee teilte am späten Abend auf der Plattform X mit, die Huthi haben ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel der von der Regierung kontrollierten Stadt geschossen. Einige Drohnen habe die Luftabwehr abgefangen. 

Bei einem Angriff der Miliz zuvor seien sieben Zivilisten und Militärangehörige getötet und weitere Menschen verletzt worden, teilte die Armee weiter mit. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari erklärte auf der Plattform Telegram, der Angriff habe saudi-arabischen Truppen und Waffenlagern in der Stadt gegolten. Mokka liegt nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die für die Schifffahrt den Eingang zum Roten Meer bildet.

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