Sozialdemokratie: Was macht die SPD falsch?

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Die Sozialdemokraten müssen sich mehr um die Arbeiter kümmern, sagt der britische Labour-Politiker Maurice Glasman. Der ehemalige Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt entgegnet: Das tun wir doch längst!

Aus der ZEIT Nr. 03/2026 Aktualisiert am 19. Januar 2026, 10:58 Uhr

 Wolfgang Schmidt, ehemaliger Bundesminister für besondere Aufgaben und Berater von Olaf Scholz (links), und Lord Maurice Glasman (rechts)
Wolfgang Schmidt, ehemaliger Bundesminister für besondere Aufgaben und Berater von Olaf Scholz (links), und Lord Maurice Glasman (rechts) © Fritz Beck (links); Dan Wilton für DIE ZEIT (rechts)

DIE ZEIT: Lord Glasman, Sie sind der Gründer von Blue Labour, einer einflussreichen traditionalistischen Gruppierung innerhalb der britischen Labour-Partei. Vor Kurzem sagten Sie, wenn Sie sich die deutsche SPD anschauten, hätten Sie den Eindruck, Ihre Schwesterpartei begehe "Selbstmord". Wie kommen Sie zu diesem fürsorglichen Urteil?

Maurice Glasman: Das Grundproblem, das ich sehe, ist folgendes: Die SPD hat sich seit Gerhard Schröder der Globalisierung verschrieben. Das war ein Wendepunkt. Das Prinzip der internationalen Solidarität zwischen Arbeitern wurde ersetzt durch die unkritische Annahme, man müsse für möglichst viel freien Kapital- und Arbeitsverkehr in der EU sorgen und für Masseneinwanderung. Das hat genau die staatliche Souveränität geschwächt, die es bräuchte, um die Sorgen und Ängste der deutschen Arbeiterklasse anzugehen – und deswegen ist die SPD auf einem selbstmörderischen Kurs.

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